Grüner Stuhlgang beim Baby

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Ist Grüner Stuhlgang beim Baby normal? Viele Eltern sind gerade in den ersten Lebensmonaten Ihres Kinder verunsichert wenn der Stuhlgang des Nachwuchses eine andere Farbe hat.

Autorin: Jessica Kilonzo, Fachärztin für Kinderheilkunde

So versetzt Sie der Blick in dessen Windel in Erstaunen und manchmal in Besorgnis.

Der Inhalt ist nicht wie gewohnt braun, sondern grün. Was bedeutet die Verfärbung des Stuhlgangs? Ab wann benötigt Ihr Baby einen Arzt? Antworten auf diese Fragen erhalten Sie hier.

Ist Grüner stuhlgang beim Baby normal?

Ist Grüner Stuhlgang beim Baby normal?

Was bedeutet die Stuhlfarbe meines Babys?

Der Stuhlgang eines Babys verändert ständig seine Farbe, Konsistenz und den Geruch. Sorgen Sie sich nicht, denn die Verdauung eines Neugeborenen muss sich einpendeln.

Der erste Stuhlgang ‒ das so genannte „Kindspech“ ‒ enthält Fruchtwasser, Verdauungssäfte und Darmzellen aus dem Mutterleib.

Seine Farbe ist dunkelgrün bis schwarz. Die ungewöhnliche Verfärbung des ersten Stuhlgangs entsteht durch seine vielseitige Zusammensetzung. Sie müssen sich deshalb keine Sorgen machen ‒ mit der Verdauung Ihres Babys ist alles in Ordnung.

 

Gelber bis grüner Stuhlgang ‒ erschreckend, aber harmlos

Grüner Stuhlgang beim Baby hat vielseitige Gründe. Stillt Ihre Partnerin das Kind, ist der Windelinhalt in der Regel gelblich bis grün.

Er riecht nicht unangenehm. Die Farbe des Stuhlgangs hängt mit dessen Häufigkeit zusammen. In den ersten Lebenswochen wechseln Sie die vollen Windeln Ihres Nachwuchses mehrmals täglich. Später kommt es vor, dass das Baby alle drei bis vier Tage Stuhl hat.

Dabei liegt keine Verstopfung vor. Die Stuhlfarbe verändert sich entsprechend. Die Konsistenz des Stuhlgangs ist bei einem gesunden Kind breiig bis fest. Deshalb gilt: Der Stuhlgang darf grün, aber nicht wässrig sein!

 

Grüner Stuhlgang durch Nahrungsumstellung

Der Stuhlgang eines Flaschenbabys ist gelb bis dunkelgrün. Er riecht stärker als der eines Stillkindes. Die Konsistenz und Farbe des Windelinhaltes verändert sich mit der Nahrungsumstellung. Die Brei-Nahrung verursacht bei Ihrem Baby einen festeren Stuhlgang.

Gewöhnen Sie Ihr Kind deshalb nicht schlagartig, sondern langsam an den Brei. Planen Sie zwei Wochen als Umstellungsphase ein, damit sich der Darm des Babys nach und nach umstellt. Die Farbe des Stuhlgangs hängt jetzt von den Inhaltsstoffen des Breis ab.

Grüner Stuhlgang beim Baby veranlasst nicht zur Sorge. Er entsteht beispielsweise nach der Aufnahme von Spinat oder Brokkoli. Nimmt Ihr Kind kontinuierlich zu, brauchen Sie sich keine Gedanken über die Stuhlfarbe und -konsistenz machen.

Die grüne Farbe des Stuhlgangs entsteht darüber hinaus, wenn Sie Ihrem Kind ein Eisenpräparat verabreichen. Der Windelinhalt sieht in diesem Fall ungewöhnlich aus, erweist sich aber als völlig harmlos. Nimmt der Stuhlgang eine schwarze Farbe an, ist ein Besuch beim Arzt notwendig.

 

Empfehlung bei Durchfall

 

Wann liegt eine Erkrankung vor?

Ein grüner Stuhlgang weist auf eine mögliche Erkrankung Ihres Babys hin. Suchen Sie einen Arzt auf, wenn der Stuhlgang

  • wässrig aussieht,
  • unangenehm riecht und
  • mehrmals täglich auftritt.

Sämtliche Anzeichen deuten auf eine virale oder bakterielle Erkrankung hin. Sie treten normalerweise in Kombination mit weiteren Krankheits-Symptomen auf.

Bei Fieber oder ungewöhnlich großen Durst suchen Sie mit Ihrem Baby einen Kinderarzt auf. Dieser klärt die Ursachen der Erkrankung ab und behandelt Ihr Kind entsprechend.

Ein grünlicher Stuhl hat in der Regel harmlose Ursachen. Sind Sie beunruhigt, vereinbaren Sie sicherheitshalber einen Termin beim Kinderarzt. Achtung: Geben Sie Ihrem Kind niemals Medikamente oder sonstige Heilmittel, ohne dies zuvor mit einem Arzt zu besprechen!

 

Bleiben Sie ruhig!

Ein grüner Stuhlgang beim Baby deutet nicht zwingend auf eine ernsthafte Erkrankung hin. Behalten Sie den Gesamtzustand des Kindes im Auge. Ist Ihr Baby munter und nimmt stetig zu? Beantworten Sie die Frage mit Ja, ist die Stuhlfarbe ihres Kindes kein Grund zur Sorge.

 

Redaktion: Foerster, Anthofer, Bartholome,  Anna Nilsson

Motiv © Ana Blazic Pavlovic – Fotolia.com