Mein Kind sieht mir nicht ähnlich?

Warum ähnelt mein Kind mir nicht?

„Dein Sohn ist Dir wie aus dem Gesicht geschnitten“, erklärt Deine Partnerin. Bei diesem Satz wallen Vatergefühle und Stolz gleichermaßen auf. Aber was geschieht, wenn keine Ähnlichkeit zwischen Dir und Deinem Nachwuchs besteht? Wem das Kind ähnlich sieht, entscheiden die Gene. Es kommt vor, dass die Sprösslinge ganz wie die Mama aussehen. Äußerliche Merkmale vererben sich in jeder zweiten Generation. Vielleicht sieht Dein Kind Oma oder Opa ähnlicher als den Eltern.

vater und tochter

vater und tochter Ähnlichkeit vorhanden? © contrastwerkstatt – Fotolia.com

Bemerkst Du keine Familien-Ähnlichkeit, besteht dennoch kein Grund zur Sorge.

Sobald ein Kind auf die Welt kommt, suchen die Angehörigen nach der Familien-Ähnlichkeit. Besitzt das Kleine die Augen der Mama? Sieht die Stupsnase nicht der des Papas ähnlich? Ist es der Großvater, dem das Kind ähnlich sieht? Diese Suche nach Gemeinsamkeiten stellt ein Urbedürfnis der Menschen dar.

Familien-Ähnlichkeit stellt ein Urbedürfnis dar

Vorwiegend für Väter spielt die Ähnlichkeit ihrer Kinder eine tragende Rolle. Bemerken sie bei ihrem Nachwuchs keine Gemeinsamkeiten, beeinflusst dies ihre Beziehung zu dem Sprössling. Besteht ein Zweifel an der Vaterschaft, kümmern sich die betroffenen Männer weniger intensiv um die Kleinen. Daher gilt es als biologisch sinnvoll, dass vorwiegend Einjährige ihrem Erzeuger ähneln.

In ihrer Studie „Why babies look like their daddies“ tritt Paola Bressan den Gegenbeweis an. In ihrer im Jahr 2001 erschienenen Publikation erklärt sie, dass Kinder ohne Ähnlichkeit mit dem Vater über einen evolutionären Vorteil verfügen. Fehlt eine Gemeinsamkeit mit dem Erzeuger, schließt das die Vaterschaft nicht aus. Jedoch erklärt Bressan, dass die fehlende Familien-Ähnlichkeit vorwiegend im Fall eines Seitensprungs einen Vorteil darstellt.

Warum fehlt die Ähnlichkeit zum Vater

Eine mangelnde Ähnlichkeit mit dem Vater stellt in keinem Fall den Beweis für einen Seitensprung der Mutter dar. Mark Pagel von der University of Reading bestätigt, dass allen Kindern eine gewisse Anonymität anhaftet. Diese besteht in dem bekannten Kindchenschema. Hierbei verfügt der Nachwuchs über:

  • runde Kulleraugen,
  • eine Stupsnase
  • und ein fliehendes Kinn.

Durch die „Herkunfts-Verschleierungs-Taktik“ sichern sich die Kleinen das höchste Maß an Pflegebereitschaft. Bei vielen Sprösslingen entwickelt sich die Familien-Ähnlichkeit mit den Jahren. Ab dem zweiten bis dritten Lebensjahr entscheidet sich, wem das Kind ähnelt. Daher stellen fehlende äußerliche Gemeinsamkeiten keinen Grund zur Sorge dar.

Vorwiegend bei Jungen zeigt sich die Ähnlichkeit mit dem Vater erst mit der Pubertät deutlich. Dabei kommen bestimmte Merkmale des Erzeugers besonders zur Geltung. In diesem Zeitraum erkennst Du, dass Dein Sohn beispielsweise über Dein ausgeprägtes Kinn verfügt. Sobald sich das Kindchenschema verliert, siehst Du die Ähnlichkeiten mit Deinem Sprössling.

Dein Kind sieht Dir ähnlich – auf alle Fälle innerlich!

Wem das Kind ähnlich sieht, versuchen Verwandte und Bekannte, bereits kurz nach der Geburt herauszufinden. Die Familien-Ähnlichkeit besteht als Urbedürfnis der Menschen. Vorwiegend Väter freuen sich über deutliche Gemeinsamkeiten mit ihrem Nachwuchs. Auf diese Weise steht die Vaterschaft außer Frage. Jedoch verhindert oftmals das Kindchenschema das Erkennen einer eindeutigen Ähnlichkeit. Durch die Kulleraugen und die Stupsnase sichern sich die Kleinen das größte Maß an Pflegebereitschaft von vielen Erwachsenen.

 

wer wir sind

Mario, vom Netpapa Team

Als begeisterter Vater und Herausgeber von Netpapa.de einem der größten deutschsprachigen Vätermagazinen, freue ich mich, Dir gemeinsam mit anderen Autoren viele hilfreiche Themen vorstellen zu können. Unsere Redaktion besteht aus Journalisten, Erziehern, Pädagogen und Mediziner aber vorallem sind wir Väter.


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