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Drohnen: Spielzeug für Kinder oder Hobby für Erwachsene?

Seit der Erfindung des ferngesteuerten Autos in den 1960er-Jahren faszinieren Kinder wie Erwachsene die Kontrolle über ein kleines Vehikel gleichermaßen. Hinzu kamen vor wenigen Jahren die Drohnen. Die Hersteller statten ihre Produkte überwiegend mit Kameras aus.

Drohnen für Kinder
Drohnen für Kinder

Dies macht den bisher vorausgesetzten Blickkontakt zum Vehikel optional. Dem Nachwuchs reizt es ebenso wie Dich, ein solches Flugobjekt zu steuern. Es steht nicht selten auf der Wunschliste. Doch sind Drohnen für Dein Kind das richtige Spielzeug oder mehr ein Hobby für Dich als Erwachsenen? Die kleinen Fluggeräte liegen seit einigen Jahren im Trend. Hobby-Modellflieger halten nicht viel von ihnen. Sie leugnen jedoch nicht den Verkaufserfolg.

So wie Snowboarder früher bei Ski-Fahrern, stoßen heute die Drohnen in der Modellbau-Szene auf Widerstand. Interesse daran zeigen meist Quereinsteiger und Neugierige. Mittlerweile existieren sie in allen Größen und Preisen, von 20 bis weit über 3.000 Euro. Relativ neu sind Drohnen für Kinder.

Ferngesteuerte Drohne für Kinder / Bildlizenz: DBPOWER®
Ferngesteuerte Drohne für Kinder / Bildlizenz: DBPOWER®

Fludrohnen – In allen Elementen unterwegs

Marktführer und Branchenprimus ist der französische Hersteller Parrot. Neben seinem Flaggschiff der Drohnen-Flotte AR.Drone 2.0 verkauft er jetzt eine Reihe Kinder-Modelle. Zu Land, in der Luft und im Wasser sind die kleinen Maschinen, manchesmal mit Beleuchtung unterwegs. Weitere Exemplare transportieren kleinere Frachten oder schießen HD-Fotos. Die Land-Drohnen machen Sprünge bis zu 80 Zentimetern.

Kinder setzen sie mit Fantasie ein, um:

  • unwegsame Gelände zu erkunden,
  • Rennen zu fliegen,
  • Familienmitglieder auszuspionieren oder einfach,
  • um Eltern, Freunde oder Haustiere zu ärgern.

 

Drohnen in Kinderhand – Viel Geduld trotz leichter Bedienung

Die Drohnen bieten reichlich Spaß für Deine Kinder – und für Dich. Das Modell „Hawkeye-II FPV WIFI Quadcopter RC Drone“  mit 0.3MP Kamera & LED“ produzierte der Hersteller DBPOWER® speziell als fliegende Mini-Drohne für Kinder. Wobei „Kinder“ relativ ist: Das produzierende Unternehmen „DBPOWER®“ empfiehlt zwar ein Alter von mindestens 14 Jahren, es können aber auch schon geübte jüngere Kinder problemlos die Drohne bedienen. GPS, automatische Stabilisation und andere Wunder der Technik vereinfachen das Steuern der Quadrocopter in überraschender Weise. Entspannt via Tablet oder Smartphone verbunden, bedienst Du die kleinen Geräte leicht. Es dauert nur wenige Minuten bis Du die ersten Flugmanöver beherrschst.

DBPOWER® Hawkeye-II FPV WIFI Quadcopter 4CH 6 Achsen RC Drone mit 0.3MP Kamera & LED

Drohne
Drohnen für Kinder /Bildlizenz: DBPOWER®

 

Nicht optimal und frustrierend – so empfinden Verwender die Akku-Laufzeit: Beim Beispiel „Rolling Spider“ ist nach circa acht Minuten Schluss. Im Anschluss an Dein kurzes Spiel lädst Du den Akku anderthalb Stunden. Für extra Geld kaufst Du Ersatzakkus und externe Ladegeräte, wenn Du beabsichtigst, mit Deinem Flugobjekt – oder das Deines Kindes – länger zu spielen. Die kurzen Einsatzzeiten machen das Fliegen zu einem Geduldsspiel. Deshalb ist die Drohne nur für Kinder geeignet, die genügend Geduld und Verantwortungs-Bewusstsein mitbringen.

Darüber hinaus existieren gesundheitliche Risiken. Beim Jagen der kleinen Schwester oder dem Ärgern der Katze kommt es zu gefährlichen Situationen durch freiliegende Rotorblätter. Vorsicht und verantwortungsvoller Umgang stellen die Voraussetzungen zum Spiel mit dem Flugobjekt dar, was die Drohne für Kinder-Hände fragwürdig macht.

Verzwickte Lage: Der Flug durch das Rechtssystem

Probleme bereitet die Rechtslage: Der gewerbliche Pilot braucht für jede Benutzung eine Start-Genehmigung. Diese kostet an die 100 Euro. Für Dich als Hobbyisten sind die Gesetze lockerer: Unter fünf Kilogramm und mit maximal 30 Metern Flughöhe gilt die Drohne als Spielzeug und nicht als „unbemanntes Luftfahrtsystem“.

Auflagen zur Flughöhe, dem Abstand zu Flughäfen und vor allem der Privatsphäre wahrst Du konform mit den Gesetzen. Gerade bei Letzterem sind sie streng, wenn die Kamera eventuell nicht erwünschte Bilder knipst. Das Foto der billigeren Modelle erscheint nur in 80 x 60 Pixeln. Dieser Nachteil reicht als Entschuldigung vor dem Gesetz nicht aus. Im Falle eines Unfalls nützt Dir eine Modellhaftpflicht-Versicherung.

Der Rechtsanwalt Dr. Christian Hadeyer setzte sich mit dem Thema näher auseinander und produzierte folgenden Podcast mit liferadio.at: http://www.liferadio.at/programm/highlights/view/article/drohnen-ein-gefaehrliches-spielzeug-35483055/. Beschäftigen Dich rechtliche Probleme mit Drohnen, findest Du dort Hilfe.

Fazit: Das empfohlene Alter für Spielzeuge dieser Art setzten die Hersteller mit 14 Jahren zu niedrig an. Kinder und Drohnen passen aufgrund ihres Aufwandes an Geduld und Verantwortungs-Bewusstsein kaum zusammen. Wachsen sie weiter heran und interessieren sich für Technik, entsprechen die Kinder-Modelle nicht mehr ihren Anforderungen. Alternativ schafft Ihr eine Drohne als Familien-Spielzeug an. Dadurch verbindet Ihr die kindliche Kreativität und die erwachsene Verantwortung spielerisch.

 

 

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