Das Leben, in welches dein Kind hineingeboren wird, ist voller Herausforderungen. Es wird viele tolle Dinge und Erfahrungen bereithalten, aber auch Schwierigkeiten mit sich bringen. Gerade in heutigen Zeiten, wo die Gesellschaft immer leistungsorientierter wird, ist mentale Stärke fundamental.

Mentale Stärke (engl. mental toughness) heißt bewußte Individualität und persönliche Überzeugung um neue Aufgaben selbstbewusst angehen, Probleme schnell verstehen und lösen und sich selber reflektieren zu können. Die Weichen dafür können bereits in der Kindheit gestellt werden, indem Erwachsene die mentale Stärke bei Kindern stärken und fördern.

Mentale Stärke

Was bringt uns die mentale Stärke

  1. Mentale Stärke ermöglicht es einem Menschen, seine Fähigkeiten zum richtigen Zeitpunkt abzurufen.
  2. Ein wichtiger Punkt auf dem Weg zu mentaler Stärke ist Selbstverständnis und das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit.
  3. Mental starke Menschen sind nicht nur in der Lage ihre Ressourcen voll zu nutzen, sie können diese auch stetig weiterentwickeln.
  4. Da Sportler in kurzen Zeiträumen das höchste Maß ihrer Leistung abrufen müssen, spielt das Training der mentalen Fähigkeiten im Sport eine besonders große Rolle.
  5. Die mentale Stärke bei Kindern zu stärken, hilft ihnen dabei, ihre Ressourcen selbstbestimmt und besser nutzen zu können.

Was ist mentale Stärke?

Die mentale Stärke beinhaltet Denkprozesse, innere Einstellungen und Haltungen, die einen Menschen dazu befähigen zielorientierter und selbstwirksamer zu denken und handeln. Das führt dazu, dass mental starke Personen

1. sich mehreren und größeren Herausforderungen stellen,
2. besser mit Rückschlägen und Misserfolgen umgehen können,
3. motivierter und ausdauernder an einer Aufgabe dranbleiben,
4. sich nicht so schnell ablenken lassen beziehungsweise fokussierter arbeiten und
5. sie sich auf dem Weg der Zielerreichung mehr anstrengen.

Mentale Stärke
Mentale Stärke durch Bewußstsein

So können Aufgaben nicht nur effizienter und schneller umgesetzt werden, es herrscht auch ein großes Maß an Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Das führt dazu, dass sie sich auch schwierigen Situationen nicht hilflos ausgeliefert sehen. Sie halten Herausforderungen aufgrund ihrer Fähigkeiten bis zu einem gewissen Maß für kontrollierbar.

Dadurch können sich Menschen mit mentaler Stärke höhere Ziele setzen und auch besser mit Stress umgehen. Personen, die nicht in ihre eigenen Fähigkeiten vertrauen, haben hingegen meist Angst vor neuen Aufgaben, weil sie befürchten diesen nicht gewachsen zu sein.

  Mentale Stärke bezieht sich in erster Linie auf Leistung und Leistungssteigerung. Um psychisches Wohlbefinden geht es dabei weniger, wobei dieses natürlich aus mentaler Stärke resultieren kann.

Mentale Stärke lässt sich antrainieren, auch schon bei Kindern

Vor allem aus dem Leistungssportkontext ist das Training mentaler Stärke bekannt. Um optimale Ergebnisse zu erzielen und die volle Leistung abrufen zu können, werden die Sportler vor einem wichtigen Wettkampf oder Spiel mental gestärkt.

Das mentale Briefing läuft unter dem Gesichtspunkt ab, dass die Sportler motiviert werden, ihre Fähigkeiten auf ein Maximum aufzubauen. Der nächste wichtige Schritt ist, dass sie lernen fokussiert zu bleiben, auch wenn es zwischendurch zu Misserfolgen und Rückschritten kommt.

Indem sie sich immer wieder neue herausfordernde Ziele setzten, rufen sie permanent ihre Fähigkeiten ab und weiten diese aus. Dieses Trainingsprinzip lässt sich auch auf jede andere Situation übertragen, in der es darum geht, seine Leistung abzurufen und zu steigern.

Wie können Erwachsene mentale Stärke bei Kindern stärken?

Schon in der Kindheit kann und sollte mentale Stärke bewusst trainiert werden. Damit ebnen Eltern ihren Kindern den Weg in eine selbstbewusste Zukunft, in der sie auf sich und ihre Fähigkeiten vertrauen können. Leistungsdruck, Stress und überfordernde Aufgaben kannst du deinem Kind nicht ersparen.

Du kannst es aber bestmöglich auf diese Situationen vorbereiten. Im folgenden Teil sind vier Strategien dargestellt, mit denen du die Entwicklung der mentalen Stärke deines Kindes fördern kannst.

1. Das Kind aus seinen Fehlern lernen lassen

Es liegt in der Natur der Eltern, dass sie ihr Kind vor Fehlern und schlechten Erfahrungen bewahren möchten. Dieser Schutzmechanismus ist bis zu einem gewissen Punkt auch berechtigt, denn Kinder sollten weitestgehend unbeschwert aufwachsen. Das ist für eine gesunde Entwicklung wichtig.

Vieles, was ohne den Schutz der Eltern auf sie einwirken würde, könnten sie noch gar nicht verarbeiten. Dennoch solltest du dein Kind nicht in Watte packen, um es vor jeden möglichen Fehler zu bewahren. Manche Dinge lernen wir am effektivsten, indem wir scheitern. Wärst du als Kind nicht auch mal gestolpert, hättest du nie gelernt, das Hinfallen wehtut.

Etwas falsch zu machen, gibt uns erst die Möglichkeit etwas richtig machen zu können, und so entsteht Selbstvertrauen. Erlaube deinem Kind seine eigenen Fehler zu machen und daraus zu lernen. Du kannst trotzdem da sein und es danach emotional auffangen. Lass dein Kind wissen, dass es gut ist, so wie es ist, auch wenn es einen Fehler macht.

2. Das Kind als verantwortliches Wesen sehen

Natürlich tragen die Eltern die Verantwortung für ihre Kinder, diese dürfen sie nicht einfach abgeben. Dennoch kannst du deinem Kind das Gefühl geben, ein Mensch mit Verantwortung zu sein.

Das ist ein enorm wichtiger Schritt, um die mentale Stärke bei Kindern zu stärken. Übertrage ihm, seinem Alter entsprechend, Aufgaben, die es ohne Ausreden zu erfüllen hat. Um ihm seine Verantwortlichkeit zu demonstrieren, reichen bereits kleinere Aufgaben aus. Wenn diese nicht erfüllt werden, solltest du nicht mit Strafen oder dem erhoben Zeigefinger kommen, sondern deinem Kind die Möglichkeit geben, sich zu erklären.

So schulst du seine selbstreflektierenden Fähigkeiten und hilfst ihm dabei zu verstehen, dass es wichtig ist, seiner Verantwortung nachzukommen. Frage dein Kind auch nach den Konsequenzen seines Handelns. Dadurch verdeutlichst du ihm, wie wichtig Zuverlässigkeit ist. Das kann ihm später dabei helfen, seine Aufgaben gewissenhaft und zielorientiert anzugehen.

3. Lass dein Kind seine Probleme auch mal selbst lösen

Es ist wichtig, dass man als Eltern nicht immer gleich bei dem ersten Anflug von Schwierigkeiten eingreift. Natürlich ist es verlockend, dem Kind zu helfen und ihm alle Schwierigkeiten abzunehmen. Schließlich sieht man Kinder vor allem gerne lachen und nicht mit Problemen kämpfen.

Doch damit trägst du kaum dazu bei, dass dein Kind lernt, problemlösungsorientiert zu denken und zu handeln. Gib ihm ruhig die Möglichkeit, mit seinem Problem alleine fertig zu werden. Das heißt nicht, dass du später immer noch helfen kannst. Ist es zum Beispiel gelangweilt, weil es gerade nichts mit sich anzufangen weiß, dann schreite nicht sofort ein. Lass es selbst auf eine Idee kommen, mit was es sich beschäftigen könnte. Mentale Stärke baut sich vor allem dann auf, wenn das Kind eigene Erfolge verzeichnen kann.

Nimmst du ihm jegliche Unannehmlichkeiten ab, verbaust du ihm damit die Option, etwas aus den eigenen Fähigkeiten heraus zu schaffen. Nur wer immer wieder die Erfahrung macht, auf seine Ressourcen vertrauen zu können, kann sich ohne Probleme neuen Herausforderungen stellen.

4. Das Kind dabei unterstützen, sich seinen Ängsten zu stellen

Angst führt häufig zu Vermeidungsverhalten, was inkludiert, dass wir uns gewissen Herausforderungen nicht stellen. Damit verpassen wir nicht nur viele tolle Chancen, wir lernen auch, dass wir uns und unseren Fähigkeiten nicht vertrauen können. Auch dein Kind wird seine Ängste haben, die es von allein nicht unbedingt besiegen möchte.

Zu verstehen, dass man sich seinen Ängsten stellen muss, dafür fehlt ihnen noch die nötige Reife. Du kannst als Elternteil aber bewusst dagegen steuern, dass sich die Angst manifestiert, und zwar in dem du dein Kind dabei hilfst, Selbstvertrauen aufzubauen. Ermutige es, sich auch in Angst besetzte (natürlich nur ungefährliche) Situationen zu begeben. Macht es ein paarmal die Erfahrung, wie es ist über sich hinauszuwachsen, ist das Eis bereits gebrochen.

Der Stolz und die Zufriedenheit, die es dabei spürt, helfen ihm dann bei der nächsten Herausforderung.

Quellen:

  • Baisch-Zimmer, Saskia & Petrig, Gabriele A.: Kinder-Mentaltraining. Kinder für das Leben stärken. Beltz: Weinheim-Basel, 2011.
  • Berk, E. Laura: Entwicklungspsychologie. Auflage 5. Pearson Studium, 2011.
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