Piercing stechen mit 16 ohne Einverständnis der Eltern? … wir zeigen was erlaubt ist:

Viele Jugendliche träumen davon, sich ein Tattoo oder ein Piercing stechen zu lassen. Die Eltern sind oft weniger begeistert und wollen Sohn oder Tochter diesen Körperschmuck am liebsten verbieten.

Wie du als Vater mit dem Piercing Wunsch deines Teenagers umgehen kannst und was gesetzlich erlaubt ist erfährst du in 3 Minuten Lesezeit, viel Spass dabei.

Wir klären dich in dem Artikel über die Gesetzlichkeiten und Aspekte des Piercings bei Teenager auf. Ab wann dürfen sich Jugendliche ein Piercing machen lassen? Welche Form der Einverständnis ist ausreichend? Und wie verhält man sich als Eltern bei diesem Thema am besten?

Piercings bei Jugendlichen – 5 Fakten Überblick

  1. unter 14 werden Piercings nicht gesetzt
  2. 14- und 15-Jährige bekommen Piercings im Beisein der Eltern
  3. ab 16 genügt eine schriftliche Einwilligung der Eltern
  4. mit Erreichen der Volljährigkeit liegt die Entscheidung bei jedem einzelnen
  5. Eltern sollten mit Kindern über Piercings reden und nicht sofort alles abblocken

Piercings gibt es nicht unter 14 Jahre

Auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben wollen die meisten Mädchen und Jungen verschiedene Grenzen austesten und verhandeln beispielsweise neue Ausgehzeiten mit den Eltern. Ein neuer Kleidungsstil muss oft her und familiärer Streit über Stil- und Wertevorstellungen gehört bei ungefähr 14-Jährigen zum Alltag. Ein Piercing passt vielen Teenagern sehr gut in das eigene Bild von neuer Unabhängigkeit und daher wünschen sie sich den Körperschmuck.

„Fakt ist, dass jedes Piercing-Stechen eine mutwillige Körperverletzung ist. Ab wann Kinder darüber frei entscheiden können, ist im Jugendschutzgesetz aber nicht festgeschrieben.“

Ein seriöser Piercer wird sich immer absichern, dass er diesen Eingriff mit eindeutiger Zustimmung einer Person vornimmt. Ab 18 Jahren kann das jeder und jede aufgrund der Volljährigkeit selbst entscheiden. Bei Minderjährigen sollte der rechtliche Weg am besten über die Eltern erfolgen. Sie sind die Erziehungsberechtigten und treffen Entscheidungen mit weitreichenderen Folgen im Namen ihrer Kinder.

Bei Jungen und Mädchen unter 14 Jahren ist es für seriöse Studios aber auch ohne Zustimmung der Eltern meist komplett tabu, ein Piercing zu setzen. Piercer, die dem Berufsverband DGP (Deutsche Gesellschaft für Piercing) angehören, lehnen prinzipiell jeden Eingriff bei Kindern unter 14 Jahren ab.

Man geht allgemein davon aus, dass Mädchen und Jungen unter dieser Altersgrenze noch keine ausreichende Fähigkeit besitzen, die Situation samt ihrer möglichen Folgen einzuschätzen. Daher sind sie vorher auch nicht strafmündig. Es dient also ihrem gesundheitlichen Schutz, dass man ihnen kein Piercing erlaubt – auch unabhängig vom Wunsch der Eltern. Das Recht auf freie Entwicklung der Persönlichkeit steht in diesem Alter noch hinter dem Schutz.

Piercings ab 14 und bis 16 Jahre

Hat ein Kind den 14. Geburtstag bereits gefeiert, kann es im Gespräch mit den Eltern klären, ob diese prinzipiell einem Piercing gegenüber offen sind. Für viele Mütter und Väter kommt es stark darauf an, wo am Körper der Schmuck gesetzt werden soll. Ein dezenter Stecker im Ohr oder maximal an der Nase wird eher in Erwägung gezogen als ein Zungenpiercing oder Stecker im Intimbereich.

Insofern die Eltern einverstanden sind, können 14- und 15-Jährige sich ein Piercing fertigen lassen. Feste Bedingung herbei ist aber, dass die Eltern mit ins Piercingstudio kommen und bei der Prozedur anwesend sind. Die Studio-Besitzer können so ohne Zweifel davon ausgehen, dass die Erziehungsberechtigten den Eingriff gutheißen und es keine rechtlichen Konsequenzen gibt.

Ab 16 Jahren genügt eine schriftliche Erklärung der Eltern

Nachdem der 16. Geburtstag gefeiert wurde, sind Jugendliche zwar immer noch zwei Jahre von der Volljährigkeit entfernt, doch man räumt ihnen in vielen Lebensbereichen mehr Freiheiten an.

Damit soll der geistigen Entwicklung mehr Raum gegeben werden. Auch auf Piercings wirkt sich dies aus, denn viele Studios begnügen sich bei 16- und 17-Jährigen mit einer schriftlichen Einverständniserklärung. Diese muss handschriftlich von den Eltern unterschrieben sein und eine Kopie der Ausweise ist zum Abgleichen gewünscht.

Wichtig in diesem Zusammenhang: Piercer im Berufsverband DGP fordern die Einverständnis beider Elternteile. Dies gilt natürlich nicht bei Alleinerziehenden.

Hat der Piercer aus irgendeinem Grund allerdings Zweifel an der elterlichen Zustimmung, kann er das Stechen des Körperschmucks ablehnen. Er muss sich dafür auch nicht rechtfertigen, denn er hat die freie Wahl, ob er eine Kundin oder einen Kunden bedient. Es gibt daher auch Studios, die es von sich aus kategorisch ablehnen, Kunden und Kundinnen unter 18 Jahre anzunehmen oder auch bei 16- und 17-Jährigen die Anwesenheit der Eltern wünschen.

Für alle Eltern: Ein striktes Nein kann gefährlich werden

Nicht wenige Mütter und Väter sind vom Grunde auf gegen Piercings und möchten daher ohne weitere Diskussion Nein sagen. Dieses Recht haben sie zwar, doch es kann unschöne Folgen haben:

1. Die Kinder suchen ein unseriöses Studio auf
Es gibt leider schwarze Schafe, die ohne elterliche Einverständnis ein Piercing bei Minderjährigen setzen. Da nützt es auch wenig, dass Eltern im Nachhinein rechtliche Schritte ergreifen können, denn das Piercing ist da.

2. Die Kinder nehmen eher Infektionen in Kauf
Gehen Kinder allein auf die Suche nach einem Piercer, der sie ohne elterliche Erlaubnis mit einem Piercing versieht, gehen sie automatisch auch höhere Gesundheitsrisiken ein. Es ist gut möglich, dass in unseriösen Studios auch die Hygiene weniger geachtet wird und Infektionen drohen.

So sprichst du konstruktiv über Piercings

Solange im Jugendgesetz keine klare Regelung verankert wurde, liegt es in der Verantwortung der Familien selbst, über das Für und Wider der Piercings zu sprechen. Eltern sollten sich sicher sein, dass ihr Nachwuchs bereits so weit ist, dass er die Folgen verstehen kann.

Im Gespräch sollte daher unter anderem darüber gesprochen werden, dass durch ein Piercing verschiedene Entzündungen entstehen können und diese nicht nur schmerzhaft sind, sondern im schlimmsten Fall langfristige Folgen wie Hepatitis drohen.

„Es ist daher deutlich besser, gemeinsam einen Piercer mit gutem Ruf aufzusuchen!“

Andere Komplikationen sollten auch zur Sprache kommen: Nervenschäden im Genitalbereich, Sprachstörungen bei Zungenpiercings, vernarbte Milchgänge bei Frauen mit Brustwarzenpiercing oder auch Verletzungen am Auge bei Lidpiercings.

Eltern sollten ihr Kind bitten, sachlich zu erklären, warum das Piercing gewünscht ist, wo es sitzen und wie groß es werden soll. Häufig lassen sich dann im Gespräch Kompromisse finden.

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