Vitamin K und Vitamin D trotz Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung?

Die lange Zeit des Wartens ist vorbei und Du hältst endlich Dein neugeborenes Baby im Arm. Herzlichen Glückwunsch! Vieles in Deinem Leben wird sich jetzt verändern.

Sicherlich hast Du Dir schon Gedanken gemacht, was Dein Kind alles braucht. Und egal ob Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung aus dem Fläschchen,

Dein Neugeborenes wird gut versorgt sein und schon bald wachsen und gedeihen. Aber welche Vitamine braucht ein Baby zusätzlich? Kinderärzte geben hier eindeutige Empfehlungen.
Baby Vitamine K und D
Gesundheit mit zusätzlichen Vitaminen stärken Copyright: mschalke bigstockphoto

Es geht um Vitamin K, Vitamin D und Fluorid

Vitamin D ist wichtig für die Knochenbildung und Vitamin K spielt eine unersetzliche Rolle in der Blutgerinnung. Leidet ein Säugling an einem Mangel der Vitamine, kann das schwere Folgen für seine Gesundheit haben.

Daher empfehlen Kinderärzte seit vielen Jahren, Vitamin D und Vitamin K vorbeugend zu substituieren. Das Spurenelement Fluorid kann die Zähne Deines Kindes vor Karies schützen und ist einfach mit der Gabe von Vitamin D kombinierbar.

Fünf Fakten zum Thema – Vitamine für Babys:

  1. Kinderärzte empfehlen drei zusätzliche Gaben von Vitamin K in den ersten vier Lebenswochen Deines Kindes.
  2. Vitamin K kann Dein Baby vor Mangelblutungen schützen.
  3. Vitamin D-Tabletten oder Tropfen im ersten Lebensjahr können Dein Baby vor einem Mangel an Vitamin D und der damit
    verbundenen Rachitis schützen.
  4. Du kannst das Vitamin D mit dem Spurenelement Fluorid kombinieren, um die Zähne zu stärken.
  5. Kinderzahnärzte empfehlen Fluorid mit der Zahnpasta zuzuführen.

Vitamin K kann Dein Baby vor Blutungen schützen

Ein Mangel an Vitamin K kann dazu führen, dass die Blutgerinnung eines Menschen nicht ausreichend funktioniert. Circa ein Neugeborenes unter 10.000 leidet an diesem sogenannten Morbus haemorrhagicus neonatorum.

Eine Vitamin-K-Mangelblutung kann sich durch relativ harmlose blaue Flecken äußern, es kann aber auch zu einer lebensbedrohlichen Blutung im Gehirn oder in inneren Organen kommen. Entweder treten die Symptome direkt nach der Geburt auf oder Dir fallen in den ersten Lebenswochen plötzlich Blutungen an folgenden Stellen auf:

  • am Stumpf der Nabelschnur
  • aus dem Mund
  • aus der Nase
  • aus dem After

In den meisten Fällen liegt bei den betroffenen Babys eine Erkrankung der Leber vor. Werden sie zusätzlich mit Muttermilch ernährt, die weniger Vitamin K als Flaschenmilch enthält, kann es zu einem Mangel an Vitamin K kommen. Diese Erfahrungen führten zu der bis heute aktuellen Empfehlung der Kinderärzte, jedem Neugeborenen Vitamin K zum Schutz vor Mangelblutungen zu verabreichen. Dabei ist es ganz egal, wie das Baby ernährt wird.

Wie und wann Dein Baby Vitamin K einnehmen sollte

Die zusätzliche Gabe von Vitamin K ist eine unkomplizierte Angelegenheit. Gesunde Neugeborene erhalten das Vitamin in der Form von Tropfen

  • direkt nach der Geburt bei der U1,
  • in Zusammenhang mit der Blutentnahme für das Stoffwechselscreening ab dem vierten Lebenstag oder bei der U2 und
  • bei der U3 in der vierten bis sechsten Lebenswoche.

Die Tropfen gibt der Kinderarzt Deinem Baby einfach in den Mund. Frühgeborenen oder Neugeborenen, die ernsthaft erkrankt sind, kann der Arzt Vitamin K als Injektion über einen venösen Zugang verabreichen.

Wichtig ist in jedem Fall die passende Dosis und dass auf jede einzelne Gabe des Vitamins geachtet wird. Du kannst im gelben Untersuchungsheft Deines Kindes sehen, ob es alle drei Dosen erhalten hat. Fehlt eine Eintragung, frage bitte rasch bei Eurem Kinderarzt oder in der Geburtsklinik nach.

Risikofaktoren für einen Mangel an Vitamin K

Jedes Neugeborene profitiert im Zweifelsfall von einer Substitution mit Vitamin K. Befürchtungen, dass das Vitamin krebserregend sei, konnten Wissenschaftler widerlegen. Babys, die ein besonders hohes Risiko haben, an einem Vitamin K-Mangel zu erkranken sind:

  • Frühgeborene
  • Neugeborene nach einer Zangen- oder Saugglockengeburt oder nach einem Kaiserschnitt
  • Säuglinge, die unter der Geburt Verletzungen erlitten haben
  • Neugeborene mit akuten Atemproblemen
  • Babys mit einer Erkrankung der Leber
  • Neugeborene von Müttern mit Epilepsie, Tuberkulose oder einer Thrombose, die in der Schwangerschaft medikamentös
    behandelt wurden

Welche Vitamine braucht ein Baby noch?

Ein Vitamin, das Dich das ganze erste Lebensjahr Deines Kindes beschäftigen wird, ist das Vitamin D. Es spielt eine wichtige Rolle in der Knochenbildung und entsteht unter Einwirkung von UV-Licht in der Haut. Ist der Vitamin D-Spiegel Deines Babys zu niedrig, droht die Rachitis, da der Körper nicht genügend Kalzium in die wachsenden Knochen einbauen kann.

Im Rahmen einer Mangelerkrankung können sich die Knochen verformen und auffällige Verwachsungen zeigen. Zum Beispiel wird der Schädelknochen Deines Kindes weich. An den Rippen treiben die Ansatzstellen des Knochens auf und bilden den sogenannten rachitischen Rosenkranz.

Glücklicherweise kannst Du einem Mangel an Vitamin D vorbeugen, indem Du die Empfehlung Eures Kinderarztes befolgst und Deinem Baby täglich 500 IE (Einheiten) des wichtigen Vitamins verabreichst. Für Frühgeborene empfehlen Mediziner 1000 IE pro Tag.

Vitamin D als Tabletten oder Öl

In Deutschland steht Vitamin D für Säuglinge in Form von Tabletten oder Öl zur Verfügung. Entscheidest Du Dich für die Tabletten, gibst Du Deinem Baby jeden Tag eine. Am besten führst Du eine feste Tageszeit ein, zu der Du auch jeden Tag an das Vitamin D denkst. Hast Du es einmal vergessen, ist das kein Problem und kein Grund zur Sorge. Achte aber darauf, dass das eine Ausnahme bleibt.

Es ist ebenfalls kein Problem, wenn Dein Kind aus Versehen an einem Tag zwei Tabletten erhält. Erst eine massive Überdosierung könnte zu Schäden an den Nieren führen. Löse die kleine Tablette in Muttermilch oder Trinkwasser auf und gib sie Deiner Tochter oder Deinem Sohn vor einer Mahlzeit mit einem kleinen Plastiklöffel in den Mund.

Alternativ kannst du das Vitamin D vor dem Stillen in die Backentasche Deines Kindes stecken. Sie wird sich während des Trinkens auflösen. Hier bleibt allerdings ein geringes Restrisiko, dass sich Dein Baby an der Tablette verschluckt.

Das Vitamin D-Öl und seine Tücken

Vielleicht hat Euer Kinderarzt Deinem Baby anstatt Tabletten ein Fläschchen Öl verschrieben. Ein einziger Tropfen Vitamin D reicht hier pro Tag. Bitte tropfe ihn nicht direkt aus der Flasche in den Mund Deines Kindes.

Es kann vorkommen, dass sich der Plastikstopfen aus dem Flaschenhals löst und Dein Kind versehentlich eine viel zu hohe Dosis des Vitamins einnimmt. Gib den Tropfen auf einen kleinen Plastiklöffel und streife ihn im Mund des Säuglings vorsichtig ab. Da ein Tropfen circa 650 IE Vitamin D enthält, kannst Du einmal in der Woche einen Tag Pause einlegen.

Spätestens im Sommer des zweiten Lebensjahres ist Schluss

Dein Baby benötigt im ersten Lebensjahr besonders viel Vitamin D, weil sich seine Knochen rasant entwickeln. Habt Ihr den ersten Geburtstag erreicht, kannst Du mit der Substitution aufhören.

Winterkindern empfehlen Kinderärzte allerdings, die Tabletten oder Tropfen bis zum nächsten Sommer weiter zunehmen. In der kalten Jahreszeit fehlt das Sonnenlicht auf der Haut, das bei der Herstellung von Vitamin D hilft.

Auch die Zähne kannst Du schützen

In der Apotheke findest Du Vitamin D-Präparate für Säuglinge, die mit dem Spurenelement Fluorid kombiniert sind. Fluorid kann die kleinen Zähnchen vor Karies schützen. Kinderärzte empfehlen die Einnahme in Tablettenform. Kinderzahnärzte halten eine Kinderzahnpasta mit altersgerechtem Fluoridgehalt für sinnvoller.

Quellen:

  • Thomas Baumann, Atlas der Entwicklungsgeschichte: Vorsorgeuntersuchung von U1 bis U10/J1, Georg Thieme Verlag, Stuttgart
    2015
  • Christian Speer, Manfred Gahr, Pädiatrie, Springer Medizin Verlag Heidelberg, 2005
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