Mein Kind will nicht zum Sport

Mein Kind will nicht zum Sport – was soll ich tun?

Für Kinder erhält Selbstbestimmung Relevanz

Die Sporttasche ist gepackt, der Sprössling zieht die Turnschuhe an, aber auf dem Weg zum Auto beginnt das Geschrei. Verweigert der Nachwuchs ohne Vorwarnung das bisher gern ausgeführte Hobby, stehen die Eltern vor einer schwierigen Frage. „Mein Kind will nicht zum Sport. Welches Verhalten erweist sich als richtig?“ Bei der Beantwortung dieser Frage gilt es, vorerst zu klären, warum die Zöglinge die Lust an der sportlichen Aktivität verlieren. Ärgern andere Kinder den Schützling? Oder kommt Dein Zögling mit der Strenge des Trainers oder der Trainerin nicht zurecht? Fühlen sich die Kleinen speziell zum Schulbeginn von einem zusätzlichen Hobby überfordert, steht ihr Wohl im Vordergrund.Mein Kind will nicht zum Sport

Keine Lust auf Fussball? – Urheber: bigandt / 123RF.com

 

Mein Kind will nicht zum Sport – Fazit

Speziell zu dem Beginn der Schulzeit bemerken die Sprösslinge, dass Lernen und Hobby ihren Alltag bestimmen. Dabei kommt es vor, dass die Überforderung zu einer Unlust an der sportlichen Aktivität führt. In dem Fall fühlen sich die Eltern mit einem Problem konfrontiert: Mein Kind will nicht zum Sport. Damit keine Überlastung des Schützlings droht, gilt es, die Ursachen für die plötzliche Verweigerung zu erfragen. Neben dem vermehrten Stress im Alltag besteht die Möglichkeit, dass sich der Zögling in seinem Verein unwohl fühlt. Ab dem fünften Lebensjahr entwickeln die Kleinen den Wunsch, eigenständige Entscheidungen zu treffen. Daher lohnt es sich, auf den Willen des Sprösslings einzugehen.

 

Können Kinder eigenständig entscheiden?

Bis zu dem fünften Lebensjahr ging Dein Nachwuchs brav zum Sport, jetzt jedoch weigert er sich? Für Eltern stellt die vermeintliche Trotzphase ihrer Kleinen eine Schwierigkeit dar. Sie fragen sich: „Mein Kind will nicht zum Sport – was nun?“ Jedoch weigern sich die Sprösslinge in der Regel nicht ohne Grund, einer bisher beliebten Aktivität nachzugehen. Daher besteht die Notwendigkeit, die Ursache für die Unlust an dem Hobby in Erfahrung zu bringen.

 

Verweigert das Kind den Sport, weil es sich in dem Verein unwohl fühlt? Oder verändern sich die Interessen Deines Sohnes oder der Tochter? In jedem Fall bewährt es sich, den Zögling auf die Meinungsänderung anzusprechen. Mit dem fünften bis sechsten Lebensjahr schließen die Kleinen ihre Individualisierung ab und kennen ihre Vorlieben und Abneigungen. Daher passiert es unter Umständen, dass ein Hobby den Schützlingen mit einem Mal keinen Spaß bringt.

Zusätzlich gilt es zu bedenken, dass die Einschulung für die Sprösslinge eine bedeutende Umstellung darstellt. In der Regel reichte ihre Energie nach dem Spielen im Kindergarten problemlos für eine nachfolgende sportliche Aktivität aus. Jedoch erwartet die kleinen Abc-Schützen in der Schule vorrangig psychischer Stress. Vermehrtes Lernen, um gute Noten zu erhalten, steht hierbei im Mittelpunkt. Überfordert der zusätzliche Sport das Kind, verliert es die Lust an seinem Hobby.

 

Zu viele Aktivitäten sorgen für Stress

Findet Dein Kind an dem Sport keinen Gefallen, resultiert sein Verhalten beispielsweise aus einer Überanstrengung. Durch das Ausüben zahlreicher Hobbys bleiben den Kleinen kaum Möglichkeiten, um sich zu erholen und die Energiereserven aufzufüllen. Dadurch kommt es schnell zu einer seelischen Überlastung der Sprösslinge. Sie fühlen sich ausgelaugt und verweigern ihre Freizeit-Aktivitäten.

Hierbei steht das Wohl der Schützlinge an erster Stelle. Erklärt Dir Dein Nachwuchs, dass der Besuch eines Vereins zu einer Überforderung führt, stellt Zwang keine Alternative dar. Stattdessen zerstörst Du auf diese Weise das Vertrauen Deines Sohnes oder der Tochter. In der Folge droht eine Verschlechterung der Eltern-Kind-Beziehung. Die Kleinen bemerken, wenn ihnen die Energie fehlt. Aus dem Grund besteht die Notwendigkeit, dem Zögling zu vertrauen.

 

Das bedeutet, dass das Kind den Sport aufgibt, sofern seine Gesundheit unter dem Hobby leidet. Schnell führt der Stress im Alltag zu einer seelischen Überlastung der Sprösslinge. Beispielsweise wirkt sich die Komplikation auf folgende Aspekte aus:

  • das allgemeine Verhalten des Schützlings,
  • die Schulnoten,
  • den Kontakt zu Freunden,
  • den gesundheitlichen Zustand
  • und den Spaß am Spielen.

 

Dein Nachwuchs benötigt „Qualitätszeit“

Fühlen sich die Kleinen von ihren Eltern bevormundet, löst es bei ihnen gleichzeitig eine emotionale Stressbelastung aus. Verweigert das Kind den Sport, Du missachtest aber seinen Wunsch, entstehen daraus im schlimmsten Fall emotionale Schwierigkeiten in Eurer Beziehung. Vorwiegend liegt das an dem Umstand, dass Sprösslinge das Gefühl benötigen, eigenständige Entscheidungen zu treffen. Fehlt ihnen die Möglichkeit, ihre Freizeit nach den individuellen Wünschen zu gestalten, existieren unterschwellige Seelenqualen.

Gleichzeitig belegt die Stress-Studie 2015 von der Bepanthen-Kinderförderung, dass der Nachwuchs Qualitätszeit braucht. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Zeitspanne, in der sich die Eltern ausschließlich ihren Zöglingen widmen. Die gemeinsamen Erfahrungen mit Mutter und Vater sorgen für eine enge Bindung innerhalb der Familie. Daher verweigert das Kind den Sport unter Umständen, um mehr Zeit mit Dir und Deiner Partnerin zu verbringen.

 

Um sich von dem Leistungsdruck in der Schule zu erholen, genießt der Nachwuchs die Aufmerksamkeit der Erziehungsberechtigten. Zeitgleich zeigt sich in der Qualitätszeit der Vorteil einer emotionalen Nähe zwischen den Schützlingen und den Elternteilen. In vielen Fällen fühlen sich die Kleinen in der entspannten Atmosphäre bereit, über ihre Probleme – beispielsweise die Überlastung – zu sprechen.

In seinem Buch „Kinder im Stress“ erklärt der Diplompsychologe Dr. Holger Domsch die Relevanz dieser Gespräche. Hören die Eltern ihren Zöglingen aufmerksam zu, verleihen sie dem Nachwuchs Sicherheit und Geborgenheit. Erklären Dir Deine Sprösslinge, dass ihre Freizeit-Aktivität sie überfordert, solltest Du ihren Wunsch ernst nehmen. Eine Pause beim Sport reicht in einigen Fällen aus, um die Energiereserven der Kleinen erneut zu füllen.

 

Daher besteht für Dich die Möglichkeit, um eine temporäre Abmeldung aus dem Verein nachzudenken. Gewöhnen sich die Kinder an die schulischen Anforderungen, finden sie im besten Fall wieder Gefallen an ihrem Hobby. In der Folge beginnen sie die sportliche Aktivität nach dem Pausieren ohne Probleme. Gehst Du auf die Vorstellungen des Zöglings ein, erhält dieser ein Gefühl für seine Eigenverantwortung. Das stärkt die Persönlichkeit des Schützlings und wirkt sich aus dem Grund positiv auf seine Entwicklung aus.

 

auf Netpapa® schreibt

Mario Foerster, Redaktionsleitung

Als begeisterter Vater bin ich Herausgeber von Netpapa.de eines der größten deutschsprachigen Magazine für Männer und Väter. Ich freue mich, Dir gemeinsam mit anderen Autoren viele interessante Themen vorstellen zu können.


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