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Ein typisches Problem im Windelalter ist der wunde Po. Einige Babys haben öfter damit zu kämpfen und es kann zu einer Windeldermatitis kommen, andere haben eine weniger empfindliche Haut. Schuld ist entweder der aggressive Harnstoff im Urin oder ein Pilz, der sich im feuchtwarmen Milieu der Windel besonders wohlfühlt. Sorgfältige Pflege und bei Bedarf ein Medikament gegen den Hautpilz vom Kinderarzt machen den Po Deines Babys bald wieder gesund und weich.

wunder Po beim Baby, Pflege Tipps bei Windeldermatitis
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Erste Hilfe bei einem wunden Po

Viel frische Luft, häufiges Wechseln der Windel und eine Zinkpaste leisten gute Hilfe bei einem wunden Po. Schwarzer Tee kann ebenfalls helfen und falls es sich um eine Pilzerkrankung handelt, verschreibt der Kinderarzt die passende Creme.

Wie entsteht ein wunder Babypo?

Ein geröteter, wunder Po kann verschieden Ursachen haben.

  • Eine Windeldermatitis tritt auf, wenn sich die empfindliche Babyhaut durch den Kontakt mit Harnstoff und Ammoniak aus dem Urin entzündet.
  • Ein Windelsoor ist auf einen Hautpilz zurückzuführen, der sich auf der geschädigten Haut angesiedelt hat. Meist kommt der Pilz aus dem Darm.

Generell ist es ungünstig, die Windel zu selten zu wechseln. Manche Kinder vertragen Wegwerfwindeln besser, bei anderen fühlt sich der Po in Stoffwindeln wohl. Lass Dein Kind beim Wickeln so oft es geht an der Luft strampeln. Das tut der Haut gut und Eurer Beziehung auch.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bei Säuglingen im Alter von neun bis 12 Monaten sind die Windeldermatitis und der Windelsoor sehr häufige Erkrankungen.
  • Eine Unverträglichkeit der Windeln ist nur sehr selten die Ursache für einen wunden Po.
  • Im ersten Lebensjahr entwickelt sich der Säureschutzmantel der Haut noch.
  • Das Zahnen kann an der Entstehung einer Windeldermatitis beteiligt sein.
  • Ein Windelsoor reicht in der Regel bis auf die Oberschenkel.
Pflege bei wunden Po und Windeldermatitis
Pflege bei wunden Po und Windeldermatitis , Tipps vom Kinderarzt, Copyright: Luca Lorenzelli, bigstockphoto

Die Erkrankung beginnt mit roten Flecken auf der Haut im Windelbereich, die rasch größer werden. Es können Juckreiz und Schmerzen auftreten, was Du anhand von Unruhe und vermehrtem Weinen Deines Babys bemerkst. Besonders das Wickeln wird von Protestgeschrei begleitet. Aus der nassen Windel kommt Dir ein intensiver Ammoniakgeruch entgegen. Die geröteten Hautstellen können im Verlauf nässen und blutig sein. Im Zusammenhang mit dem Windelsoor entwickelt Dein Baby Pickel und eitrige Pusteln, die typischerweise bis auf die Oberschenkel reichen und auch die Hautfalten betreffen.

Mit einer Windeldermatitis beim Kinderarzt

Leuchtet Dir zum ersten Mal ein roter Po aus der Windel entgegen? Dann frage lieber frühzeitig Euren Kinderarzt oder Eure Hebamme um Rat. Ohne die richtigen Pflegemaßnahmen kann sich die Haut rasch großflächig entzünden. Um so länger leidet Dein Baby dann an seinem wunden Windelbereich. Für einen Kinderarzt ist eine Windeldermatitis oder ein Windelsoor eine Blickdiagnose. Handelt es sich um einen Pilz, verschreibt der Mediziner dem kleinen Patienten eine antimykotische Creme, die den Parasiten rasch abtötet.

Pflege Tipps

Mit ein paar zusätzlichen pflegenden Maßnahmen heilt die Haut schneller und auch die Windeldermatitis bekommst Du so in den Griff:

  • So viel Luft wie möglich am Po hilft der entzündeten Haut beim Heilen.
  • Wickel Dein Baby jetzt jede ein bis zwei Stunden und sofort, wenn Du Stuhlgang in der Windel bemerkst.
  • Nach dem Waschen heißt es jetzt trocken tupfen statt trocken reiben. Das schont die Haut. Achte besonders darauf, dass die Hautfalten trocken sind.
  • Gerbstoffe in schwarzem Tee oder in speziellen Lotionen aus der Apotheke können entzündungshemmend wirken. Im Badewasser oder direkt auf dem sauberen Po zeigen sie ihr Können.
  • Heilwolle aus der Apotheke hilft nicht nur bei wunden Brustwarzen, sondern auch bei einem wunden Babypo.
  • Zur Hautpflege des Windelbereichs nach dem Wickeln kannst Du Zinkpaste, Panthenolsalbe oder Calendulacreme benutzen.
  • Auch Muttermilch wird nachgesagt, dass sie mit den enthaltenen Abwehrstoffen bei einer Windeldermatitis helfen kann. Lasse sie kurz antrocknen, bevor Du die Windel schließt.
  • Manche Eltern schwören auf den Haarföhn, um die gereizte Haut im Windelbereich schonend zu trocknen. Sei dabei bitte besonders vorsichtig. Gerade Jungs entspannen sich bei dieser Prozedur gerne und können dann mit einem Urinstrahl in das elektrische Gerät treffen. Das ist sehr gefährlich!

Vorbeugen ist wie immer besser als Heilen

Achte gut auf den Windelbereich Deines Babys und nutze schon bei diskreten Rötungen eine Zinksalbe als Barriere zwischen reizenden Stoffen im Urin und der Haut. Windelfreie Zeit kann nie schaden und klares Wasser oder Mandelöl vertragen viele Säuglinge besser als Feuchttücher aus der Drogerie. Hat Dein Kind beim Einführen neuer Nahrungsmittel Probleme mit der Haut, probiere vorsichtig aus, wo das Problem liegt, und warte ein paar Wochen, bis Du es noch einmal probierst.

Quellen:

  • Thomas Baumann, Atlas der Entwicklungsgeschichte: Vorsorgeuntersuchung von U1 bis U10/J1, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2015
  • Voitl, P.: Windeldermatitis: Fakten und Mythen. Monatsschrift Kinderheilkunde 8, 650 (2017).
  • DHV (Herausgeber), Das Neugeborene in der Hebammenpraxis (DHV-Expertinnenwissen), Hippokrates by Thieme, Stuttgart 2004

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