Die Rechte eines Kindes » für eine gewaltfreie fürsorgliche Kindheit

Als Vater warten großartige und unvergessliche Momente mit Deinem Kind auf Dich. Du beobachtest, wie es aufwächst, sich neue Fähigkeiten aneignet und Herausforderungen bewältigt. Du kennst deine Pflichten als Vater und vermittelst ihm Werte. Als Vater gehört es auch dazu die Grundrechte des Kindes zu kennen, den jedes Kind besitzt wichtige Rechte, die auf eine Konvention der Vereinten Nationen zurückgehen.

Kinder Rechte
Kinder Recht auf Meinung und Entwicklung, Copyright: altanaka, bigstockphoto.com

Vier Grundprinzipen der Kinderrechte

In zahlreichen Ländern erfahren Mädchen noch immer eine schlechtere Behandlung als Jungen. Schätzungen zufolge arbeiten weltweit 200 Millionen Kinder regelmäßig. In Kriegen dienen Kinder bereits im jungen Alter als Soldaten. In Deutschland leiden Kinder ebenfalls unter Gewalt, Missbrauch oder Vernachlässigung. Angesichts der ungleichen Lebensumstände von Kindern weltweit verabschiedete die UN-Vollversammlung im November 1989 eine Konvention für Kinderrechte mit 54 Artikeln. Dabei greifen folgende vier Grundprinzipien:

  1. Recht auf Gleichbehandlung,
  2. Recht auf Leben und Entwicklung,
  3. Achtung der Kindesmeinung,
  4. Vorrang des Kindeswohls.

Daraus leiten sich insgesamt 40 konkrete Rechte für Kinder ab. Die Schutzmaßnahmen zielen auf das Wohl des Kindes ab. Am 5. April 1992 trat die UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland in Kraft. Nachfolgend bekommst Du Informationen zu den wichtigsten Punkten. Daraus ergeben sich Pflichten für Deine Vaterrolle, die bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres gelten.

Alle Kinder besitzen die gleichen Rechte

Die Vereinten Nationen stellen durch die Nichtdiskriminierung im zweiten Artikel alle Kinder in jedem Land gleich. Trotz unterschiedlicher Lebenssituationen besitzt jedes Kind weltweit die gleichen Rechte. Geschlecht, Hautfarbe oder Nationalität und die sozialen Verhältnisse spielen diesbezüglich keine Rolle. Bei all Deinen Entscheidungen, die Dein Kind betreffen, greift das Generalprinzip zur vordringlichen Orientierung am Kindeswohl. Sofern Eltern ihren Kindern zu wenig Zeit widmen, steht der Staat in der Verantwortung, für einen neuen Lebensmittelpunkt zu sorgen. Demnach schützen die Kinderrechte vor Vernachlässigung.

Rechte des Kindes
Vater und Mutter müssen die Grundrechte des Kindes umsetzen. bigstockphoto.com bigstockphoto.com

Recht auf Leben und Fürsorge

Jedes Kind besitzt angeborene Rechte auf Leben, Überleben, Schutz und Fürsorge. In den letzten 25 Jahren verzeichnete UNICEF bei Kindern unter fünf Jahren einen Rückgang der Sterblichkeitsrate um mehr als die Hälfte. Alle Kinder sind berechtigt, ihre Eltern zu kennen. Ferner steht den Kindern eine Identität in Form eines Namens und einer Nationalität zu. Eltern sind verpflichtet, ihre Kinder zu betreuen und deren Entwicklung zu gewährleisten. Währenddessen sollen Kinder ohne Not heranwachsen. Zeige Deinem Kind gegenüber Respekt. Vermittle Wärme, Geborgenheit und Offenheit. Kinder benötigen mindestens eine verlässliche Bezugsperson. Fördere die Stärken und wirke Schwächen Deines Kindes entgegen.

Du trägst die Verantwortung für Kleidung, Trinken, Nahrung und ein Dach über dem Kopf. Deine Pflicht ist es, Dein Kind regelmäßig, ausreichend und altersgerecht zu ernähren. Im Falle einer Krankheit gilt das ökologische Kinderrecht. Demnach besitzen Kinder das Recht, gesund aufzuwachsen. Das schließt neben der Behandlung akuter Beschwerden das Recht auf Gesundheitsvorsorge ein. Du verantwortest die regelmäßige und angemessene Körperpflege. Achte auf Kleidung, die zur Witterung, den Umständen und dem Alter passt.

Recht auf Bildung und Freizeit

Zur Entwicklung eines Kindes trägt dessen Recht auf Bildung bei. Rund 100 Millionen Kinder auf der Welt besuchen keine Schule. In Deutschland existiert die Schulpflicht. Sorge dafür, dass Dein Kind zur Schule geht und sich neues Wissen aneignet. Neben dem Schulbesuch haben Kinder ein Recht auf Erholung und Spiel. Du trägst die Verantwortung für ausreichend Platz und Raum in der Freizeit. Dein Kind bekommt die Möglichkeit, sich zu erholen, sich zu entfalten und zu spielen. Die öffentliche Hand stellt mit Spielplätzen geeignete Orte zur Verfügung.

Aufsichtspflicht für Kinder – Privatsphäre respektieren

Als Vater unterliegst Du der Aufsichtspflicht. Beaufsichtige Dein Kind zuverlässig und dem Alter entsprechend. Achte auf gefährliche Situationen. Weise Dein Kind auf Gefährdungen hin. Sofern erforderlich, stellst Du Gebote und Verbote auf und achtest auf deren Einhaltung. Dein Kind besitzt seine eigene Privatsphäre. Du musst den privaten Bereich respektieren. Dir ist es nicht erlaubt, an Deine Kinder adressierte Post zu öffnen. Das Recht auf Privatsphäre untersagt Dir, das Kinderzimmer zu durchsuchen. In die Liste der Verbote gehören ferner die Arbeit oder Ausbeutung von Kindern. Es ist nicht erlaubt, Kinder zu gesundheitsschädlichen und gefährlichen Arbeiten zu zwingen.

Kinder dürfen ihre Meinung äußern

Artikel 12 schreibt die Berücksichtigung der Kindesmeinung vor. Kinder besitzen das Recht, sich ihre eigene Meinung zu bilden. Du darfst ihnen nicht den Zugang zu kindgerechten Medien verwehren. Daneben steht Deinen Kindern die freie Meinungsäußerung zu. Das schließt das Recht auf Gehör bei allen Angelegenheiten ein, die Dein Kind direkt betreffen. Du bist verpflichtet, die Meinung Deines Kindes ernst zu nehmen und angemessen zu berücksichtigen. Selbstverständlich spielt das Alter und die Reife eine entscheidende Rolle. Der Artikel greift im Fall einer Scheidung der Eltern. Der 14. Artikel regelt die freie Glaubens- und Religionswahl. Eltern dürfen unterstützen, müssen aber die Entscheidung Ihrer Kinder akzeptieren.

Recht auf gewaltfreie Erziehung

Seit der Jahrtausendwende existiert in Deutschland das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. Das verbietet Schläge als vermeintliche erzieherische Maßnahme. Selbst ein leichter Klaps hinterlässt körperliche und seelische Folgen. Die gewaltfreie Erziehung schließt neben Verletzungen auch Drohungen und Beschimpfungen aus. Artikel 19 bezieht Gewalthandlungen durch andere Personen ein, Artikel 34 schützt vor sexuellem Missbrauch. Außerdem darfst Du Dein Kind nicht einsperren.

Besonderer Schutz für behinderte oder von ihren Eltern getrennte Kinder

Behinderten Kindern stehen dieselben Rechte zu. Zusätzlich erfordert die Behinderung häufig eine besondere Unterstützung, Pflege und Zuwendung. Der Staat unterstützt auf Antrag, falls Eltern dabei finanzielle Hilfe benötigen. Bei Scheidungskindern greifen ebenfalls spezielle Regelungen. Kinder haben das Recht, dass Eltern ihren Wunsch bezüglich des künftigen Wohnortes anhören.

Lebt das Kind von einem Elternteil getrennt, dürfen regelmäßige persönliche Kontakte nicht verwehrt werden. Dieses Recht gilt nicht mehr, wenn die Beziehung das Kindeswohl gefährdet. Die Kinderrechte untersagen eine Trennung von den Eltern gegen den Willen des Kindes. Eine anderweitige Entscheidung bedarf der gerichtlichen Prüfung. Leben Kinder vorübergehend oder dauerhaft nicht mehr bei ihrer Familie, erfahren sie einen besonderen Schutz. Kommt es zur Adoption, besitzt das Kindeswohl erneut oberste Priorität. Geflüchteten Kindern steht humanitäre Hilfe zur Wahrung ihrer Rechte zu.

Quellen: