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Wir fragen die Kinderärztin was ihr zum ersten Spaziergang beachten müsst:

Euer Baby ist endlich da. Der Umzug von der Klinik nach Hause verlief reibungslos und Ihr seid dabei, eine neue Routine für Eure Familie zu entwickeln. Nach dem warmen Bauch der Mama erscheint die Welt draußen ziemlich kühl. Kaum hast Du den Dreh raus, wie Du Dein Baby im Haus am besten anziehst, kommt die Frage nach dem ersten Spaziergang auf. Darf man ein Neugeborenes schon auf eine längere Tour mitnehmen? Was ist mit einem Winterbaby oder mit extremen Temperaturen im Hochsommer? Unser Ratgeber versorgt Dich mit ein paar praktischen Tipps.

Spazieren mit dem Baby
Papa mit dem Neugeborenen unterwegs.. Copyright: LightField Studios, bigstockphoto.com

Wann darf ich mit meinem neugeborenen Baby raus?

Bei mildem Wetter und angemessener Kleidung spricht auch in den ersten vier Lebenswochen nichts gegen einen Spaziergang mit dem Baby. Achte auf Schutz vor Sonne und Kälte und meide große Menschenmengen, um Dein Baby von ansteckenden Keimen fernzuhalten.

Mit dem Baby raus – das sagt die Kinderärztin:

  1. Spätestens eine Woche nach der Geburt kann es losgehen mit den kleinen Ausflügen im Kinderwagen.
  2. Frühgeborene oder untergewichtige Neugeborene haben häufig noch Probleme, ihre Körpertemperatur zu regeln.
  3. Bei Minustemperaturen solltest Du langsam mit Spaziergängen über eine Viertelstunde anfangen. Ist es unter – 10 Grad Celsius kalt, bleibe bitte zu Hause.
  4. Bei Temperaturen um die 30 Grad meide bitte die Mittagshitze mit Deinem Neugeborenen.
  5. Die Körpertemperatur Deines Babys kontrollierst Du am besten im Nacken und am Kopf.

Mit dem Baby im Sommer unterwegs

Ein Neugeborenes ziehst Du am besten nach dem System der Zwiebelschalen an. Eine Schicht über die andere und immer eine mehr, als Du selbst trägst. So kannst Du rasch auf Temperaturschwankungen reagieren. Im Sommer ist der Sonnenschutz draußen besonders wichtig. Für den Kinderwagen gibt es neben Verdeck und Sonnenschirm auch praktische Sonnensegel, die Du längs über den ganzen Wagen ziehen und am Griff befestigen kannst. Für die nackten Füßchen eignet sich eine dünne Mullwindel. Nimmst Du Dein Neugeborenes aus dem Wagen, kannst Du ihm einen breitkrempigen Sonnenhut aus Baumwolle mit einem langen Nackenschutz aufsetzen. Sonnencreme eignet sich erst für ältere Säuglinge. Bei großer Hitze geht Ihr am besten morgens oder am späten Nachmittag nach draußen und bleibt viel im Schatten.

Dein Winterbaby an der frischen Luft

Im Winter ist der Temperaturunterschied zwischen der durchgängig 37 Grad warmen Gebärmutter und der neuen Außenwelt besonders extrem. Fange in diesem Fall langsam mit dem Spazierengehen an. Für die ersten Wochen ist ein kuscheliger Fußsack sehr praktisch.

Du kannst ihn sowohl im Autositz als auch im Kinderwagen benutzen. Dein Neugeborenes braucht nur eine wattierte Jacke über seinen normalen Anziehsachen und eine warme Mütze. Dann packst Du das ganze Baby in den Fußsack und ziehst den Reißverschluss bis zum Hals zu. Fertig.

Sogar die Händchen können sich bewegen, aber nicht kalt werden. Ein Neugeborenes in einen engen Schneeanzug zu stopfen kann im Vergleich dazu eine sehr schweißtreibende Angelegenheit mit Tränen bei Deinem Baby sein. Gehst Du beim Spaziergang kurz in einen Laden, öffnest Du einfach den Reißverschluss des Fußsacks und Deinem Kind wird es nicht zu heiß. Du musst es dazu nicht einmal aufwecken, wenn es gerade friedlich schläft. Ist der Winter extrem kalt, kannst Du noch ein Lammfell unten in den Kinderwagen legen. Für das empfindliche Gesicht findest Du eine schützende Wind-und-Wetter-Creme in der Drogerie.

Wie lange das Baby an die frische Luft darf

Jedes Kind ist anders. Manche lieben Spaziergänge und andere mögen es in den ersten Lebenswochen lieber ruhig zu Hause. Das musst Du ganz einfach ausprobieren. Generell fängst Du am besten langsam an.

Eine kurze Runde um den Block über 15 Minuten reicht in der ersten Zeit. Ein sattes, frisch gewickeltes Baby schläft dabei wahrscheinlich einfach ein. Weite Euren Radius langsam aus, so wie Du Dich dabei wohlfühlst. Nach vier Wochen ist ein Spaziergang von einer Stunde in der Regel kein Problem mehr. Mit etwas Übung kannst Du auch unterwegs Stillen, das Fläschchen geben und Dein Baby wickeln.

Keine Sorge, das kommt alles mit der Zeit. Wann darf ich mit meinem neugeborenen Baby raus spazierengehen, wenn es regnet, fragst Du Dich vielleicht. Mit Regenschutz und warmer Kleidung stört den Säugling der Regen nicht. Achte aber gut darauf, dass Dein Baby nicht nass wird. Es kühlt sonst viel schneller aus als ein älteres Kind oder ein Erwachsener.

Quellenangaben:

  • Remo H. Largo, Babyjahre: Die frühkindliche Entwicklung aus biologischer Sicht, Piper Verlag, München 2007
  • Daniela Langanki; Babypflege: alles, was Eltern wissen müssen; Urban&Fischer Verlag, München 2007
  • Schönau et al., Pädiatrie integrativ, Konventionelle und komplementäre Therapie, Urban & Fischer, München 2005

 

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