Sind Chinchillas für Kinder geeignete Haustiere? (Ratgeber)

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Chinchillas für Kinder Copyright: Ruslan Huzau

Wie gut sind Chinchillas für Kinder geeignet? Diese Frage kommt aus unserer Community, und wir haben uns bei Züchtern schlau gemacht und geben Euch hier einen Überblick über dieses Thema. Gleiuch vorneweg: Chinchillas sind reine Beobachtungstiere, somit eignen sich die nachtaktiven Wollmäuse vorrangig für reifere Kinder und Jugendliche.

Chinchillas für Kinder
Chinchillas für Kinder Copyright: Ruslan Huzau

Chinchillas – Das Wichtigste in Kürze

Chinchillas sind südamerikanische Nagetiere, die aufgrund ihres niedlichen Aussehens und des weichen, seidigen Fells ganz oben auf der Wunschliste von Kindern stehen. Da ein Chinchilla zu den Fluchttieren gehört, mag dieses das Hochnehmen und Streicheln nicht.

Meine Meinung zur Chinchilla Haltung

Chinchillas für Kinder
Mario Förster, Blogger

Chinchillas sind ideale Haustiere für etwas ältere Kinder, wenn Du als Vater bei der Pflege und Haltung unterstützt. Da Chinchillas sehr soziale Wesen sind sollten sie nicht allein gehalten werden. Die Nager erreichen ein Alter von bis zu zwanzig Jahren. Zudem sind die Haltung und Reinigung sehr aufwendig. Familien empfiehlt sich, zu prüfen, ob sie dem Arbeitsaufwand dauerhaft gewachsen sind. Da Chinchillas nachtaktiv sind, sollten Halter diese nicht im Schlaf- oder Kinderzimmer unterbringen.

Ich empfehle die Einrichtung eines eigenen Zimmers für die Nagetiere, damit diese ausreichend Bewegungsfreiheit haben.

Chinchillas als Haustier für Kinder und Familien

Ab welchem Alter eignet sich die Haltung von Chinchillas?

Chinchillas sind sensibel. Die südamerikanischen Nagetiere sehen aufgrund ihres Fells weich und anschmiegsam aus, sind jedoch keine Kuscheltiere. Bedrängen Kinder das Chinchilla, entflieht es und versteckt sich in seinem Unterschlupf. Halter dürfen den Nager nie am Schwanz hochheben oder bei seinem Schlaf stören, da er bei zu viel Stress schnell erkrankt.

Droht Gefahr, neigen die Haustiere dazu, ihr Fell abzustoßen. Männchen sondern ein unangenehm riechendes Sekret aus dem Analbeutel ab. Weibchen stellen sich auf ihre Hinterläufe und spritzen mit Urin. Daher ist ein behutsamer Umgang wichtig.

Kleine Kinder verstehen nicht, dass das Tier schreckhaft ist, nicht gerne hochgenommen und gestreichelt wird. Erst wenn der Nachwuchs reif genug ist, zu erkennen, dass der Reiz der Chinchillas im Beobachten liegt und der Junge oder das Mädchen Verantwortung für die Reinigung und Fütterung übernimmt, sollten Eltern über eine Anschaffung nachdenken. Das ist ab etwa 10 bis 12 Jahren der Fall. Die volle Verantwortung für das Haustier bleibt jedoch immer bei den Erwachsenen.

Welche Chinchilla-Arten eignen sich für Familien?

Zu unterscheiden sind zwei Arten von Chinchillas:

  • Langschwanz-Chinchillas (Chinchilla lanigera)
  • Kurzschwanz-Chinchillas (Chinchilla brevicaudata auch Berg-Chinchilla)

Verbreitet zur Haltung als Haustiere sind Langschwanz-Varianten (eine Mischung aus dem Costina- und La Plata Typ).

Was können Kinder in der Pflege der Chinchillas übernehmen?

Schon die Jüngsten übernehmen regelmäßige kleine Aufgaben. Die Mädchen und Jungen füllen die Heuraufen mit Heu auf, machen den Wassernapf sauber und tauschen das Wasser aus. Kinder sollten jedoch nie allein mit dem Tier sein.

Ältere Jungen und Mädchen ab 10 Jahren helfen täglich beim Reinigen des Chinchilla-Geheges, der Trinkflaschen, Sitzgelegenheiten und Futternäpfe. Zudem wechseln die Kinder die Einstreu und entfernen Köttel aus dem Sandbad. Nach einer Woche ist der Wechsel des Sandes ratsam.

Der Nachwuchs übernimmt das Füttern und trägt zur Einrichtung des Käfigs bei. Wichtig ist, dass diese Handlungen jedoch immer zur Aktivitätszeit des Tieres (am Abend) und nicht während der Schlafenszeiten stattfinden.

Einmal täglich checken Eltern die Chinchillas auf ihre Gesundheit. Vater oder Mutter werfen einen Blick auf:

  • Ohren
  • Augen
  • Nase
  • Barthaare
  • Fell
  • Zähne und Zahnstellung

Zudem gehört es zu ihrer Pflicht, das Verhalten des Chinchilla zu überwachen sowie dessen Ausscheidungen zu begutachten.

Was Eltern wissen müssen: Haltungstipps

  • Paarhaltung: Die Kolonietiere leben auch in Gefangenschaft nicht gerne allein. Optimal ist die Haltung eines kastrierten Männchens und eines Weibchens als Paar. Bei reinen Männergruppen achten Halter auf eine frühe Kastration, um aggressives Verhalten zu vermeiden. Empfehlenswert ist eine gerade Anzahl an Tieren, damit sich kein Chinchilla ausgegrenzt fühlt.
  • Ort: Halter stellen den Käfig nicht in der Nähe anderer Haustiere auf. Größere Vögel sind natürliche Fressfeinde, die die Chinchillas in Angst versetzen. Da die Tiere nachtaktiv sind, sollten Eltern diese nicht in den Schlafräumen unterbringen. Empfehlenswert ist ein ruhiger, warmer Platz (zwischen 15 und 20 Grad Celsius), der geschützt vor Zugluft ist. Wünschenswert ist ein heller Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung.
  • Käfig: Die Wollmäuse benötigen viel Bewegung, daher sollte der Käfig mindestens 2 × 2 × 2 Meter Die im Handel erhältlichen Modelle sind oft zu klein für eine artgerechte Haltung. Daher empfiehlt es sich, das Gehege selbst zu bauen.
  • Käfigausstattung: Das Gehege kleiden Halter mit Mais-, Leinen-, Holz oder Leinenstreu aus. Die Tiere benötigen verschiedene Rückzugsmöglichkeiten in erhöhter Lage. Um die Zähne abzuwetzen, eignen sich Nagemöglichkeiten aus Weichholz oder Äste. Mehrere Sitzbretter auf unterschiedlicher Höhe erleichtern das Springen. Abwechslungsreiche Kletterobjekte, die kreuz und quer durch den Käfig verlaufen, fördern den Muskelaufbau.
  • Sandbad: Zur Fellpflege und zum Stressabbau baden Chinchillas in feinem Chinchilla-Sand. Vogelsand eignet sich nicht, da dieser zu grob ist und dazu führt, dass die dünnen Haarspitzen des Fells abbrechen. Damit das Tier genug Platz hat, empfiehlt sich ein Sandbad, das so groß wie eine Katzentoilette ist.
  • Schlafen: Die Chinchillas schlafen in der Höhe. Dazu bedarf es mehrerer Schlafhöhlen. Pro Tier rechnen Halter mit der doppelten Menge an Nestern, Hütten und Röhren, damit das Haustier ausreichend Gelegenheit hat, sich zurückzuziehen.
  • Fütterung: Chinchillas fressen als Pflanzenfresser viel Heu, das Halter in Heuraufen auf unterschiedlichen Höhen aufbringen oder als zusätzliche Beschäftigung in die Höhlen einfüllen. Ergänzend dazu reichen Familien 10 bis 15 Gramm Chinchilla-Pellets pro Tier. In kleinen Mengen bietet sich das Verfüttern von Kräutern wie Spitzwegerich, Fenchel, Klee, Salbei sowie Brennnessel, Löwenzahn, Kamille und Gänseblümchen an. Verzichten sollten Tierhalter auf zuckerhaltige Leckerlies und süße Nahrung wie Sonnenblumenkerne und Weintrauben. Der Grund: Diese Nahrungsmittel führen zu lebensgefährlichen Verdauungsstörungen. Wichtig ist, dass die Wollmäuse täglich frisches Wasser
  • Knabbereien: Um die Zähne abzuwetzen, empfehlen sich getrocknete Zweige von Birnen- und Apfelbäumen sowie von Haselnuss-, Heidelbeer- oder Johannisbeerbüschen.
  • Eingewöhnung: In den ersten Wochen nach dem Einzug lassen sich die Haustiere kaum blicken. Ratsam ist es, Chinchillas weitgehend in Ruhe zu lassen. Die Tiere kommen von allein heraus und nähern sich den Menschen an.
  • Freigang: Chinchillas benötigen regelmäßig Freilauf, bevorzugt am Abend. Da es ihnen Freude macht, Kabel, Pflanzen, Zeitschriften, Tapeten und Türrahmen anzuknabbern, sichern Eltern vorab die Räume und lassen das Chinchilla nur unter Aufsicht heraus.

Ersteinrichtung (Liste)

Für die Einrichtung des Geheges benötigen Halter:

  • Nagemöglichkeiten wie Äste und Hölzer
  • Kletterobjekte wie bewegliche oder schiefe Bretter
  • Rückzugsorte wie Höhlen und Tunnel in der Höhe
  • Einstreu aus Hanf, Leinen, Mais oder Holz
  • Sitzbretter in unterschiedlichen Höhen
  • Sandbad mit Chinchilla-Sand
  • Siebschaufel, um Kot aus dem Sand herauszulesen
  • Wassernapf aus Ton
  • Spielzeug
  • mehrere Heuraufen auf unterschiedlichen Ebenen
  • Heu, Kräuter und Chinchilla-Pellets zur Fütterung

Wir empfehlen diese Nagervoliere als Chinchilla-Zuhause

Dieser Chinchilla Kleintierkäfig ist eine geräumige Nagervoliere, die ausreichend Platz für Chinchilla bietet. Mit einer Größe von 160 x 80 x 130 cm bietet der Käfig viel Platz für Bewegung und Aktivitäten. Der Käfig besteht aus robustem Metallgitter und Kunststoffboden, was ihn langlebig und leicht zu reinigen macht. Das Chinchilla Zuhause wird mit Zubehör wie Rampen, Leitern und Futternäpfen geliefert.

Quellen und Nützliche links:

  1. www.tierschutz.com/publikationen/heimtiere/infothek/kleintiere/chinchilla.pdf
  2. herz-fuer-tiere.de/haustiere/kleintiere/chinchillas/gesundheitscheck-das-gesunde-chinchilla
  3. www.tierischehelden.de/chinchilla-kaefig/
  4. www.chinchilla-scientia.com/wildchinchillas/arten-und-typen/

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