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Sechs Tipps, um Deiner Nein-Sagerin zu begegnen

Kinder, MädchenGefühlt hat Deine Tochter eben noch friedlich mit Kuscheltieren gespielt, jetzt ist sie zwischen sechs und zehn Jahren und führt sich wie ein kleiner Drache auf.

Verweigerung bei Mädchen kann verschiedene Formen annehmen, die aber allesamt für euch Eltern sehr anstrengend sind. Um der kleinen Nein-Sagerin mit Liebe aber auch Konsequenz zu begegnen, brauchst Du sprachliches Werkzeug und kannst mit einigen Tricks die Machtspielchen vermeiden.

Verweigerung bei Mädchen

Verweigerung bei Mädchen richtig verstehen

  • viele Töchter werden zwischen sechs und zehn Jahren zur Nein-Sagerin
  • die Verweigerung bei Mädchen ist dann ein Machtspiel, um Grenzen zu testen
  • setze wichtige Familienregeln auch gegen Tränen und Schmeichelei durch
  • natürlich sollte Liebe und Verständnis nicht hinter Autorität zurückbleiben
  • vermeide Machtkämpfe nach Möglichkeit, indem Du sprachliche Tricks verwendest

Papa und Mama sind doof

Für Sechs- bis Zehn-Jährige beginnt die Phase der Vorpubertät, in der im Gehirn die ersten hormonellen Veränderungen angestoßen werden. Mädchen haben in diesem Alter einen Entwicklungsvorsprung und kommen etwas früher in dieser Lebensphase an.

Auch wenn sich der Körper noch kaum oder gar nicht in Richtung Erwachsensein verändert, beginnt eine deutliche Verhaltensänderung. Wo früher Mama und Papa die liebsten Menschen waren, beginnen viele Kinder, die elterliche Autorität zu hinterfragen.

Eine Verweigerung ist bei Mädchen sehr häufig das deutliche Zeichen dafür, dass sie sich langsam von den Eltern abkapseln möchten. Sie hören lieber auf Freundinnen, sagen aber zu Deinen Wünschen und Regeln aus Prinzip Nein. Zickiges Verhalten, Schweigen oder Beleidigungen können zum Alltag werden

Kinder, Mädchen

Natürlich ist es für Dich und auch die Mutter sehr verletzend, wenn eure Tochter mit Verweigerung und Ablehnung reagiert. Ihr seid damit jedoch weder allein, noch meint ein Kind in diesem Alter böse Aussagen wirklich ernst. Es gehört zur Entwicklung und der Suche nach dem eigenen Platz in der Gesellschaft.

„Wichtig ist, dass Verweigerung bei Mädchen nicht kommentarlos hingenommen wird. Du musst emotionalen Kontakt halten und weiterhin Regeln vorgeben. Deine Tochter braucht diese Strukturen.“

Vermeide den Machtkampf

Möchte Deine Tochter zu allem Nein sagen, steigt sie in einem imaginären Ring mit Dir. Sie möchte auf Biegen und Brechen ihren eigenen Willen durchsetzen. Für Dich als Vater kann das schnell eine Gratwanderung bedeuten.

Du möchtest ihr mit viel Verständnis und Liebe begegnen und dennoch musst Du darauf achten, dass Grundregeln des Familienlebens eingehalten werden.

Am besten ist es, wenn Du Dich bei Konflikten dieser Art nicht auf einen direkten Machtkampf einlässt. Aus diesem kannst Du nur als Verlierer hervorgehen, denn es gibt zwei mögliche Ausgänge des Machtkampfes:

1. Du setzt Dich mit Strenge durch

In diesem Fall bekommst Du in der jeweiligen Situation zwar Deinen väterlichen Willen, doch viele Töchter reagieren darauf langfristig mit noch mehr Verweigerung. Mädchen sehen sich bereits in der Vorpubertät als kleine Erwachsene und reagieren sehr verletzt, wenn ihr freier Wille komplett unterlaufen wird. Zudem möchtest Du als Vater wahrscheinlich nicht zu autoritär erscheinen.

2. Du gibst Deiner Tochter nach

Dein Kind schreit lautstark in der Öffentlichkeit oder beginnt herzergreifend zu weinen. Du hast im Moment sehr wenig Zeit und die Diskussion über eine Sache droht komplett auszuufern. Es gibt viele Situationen, in denen es der leichtere Weg ist, Deiner Tochter einfach nachzugeben.

Das ist jedoch nur für den Moment besser, denn sie kann dieses Nachgeben als Präzedenzfall nutzen. In ähnlichen Situationen kontert sie mit Aussagen wie „Aber damals hast Du xy erlaubt.“ Zudem läufst Du Gefahr, dass sie Dich durch permanentes Nachgeben nicht mehr als Respektsperson wahrnimmt.

Verweigerung bei Mädchen

Manchmal lässt sich ein Machtkampf nicht vermeiden. Dann musst Du von Fall zu Fall unterscheiden, ob Du Dich durchsetzt oder nachgibst. Das hängt stark vom eigentlichen Streitthema und den sonstigen Umständen ab. Wichtige Regeln sollten nicht unterlaufen werden, bei anderen kann man zwischenzeitlich ein Auge zu drücken, beziehungsweise einmaliges Entgegenkommen signalisieren.

Reagiere nicht auf „die Prinzessin“

Während Jungen in ihrer Phase des Nein-Sagens häufig sehr verschlossen oder aggressiv werden, kann sich die Verweigerung bei Mädchen noch anders äußern: Sie versuchen, Dich gezielt zu manipulieren.

Gerade für Väter ist das eine schwierige Situation, denn bereits von Geburt an sind Töchter quasi heilig für uns. Viele Papas sehen eine kleine Prinzessin in der eigenen Tochter und möchten ihr die Welt zu Füßen legen.

Zwischen sechs und zehn Jahren realisieren Mädchen diese Sichtweise des Vaters teils unbewusst oder ganz bewusst. Sie nutzen ihre „Macht über Papa“ aus und drücken auf die Tränendrüse bei drohenden Strafen oder schmeicheln, wenn sie etwas wollen. Obwohl dies sehr viel subtiler als ein offener Machtkampf ist, musst Du es als einen solchen werten! Versuche, Dich nicht darauf einzulassen.

Sechs Tipps, um Deiner Nein-Sagerin zu begegnen

Sowohl Jungen als auch Mädchen können Anweisungen hervorragend aus Deinen Worten herausfiltern. Sie hören, was sie hören wollen. Vor allem Mädchen sind zudem sprachlich oft gewandter und können ihren Eltern meisterlich das Wort im Mund herumdrehen. Es gibt jedoch auch einige sprachliche Tricks, die Du selbst anwenden kannst, um die Verweigerung bei Mädchen abzumildern.

1. Vermeide negative Ausdrücke

Die häufige Verwendung des Wortes „Nein“ oder auch negative Ausdrücke wie „Lass das“ und „Du sollst nicht“ verstärken die Verweigerung. Mädchen reagieren auf die Wortwahl meist noch sensibler als Jungen, weshalb es Dir sehr hilft, umzuformulieren. Sage liebe Dinge wie „Mach bitte“ oder „Räume xy weg“.

2. Nutze ein Dankeschön im Voraus

Tatsächlich kann es helfen, im Voraus ein Danke an Deine Kinder zu richten. Viele fühlen sich nun verpflichtet, etwas zu tun, das sie gerade eigentlich überhören wollten.

3. Sprich von „uns“

Ein sprachlicher kleiner Kniff mit großer Wirkung besteht darin, den Fokus von Deiner Tochter auf euch als Gemeinschaft zu verschieben. Statt ihre Verweigerung ins Zentrum zu stellen („Warum machst Du xy nicht?“), kannst Du die Gruppe betonen („Warum essen wir nicht zusammen in Ruhe?“).

4. Motivierende Worte nutzen

Kein Mensch mag es, wenn bei Gesprächen immer wieder seine Schwächen und Fehler das einzige Thema sind. Daher ist es sehr wichtig, dass Du trotz häufiger Verweigerung das Mädchen für Erfolge lobst. Nicht gemachte Hausaufgaben in einem Fach sollten natürlich angesprochen werden, aber zeitnah auch die guten Leistungen in einem anderen Fach oder im Sportverein, in der Musikschule etc. Motivierende Worte können Verweigerungen gut „aufweichen“.

5. Suggeriere eine Wahl

Ein gute Trick im Umgang mit Nein-Sagerinnen: Erzeuge bei ihr die Illusion der Freiwilligkeit. Statt Vorschriften hart zu formulieren, kannst Du Suggestivfragen stellen. Möchte Dein Kind sich morgens nicht anziehen, sage nicht: „Zieh Dich jetzt an.“, sondern frage: „Welche Strümpfe gefallen Dir denn für heute?“.

6. Die Kraft der Wörtchen „wenn“ und „sobald“

Zum Abschluss noch zwei Wörter, die Wunder wirken können. Benutzt Du „wenn“ und „sobald“ gekonnt, klingt es für Deine Tochter so, dass sie bei zeitnaher Reaktion etwas Positives erreicht. Etwa: „Wenn Du gegessen hast, darfst Du spielen.“ oder „Sobald die Hausaufgaben fertig sind, gehen wir los.“

Quellen und Themen im Netz:

  • NEIN Das befreiende Wort, Quelle zeit.de mehr↑

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