Was tun, wenn das Kind gelben Schleim erbricht?

Sarah ist es seit gestern Nacht speiübel. Unser Kind erbricht gelben Schleim. Aß sie etwas Falsches? Betrifft sie eine Magen-Darm-Grippe oder eine andere Krankheit? Ich hocke beruhigend neben ihr, halte ihr die Stirn beim wiederholten Würgen und streichle ihren Rücken. Mittlerweile sind wir beide aufgelöst. Sarah löffelt den Pfefferminztee, und es geht wieder los. Was kann es sein? Was bedeutet es, wenn ein Kind gelben Schleim erbricht? Ist das Galle oder ist sie krank? Eigentlich war sie bisher topfit.

Kind nach dem Erbrechen
Erschöpft und Krank © zinkevych – Fotolia.com

Erbrechen bei Kindern untersuchen lassen

Die Ursachen sind oft harmlos, schreibt Dr. Ulrich Fegeler in seinem Artikel „Erbrechen“ auf der Webseite Kinder- & Jugendärzte im Netz: Ein zu kaltes Getränk, zu viel durcheinandergegessen oder schlechte Lebensmittel sind die Übeltäter.

Beim Erbrechen entleert das Kind den Mageninhalt durch Ausspucken. Verschiedenen Erkrankungen, wie eine des Magens oder des Gehirns, lösen das Symptom aus. Kommen Husten, Schnupfen und Fieber dazu ist es eine Infektionskrankheit. Bei einer Magen-Darm-Infektion hat das Kind zusätzlich Fieber und Durchfall. Bei starken Unterbauchschmerzen ist der Blinddarm Auslöser. Kopfschmerzen sind ein Zeichen für Migräne oder einen Sonnenstich. Eine Vergiftung verursacht Erbrechen. Der Gang zum Arzt ist unausweichlich, damit es dem jungen Patienten bald besser geht.

Normales Erbrochenes ist klar, gelb oder braun gefärbt. Galliges Erbrechen hat einen eher grünlichen oder gelblichen Ton. Erbricht Dein Kind gelben Schleim ist das zu unterscheiden. Das Erbrechen ist eine Art Reinigung des Körpers, die dieser vornimmt, wenn er mit schädlichen Substanzen oder Erregern in Berührung kommt. Darum unterdrückt der Arzt es nicht durch Medikamente, es sei denn, es droht eine Austrocknung des Körpers.

 

Wie funktioniert das Erbrechen?

Das Brechzentrum im Gehirn steuert das Speien. Durch Kontraktionen des Zwerchfells, des Magens und der Bauchwand erfolgt die Entleerung. Wiederholtes Hochkommen des Magen-Inhaltes verursacht Probleme. Die Folge: Der Körper verliert Wasser, Säure und Salze. Es kommt zu einer Unterversorgung an Energie. Je jünger das Kind ist, umso gefährlicher ist das Erbrechen.

 

Welche Formen des Erbrechens unterscheidet der Facharzt?

Wie das Kind erbricht, gibt Rückschlüsse auf die Ursache. Dr. med. Carolina Toepfer, Fachärztin für Kinderheilkunde, unterscheidet in dem Artikel „Erbrechen bei Kindern“ (quelle www.netdoktor.de/Gesund-Leben/Baby+Kind/Ratgeber/Erbrechen-bei-Kindern-654.html) die verschiedenen Arten:

  • Erbricht das Kind etwa eine halbe bis ganze Stunde nach der Mahlzeit lediglich eine kleine Menge, spricht der Mediziner von Speien oder Spucken. Bei gesunden Kindern stellt diese Form keine Gefahr dar.
  • Würgt das Kind kraftlos Nahrung heraus oder lässt es herauslaufen nennt der Mediziner das „atonisches Erbrechen“. Es weist auf eine Erkrankung der Speiseröhre hin.
  • Die häufigste Form ist das Erbrechen im Schwall. Das Kind erbricht mit hohem Druck und in großen Mengen. Brechdurchfall ist ein Beispiel.
  • Das Erbrechen im Strahl erfolgt in hohem Bogen circa eine Stunde nach dem Essen.

 

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Achte auf die Symptome bei Deinem Kind

Aussehen und Geruch geben Rückschlüsse auf die Ursache:

  • Sauer riechendes Erbrochenes kommt aus dem Magen. Riecht es neutral, kam es nicht mit Magensäure in Berührung.
  • Ist das Erbrochene gelbgrünlich, erbrach der kleine Patient Galle. Ein Kind, das gelben Schleim erbricht, erbrach bereits so häufig, dass Galle mit hochkommt.
  • Grünbraune Galle stammt aus dem Zwölffingerdarm und weist auf eine Dünndarm-Verengung
  • Enthält das Ausgespiene Schleim, liegt die Ursache entweder in einer Bronchitis oder einer Magen-Schleimhaut-Entzündung.
  • Ein Darmverschluss oder eine Darmverengung liegen vor, wenn das Sekret faul stinkt oder Kot enthält.
  • Kinder, die Spülmittel tranken, bringen Schäumendes mit Luftblasen hervor.
  • Eine Blutung oberhalb des Magens ist gekennzeichnet durch den Zusatz hellroten Blutes im Erbrochenen. Braunschwarzes Blut bildet sich, sofern es die Magensäure zersetzt.

 

Wie hilfst Du Deinem Kind?

Beruhigung ist wichtig. Stütze das Kind am Kopf beim Erbrechen. Streichle den Rücken des kleinen Patienten. Tee und Wasser füllen die lebensnotwendigen Flüssigkeits-Reserven auf. Reisschleim-Elektrolyt-Lösungen aus der Apotheke ersetzen verloren gegangene Salze. Tee aus Pfefferminze, Kamille oder Gänsefingerkraut beruhigt den Magen. Trocknet der kindliche Körper stark aus, ist das gefährlich. Gib Deinem Kind zunächst nur Salzstangen, Zwieback, geriebene Äpfel und zerdrückte Bananen zu essen. Ein kühler Waschlappen auf der Stirn nimmt das Schwindelgefühl und die Übelkeit. Frische Luft hilft. Mund-Spülungen nehmen den unangenehmen Geschmack.

 

Erbrechen – Die Behandlung vom Arzt

Der Kinderarzt stellt die Ursache des Erbrechens fest. Er leitet Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden ein. Neben den oben Beschriebenen verschreibt er Zäpfchen bei harmlosen Erkrankungen. Bei starken Entleerungen des Magens gibt er eine Infusion, um den Flüssigkeits- und Elektrolyt-Verlust einzudämmen. Sie reicht oft aus, um das Erbrechen zu stoppen. Der Arzt verschreibt gegebenenfalls ein Medikament. Hält das Erbrechen länger als sechs Stunden an, gehst Du mit Deinem Kind sofort zum Pädiater. Fieber, Durchfall und Bauchschmerzen sind alarmierend.

 

 

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