Hodenhochstand bei Kindern

Was tun bei Hodenhochstand bei Kindern?

Gerade bei Kindern und Babys ist Hodenhochstand gar nicht so selten. Hier kann es zu Leistenhoden, Pendelhoden, Gleithoden oder Bauchhoden kommen – in Abhängigkeit davon, wo eine der beiden Keimdrüsen hingewandert ist. Was die Eltern bei Hodenhochstand bei Kindern am besten tun sollten, erfahrt ihr im folgenden Artikel.

Hodenhochstand, männl. Geschlecht

Hoden, männl. Geschlecht Urheber: alexeyblogoodf / 123RF

Was ist Hodenhochstand bei Kindern?

Etwa 3 % aller männlichen Babys, die termingerecht geboren werden, leiden unter diesem Phänomen. Dabei können sich beide oder nur einer der Hoden an einer anderen Stelle als im Hodensack befinden. Oftmals handelt es sich um eine Verzögerung der Entwicklung, die bereits mit der Geburt abgeschlossen werden sollte.

 

 Die verschiedenen Arten von Hodenhochstand

Jeder Fötus hat seine Hoden erst im Bauchraum. Diese wandern dann im Laufe der Entwicklung weiter nach unten in den Hodensack. Dort lassen sich die kleinen Hoden direkt nach der Geburt ertasten.

Wenn sie aber auf ihrem Weg in der Leiste stehen geblieben sind, ist von den Leistenhoden die Rede. Im Bauch sind es wiederum die Bauchhoden. Ist es dem Arzt nicht möglich, die Hoden beim Baby oder Kind zu ertasten, spricht man von Kryptorchismus.

Grundsätzlich diagnostizieren Ärzte direkt nach der Geburt einen möglichen Hodenhochstand bei Kindern. In den meisten Fällen wandern die Hoden von ganz allein wieder an die richtige Stelle. Für die Kinder ist damit keinerlei Schmerz verbunden. Anders verhält es sich, wenn der Säugling bereits ein halbes Jahr alt ist und sich noch keinerlei Veränderung ergeben hat. In diesem Zusammenhang setzt man auf eine Hormontherapie, da bei dem Hochstand auch die Gefahr von Tumoren wächst. Zudem könnte man die Geschwulst erst viel zu spät entdecken, da die Hoden sicher nicht ertasten lassen.

 

Pendelhoden: Hier haben wir es mit Hoden zu tun, die eigentlich an der richtigen Stelle im Hodensack vorhanden sind. Erfolgt aber Einzug am Hodenheber (das ist ein Muskel im Schambereich), ziehen sich die Hoden in den Leistenbereich zurück. Diese Reaktion kann auch auf Kälte oder andere Reize folgen.

 

Gleithoden: Hierbei haben wir es mit Hoden zu tun, die sich in den Hodensack ziehen lassen aber beim Loslassen an ihre ursprüngliche Fehlstellung zurückkehren.

 

Diagnose und Behandlung von Hodenhochstand bei Kindern

Eine Diagnose und eine hormonelle Behandlung erfolgen immer durch einen fachkundigen Arzt. Es ist davon abzuraten, selbst als Eltern herum zu doktern und zu intensive Tastproben durchzuführen. Prinzipiell lässt sich der Hoden Hochstand daran erkennen, dass sich die beiden Hoden nicht an der richtigen Stelle befinden. Oftmals entstehen dem Säugling dadurch nicht einmal Schmerzen oder Probleme. Dennoch solltet ihr diese Fehlstellung im Blick behalten. Ärzte können den Fehlstand hormonell behandeln und dafür sorgen, dass die Hoden wieder in die richtige Position gelangen.

 

Gefahren und Risiken von Hodenhochstand

Eltern sollten den Zustand nicht dabei belassen, da sich durch den Fehlstand auch das Risiko erhöht, an Hodenkrebs zu erkranken oder unfruchtbar zu bleiben. Grundsätzlich benötigen die Hoden und die Spermien eine kühle Temperatur. Eine Umlagerung in den Körper wäre viel zu warm, so dass eine Produktion von Spermien nicht einsetzt. Das bedeutet: Bleibt die Fehlstellung auch im späteren Alterungsprozess gleich, ist damit eine drastische Gefahr verbunden, an Unfruchtbarkeit zu leiden.

 

PUBERTÄT – Nicht zu vernachlässigen ist die psychische Belastung, gerade wenn Jugendliche ein gesteigertes sexuelles Bewusstsein und Verlangen entwickeln. Soweit muss es gar nicht kommen, da zumeist der Hodenhochstand bei Kindern vor dem ersten Geburtstag vollends behandelt und korrigiert wird.

 

Spätere Komplikationen und Risiken nach Hodenhochstand

Auch infolge der Behandlung können die Patienten im späteren Alter sogar Komplikationen entwickeln. Hier ist von der Hodendrehung die Rede. Wortwörtlich ist von einer Drehung des Hodens direkt am Samenstrang auszugehen. Der Hoden kann so nicht mehr versorgt werden, da er sich alle Gefäße abschnürt. Bleibt dies unbehandelt, würde er absterben.

Darüber hinaus offenbaren gerade Gleithoden und Leistenhoden Schwachstellen im Bereich des Leistenkanals. Das begünstigt das Heraustreten von Organen und Eingeweide aus der Bauchhöhle und einen damit zusammenhängenden Leistenbruch. Im Prinzip verstehen wir unter dem Leistenbruch nichts anderes, als das Heraustreten der Organe in Form eines Bruchsackes.

 

Selbst nach einer Operation bei einem Hochstand steigt das Risiko an Hodenkrebs zu erkranken, um das 3-8 fache. Würde jedoch keinerlei Therapie oder Behandlung erfolgen, ist davon auszugehen, dass die Risiken um das 30-fache steigen.

 

Welche Risikofaktoren in der Schwangerschaft begünstigen Hodenhochstand bei Kindern?

Zum Teil können die Betroffenen gar nichts für den Hochstand, da dieser genetische Ursachen hat. Überdies sind genetische Fehler für diese Stellungen die Ursache, so dass die Hoden während der Entwicklung im Mutterbauch nicht ordentlich absteigen. Eine andere Ursache sind die anatomischen Fehlbildungen. Vielleicht hat auch der Körper die wichtigen Botenstoffe nur unzureichend während der Schwangerschaft ausgeschüttet.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Risikofaktoren während der Schwangerschaft, die einen Hochstand begünstigen, wie zum Beispiel:

 

  • Rauchen oder Alkohol in der Schwangerschaft
  • Pestizide und spezifische Umweltreize
  • künstliche Befruchtung durch Einbringen von Samenzellen in die Gebärmutter
  • Diabetes der Mutter

 

Das Abtasten der Leistenregion gehört zu den Routineuntersuchungen direkt nach der Geburt, um einen Hochstand zu diagnostizieren. Dafür werden dem Baby zum Beispiel die Beine hochgezogen zum Bauch. Hier sollte der Fehlstand bereits durch das erste Abtasten auffallen, zumindestens wenn Leistenhoden vorliegen. Diese Untersuchungen erfolgen in einer warmen Umgebung, um dem Baby das Abtasten so angenehm wie möglich zu machen. Alternativ dazu bieten sich bildgebende Untersuchungsverfahren, wie zum Beispiel das MRT und die Sonographie, an.

 

Fazit: Was Eltern bei Hodenhochstand bei Kindern tun sollten?

Sind die Kinder vom Hodenhochstand betroffen, solltet ihr dies unbedingt im Blick behalten. Eigentlich handelt es sich dabei um nichts anderes als um Hoden, die sich nicht an der richtigen Stelle befinden. Gewöhnlich korrigiert sich der Fehlstand in den folgenden Wochen und Monaten von ganz allein, indem die Entwicklung abgeschlossen wird. Wenn dies nicht der Fall ist, greifen die Ärzte mit einer Hormonbehandlung ein. Ohne eine Behandlung würde das Risiko, an Hodenkrebs zu erkranken – um ein Vielfaches ansteigen und zudem die Gefahr erhöhen, später nicht zeugungsfähig zu sein.

 

wer wir sind

Anna Nilsson Fach-/Medizinjournalistin

Anna Nilsson, als Medizinjournalistin und Autorin ist Sie verantwortlich für den Gesundheitsbereich auf Netpapa.de.


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