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Verstopfung » Das sagt der Kinderarzt:

Auch Babys haben gelegentlich Probleme mit ihrem Stuhlgang. Allerdings kann eine Vielzahl von Eltern eine Verstopfung beim Baby nicht immer sofort erkennen. Als hilfreiche Sofortmaßnahme hat sich ein warmes Bad des Kindes oder eine leichte Bauchmassage erwiesen. Manche Babys benötigen ein wenig mehr Zeit als andere beim Stuhlgang. Das Phänomen einer Verstopfung beim Baby tritt für gewöhnlich dann auf, wenn dem Säugling Breikost gegeben wird. Von einer echten Obstipation ist jedoch erst dann die Rede, wenn das Baby zwei Wochen lang keinen Stuhlgang zeigt.

Verstopfung beim Baby
Schmerzen augrund von Verstopfung beim Baby Urheber: grinvalds / 123RF.com

 

5 Fakten, wie Du Verstopfung bei Kleinkindern lösen kannst

  1. Die Verdauung verläuft bei jedem Kind in einem anderen Rhythmus.
  2. Schmerzen beim Stuhlgang und ein harter Stuhl sprechen für eine Verstopfung.
  3. Ständiger Durchfall in geringen Mengen und Kotschmieren können Symptome einer chronischen Verstopfung sein.
  4. Reichlich Flüssigkeit und Bewegung kann Dein Kind vor einer Verstopfung bewahren.
  5. Mit Polyethylenglykol kannst Du akute und chronische Verstopfung beim Kind lösen, ohne Angst vor Nebenwirkungen haben zu müssen.
Verstopfung beim Baby
Verstopfung bei Kindern lösen, Copyright: yaoinlove bigstockphoto

Verstopfung beim Baby erkennen

Innerhalb der ersten sechs Wochen sollte Ihr Baby, sofern Sie es stillen, einige Male pro Tag Stuhlgang haben. Sollte es anschließend für wenige Tage keinen Stuhlgang mehr haben, müssen Sie sich jedoch keine Sorgen machen. Dies gilt solange, wie Ihr Baby zwischen sechs bis acht Mal je Tag in die Windel uriniert und ansonsten ebenfalls recht fit ist.

Beschwerden

  • Der Stuhl ist trocken und sehr hart.
  • Dein Kind drückt wie ein Weltmeister beim Stuhlgang.
  • Es hat Bauchschmerzen
  • Du findest Einrisse der Haut um den After herum.
  • Auf dem Stuhl befinden sich Spuren von hellrotem Blut.

Dass Ihr Säugling Bauchweh hat, können Sie an dem gehäuften Anziehen der Beinchen zum Bauch und einem ärgerlichen Weinen feststellen. Hinzu gesellt sich ein harter, trockener Windelinhalt mit einem fauligen Geruch.

Jedoch treten nicht alle Arten von Verstopfungen nur durch einen verhärteten Stuhl in Erscheinung. Es kann sich hierbei auch um Durchfälle handeln, die schleimig-flüssig erscheinen. Ferner zeugt Blut im Stuhl nicht selten für eine Verstopfung beim Baby. Verstopfungen treten zudem begleitet von übel riechenden Blähungen in Erscheinung. Nach kurzer Zeit kann sich zusätzlich ein abnehmender Appetit Ihres Babys dazu gesellen.

Der Baby Stuhlgang ist eine individuelle Angelegenheit

Jedes Kind ist anders und produziert in seinem ganz individuellen Rhythmus Stuhlgang. Säuglinge die voll gestillt werden, haben entweder mehrere volle Windeln täglich, oder sie lassen sich bis zu zwei Wochen Zeit mit der nächsten Portion.

Erst wenn Du siehst, dass sich Dein Baby beim Absetzen von hartem Stuhl quält und Schmerzen hat, ist der Verdacht auf eine Verstopfung gerechtfertigt. Ist die Verstopfung tatsächlich eingetreten, hast Du viele Möglichkeiten aus der Naturheilkunde und der Schulmedizin, um Deinem Kind zu helfen.

Wenn der Stuhlgang auf sich warten lässt

Aussehen und Zusammensetzung des Stuhlgangs ändern sich mit dem Lebensalter und der Ernährung. Säuglinge die ausschließlich gestillt werden, haben meist einen dünnen Stuhl, der gelb gefärbt ist und kleine Körner enthalten kann. Die Stuhlfrequenz kann von mehrmals täglich bis zu einem Stuhlgang in zwei Wochen variieren.

Trinkt Dein Kind Ersatznahrung aus dem Fläschchen oder isst bereits Brei, hat es eher einen festen, geformten Stuhl. Der typische Zeitpunkt für eine erste Verstopfung ist der Übergang von Muttermilch zu Brei. Der empfindliche Darm muss sich erst an eine neue Form der Ernährung gewöhnen.

Besonders Karotten sind hier gefürchtet. Mische sie einfach mit Zucchini oder Pastinake. Ungefähr zwei Jahre später übt Dein Kind, auf die Toilette zu gehen und hält dabei den Stuhl vielleicht zu lange ein. Es kann wieder eine Episode mit Verstopfung auftreten. Selten steckt eine chronische Darmerkrankung hinter dem Symptom.

Ursachen für Verstopfungen beim Baby

Als mögliche Ursachen für eine Verstopfung beim Baby kann das Nichtstillen des Säuglings verantwortlich sein. Muttermilch kann vom Säugling leichter verdaut werden als Folge- und Premilch. Aus diesem Grunde ist es von maßgeblicher Bedeutung, dass Sie sich stets genauestens an die Anweisung auf den Packungen der Säuglingsnahrung halten. Rühren Sie dieses möglichst mit kalkarmem Wasser an. Kalk verleiht dem Stuhl im Darm die Trockenheit und lässt diesen schnell fest werden.

Sowie Sie damit beginnen, Ihrem Kind die erste Beikost zu verabreichen, besteht ebenfalls die Möglichkeit, dass eine Verstopfung auftritt. Hält eine Verstopfung beim Baby länger an und tritt diese gehäuft auf, so kann dies auch auf eine Unverträglichkeit bestimmter Nahrungsmittel oder Flaschennahrung hinweisen. Darüber hinaus tritt das Phänomen einer Verstopfung nicht selten auch als Reaktion auf das Weglassen der Windeln auf. Ferner können mögliche Umzüge, Reisen, aber auch Probleme innerhalb der Familie dazu führen, dass die Verdauung Ihres Kindes nicht mehr richtig funktioniert. Eher selten treten spezielle Erkrankungen im Säuglingsalter, wie beispielsweise

  • Diabetes mellitus
  • Fehlbildungen
  • Unterfunktion im Bereich der Schilddrüse

auf, die für eine chronische verlaufende Verstopfung beim Baby verantwortlich zeichnen.

Diagnose einer Verstopfung

Bemerken Sie bei Ihrem Kind ein längeres Anhalten oder ständiges Auftreten der Verstopfung, suchen Sie bitte einen Kinderarzt auf. Dieser kann den Ursachen für die Probleme, die Ihr Baby mit der Verdauung hat, auf den Grund gehen. Hierfür wird der Kinderarzt vorsichtig das Bäuchlein des Kindes abtasten und eine rektale Untersuchung vornehmen.

Sofern sich trotz vorliegender Verstopfung im letzten Darmabschnitt kein Stuhl befindet, liegt der Verdacht auf Morbus Hirschsprung nahe. Dabei handelt es sich um eine Verstopfung beim Baby im Bereich des Dickdarms. Für deren Diagnostik muss der Arzt eine Druckmessung am After und Mastdarm vornehmen.

Um ein abschließendes Resultat zur Stellung der Diagnose zu erzielen, wird eine Biopsie – sprich: Entnahme von Gewebe – der Darmschleimhaut vorgenommen.

Bei einer frühzeitigen Erkennung und Behandlung einer Verstopfung beim Baby geht diese in den meisten Fällen bereits nach wenigen Tagen wieder zurück. Tritt diese allerdings chronisch auf, müssen Sie sich auf negative Folgeerscheinungen einstellen.

Durch die stetige Obstipation kommt es zu einer Weitung des Mastdarms, was eine neuerliche Verstopfung zur Folge hat. Daraus können Gewichtsverluste, Einrisse der Darmschleimhaut und schmieriger Stuhl resultieren. Unter Umständen treten auch Probleme psychischer Natur und Störungen des Wachstums auf.

Natürliche Behandlung der Verstopfung beim Baby

Stillen Sie Ihr Baby und ist es im Allgemeinen gesund, dann ist keine weitere Therapie erforderlich. In einem Großteil der Fälle handelt es sich um eine Scheinverstopfung, die nach kurzer Zeit wieder abklingt. Wenn Ihr Baby allerdings unter Schmerzen leidet, macht sich eine medizinische Betreuung erforderlich. In der Regel verabreicht der Kinderarzt dann Glycerin Zäpfchen oder auch ein mildes Abführmittel. Geben Sie Ihrem Kind Ersatznahrung für Milch, sollten Sie einen Wechsel der Nahrungsmarke in Erwägung ziehen.

Sofern Sie Ihrem Säugling Beikostnahrung verabreichen, legen Sie auf eine ballaststoffreiche Kost Wert. Die kindliche Verdauung erfährt durch den Verzehr von Gemüse und Obst eine positive Unterstützung. Nicht vergessen dürfen Sie die Gabe von reichlich Flüssigkeit. Geeignet sind hierfür am besten Wasser oder ungesüßter Tee.

Liegt die Vermutung einer Unverträglichkeit nahe, können Sie Ihrem Baby bei Verstopfung einen Teelöffel Keimöl unter den Babybrei rühren. Dieses hilft den Stuhl weicher werden zu lassen. Auch die Gabe von geriebenen oder pürierten Birnen, Erdbeeren, Äpfeln, Zwetschgen oder Trauben im Babybrei tragen maßgeblich zur Anregung der kindlichen Verdauung bei.

Auch hier sollten Sie als Eltern stets darauf bedacht sein, dass Ihr Baby ausreichend während der Einnahme der Mahlzeiten trinkt. Auf stopfende Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Schokolade, Banane, gesüßte Getränke, Reis und Produkte aus Weißmehl ist zu verzichten.

Verstopfung – Zeit für den Kinderarzt

Bitte geh bei den genannten Symptomen mit Deinem Kind zum Kinderarzt. Er wird abklären, ob es sich um eine harmlose akute Episode der Verstopfung handelt oder ob es Anzeichen für ein längerfristiges Problem gibt.

Meist ist nur die Ernährung, zu wenig zu trinken, zu wenig Bewegung oder eine aufregende Veränderung in Eurem Leben der Übeltäter. Mit alten Hausmitteln oder modernen, gut verträglichen Medikamenten kannst Du eine Verstopfung bei Kleinkindern lösen. So habt Ihr die Verdauung Deiner Tochter oder Deines Sohnes schnell wieder im Griff.

Die guten alten Hausmittel bei Verstopfung

Schon ein lauwarmes Glas Wasser oder Apfelsaft auf leeren Magen am Morgen kann eine Verstopfung bei Kleinkindern lösen. Nutze danach die Zeit beim Wickeln für eine Bauchmassage.

Träufel Dir warmes Kümmelöl auf die Fingerspitzen und streiche den kleinen Bauch von rechts unten (rechts beim Kind) um den Nabel herum nach links unten aus. So verfolgst Du den natürlichen Weg, den der Dickdarm nimmt und animierst ihn zur Arbeit.

Wenn der Stuhl am Ende feststeckt

Hat Dein Kind ein Problem, den Stuhl nach draußen zu bringen, obwohl Du ihn am Darmausgang schon sehen kannst, hilft vielleicht die Massage des Anus. Benetze Deine sauberen Fingerspitzen mit Babyöl und drücke vorsichtig auf den Schließmuskel rund um den Darmausgang. Wenn Du Glück hast, stimulierst Du den Reflex zur Darmentleerung.

Medikamente aus der Schulmedizin können Verstopfung bei Kleinkindern lösen

Euer Kinderarzt kennt sich mit Verstopfung aus, denn die kommt bei Kindern häufig vor. Bei Bedarf kann er Dein Kind mit einem Einlauf von seiner Verstopfung befreien. Meist ziehen es Ärzte heute aber vor, das Verdauungsproblem von oben zu lösen. Wer eine Verstopfung bei Kleinkindern lösen möchte, fährt mit Macrogol oder Polyethylenglykol (PEG) sehr gut.

Das Abführmittel wirkt rein physikalisch, indem es Wasser in den Darm des kleinen Patienten zieht und den harten Stuhl aufweicht. Es wird nicht in das Blut aufgenommen und hat keine unerwünschten Nebenwirkungen. Dein Kind kann das Pulver einnehmen, bis sich seine Verdauung wieder normalisiert hat.

Zäpfchen für schnelle Hilfe

Geht es nur darum, einmalig eine Verstopfung bei Kleinkindern zu lösen, verschreibt der Kinderarzt Glycerin-Zäpfchen oder ein Miniklistier. Beide führst Du in den Po Deines Kindes ein. Sie entfalten ihre Wirksamkeit direkt vor Ort und oft folgt eine prompte Entleerung von Stuhl. Auf die Dauer ist eine Manipulation am Darmausgang aber nicht sinnvoll. Sie greift zu stark in den Körper ein und kann Dein Kind irritieren, bis hin zur Angst vor dem Stuhlgang.

Süßer Trick

Auch Trockenpflaumen können Verstopfung bei Kleinkindern lösen. Probiere es aus und biete Deinem Kind das süße Obst anstelle von Gummibärchen an. Oft klappt der Trick. Süßigkeiten, besonders Schokolade, können erheblich zu einer Verstopfung beitragen. Achte auch jeden Tag auf eine gute Trinkmenge. Kleinkinder brauchen ungefähr 120 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht.

Kurze Zusammenfassung

Eine Verstopfung beim Baby ist für Eltern nicht immer leicht zu erkennen. Am deutlichsten macht sich diese durch ständiges Weinen des Säuglings und dem Anziehen der Beinchen und wieder Ausstrecken derselben bemerkbar. Sie können Ihrem Baby selbst helfen, indem Sie das Bäuchlein sanft massieren oder ihm ein warmes Bad gönnen. Sollten sich durch Ihre Selbsthilfemaßnahmen die Symptome nicht bessern, suchen Sie baldmöglichst einen Kinderarzt auf, der die Diagnose stellen und geeignete Maßnahmen einleiten kann.

Quellen

  • Dr. Peter Voitl, Kinderarzt, Wien mehr lesen↑
  • Hebammenkunde: Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf / Autoren: Stiefel, A., Geist, C., Harder, U.: . Hippokrates, Stuttgart 2012
  • Christian Speer, Manfred Gahr, Pädiatrie, Springer Medizin Verlag Heidelberg, 2005
  • Schönau et.al., Pädiatrie integrativ, Konventionelle und komplementäre Therapie, Urban & Fischer, München 2005

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