Verlieren lernen für Kinder
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Das Verlieren lernen und als Gewinn betrachten können:

Wie lernen Kinder am besten, mit einer Niederlage im Sport gesund umzugehen? Diese Frage stellst Du Dir vermutlich, nachdem Dein Nachwuchs nach einem verlorenen Wettkampf oder verlorenem Mannschaftsspiel traurig am Boden saß.

Die einen weinen, andere bocken und einige Kinder laufen auch schreiend weg. Das tut Dir natürlich ebenso in der Seele weh, doch Niederlagen gehören zum Leben. Hilf Deinem Kind, den Umgang mit ihnen zu lernen.

Warum eine Niederlage im Sport langfristig gut sein kann

Wir Eltern verspüren alle den Wunsch, unser Kind vor unschönen Erfahrungen zu beschützen. Doch wir wissen auch, dass Leid und Enttäuschungen zum Leben dazugehören und es der falsche Weg wäre, dem Kind alles ersparen zu wollen.

Bevor die harte Realität der Erwachsenenwelt auf Deinen Nachwuchs einstürmt, ist eine Niederlage beim Sport im Grunde ein gutes Übungsfeld. Kinder lernen bei verlorenen Wettkämpfen im Kampfsport oder beim Sieg der gegnerischen Mannschaft die belastenden Gefühle zu ertragen. Im Idealfall lernen sie außerdem, konstruktiv damit umzugehen und beispielsweise motivierter an Schwachstellen zu feilen.

Warum Verlieren dazu gehört:

  • Niederlagen gehören zum Alltag jedes Menschen
  • eine Niederlage im Sport ist eine gute Chance, konstruktiven Umgang mit negativen Emotionen zu lernen
  • zeige Verständnis für Trauer/Wut/Enttäuschung und rede den Verlust nicht klein
  • zeige Deinem Kind aber auch, wie man Positives aus der Erfahrung zieht
  • gib Motivationsanreize für die Zukunft

 

Niederlage im Sport: Was Deinem Kind jetzt nicht hilft

Das Match ist verloren und dieser Fakt steht im Raum. Ebenso unumstößlich sind die negativen Emotionen, die im Kind brodeln. Viele Eltern wollen nun für Trost sorgen, indem sie zwei Dinge tun:

  • den Verlust kleinreden („Das macht doch nichts.“ oder „War doch nur ein Spiel.“)
  • moralische Trostpflaster nutzen („Verlieren gehört dazu.“ oder „Verlieren muss jeder lernen.“)

Beide Strategien helfen Deinem Kind bei der gerade erlebten Niederlage im Sport jedoch nicht. Auch wenn Trösten oder Moralisieren gut gemeint sind, vermitteln sie Deinem Kind zunächst nur zwei Dinge:

  • Ich verstehe Dich nicht
  • Ich setze Dich unter moralischen Druck

Beides möchtest Du jedoch gar nicht erreichen. Um die Niederlage beim Sport sinnvoll zu verarbeiten, ist eine Anleitung zum gesunden Umgang mit den Gefühlen viel sinnvoller.

Niederlage im Sport anerkennen und die Vorteile sehen

Eine gute Hilfestellung gibst Du Deinem Kind, wenn Du ihm zunächst sagst:

  • Ich verstehe total, dass Du traurig/wütend/enttäuschst bist. Das ist völlig normal.

Mit einer solchen Äußerung erkennst Du die Emotionen Deines Kindes an und gibst ihm das wohltuende Feedback, dass es so empfinden darf. Es fühlt sich außerdem ernst genommen in seinem Leid.

Der nächste Schritt sollte es jedoch sein, etwas Positives in der Niederlage beim Sport zu sehen. Das klingt zunächst schwierig, ist aber durch eine Verschiebung des Blickwinkels möglich. Genau diese Fertigkeit kann Dein Kind mit Deiner Unterstützung lernen. Folgende Dinge helfen:

  • Den Sieg der gegnerischen Mannschaft oder des Wettkampfpartners anzuerkennen, bedeutet sportliche Fairness zeigen.
  • Ich habe Schwächen und Fehler bei mir gesehen, an denen ich jetzt gezielt arbeiten kann.

Vorbilder mit Sportsgeist helfen Kindern

Um eine bittere Niederlage im Sport zu verdauen, kannst Du Dein Kind darauf aufmerksam machen, wie viele berühmte Sportler und Sportlerinnen oder auch Serien- und Filmfiguren cool mit einer Niederlage umgehen.

Da viele Jungen und Mädchen wie ihre großen Vorbilder sein möchten, kann das Anknüpfen an positive Vorbilder helfen, den eigenen, verletzten Stolz zu überwinden und die Energie der Wut besser in das nächste Training zu stecken.

Noch verstärken kannst Du diesen Effekt, wenn Du Deinem Sohn oder Deiner Tochter konkrete Beispiele aus dem Leben (oder fiktivem Wirken) des Vorbildes nennst. Ist das Vorbild ein Fußballstar, erinnere Dein Kind an das letzte Spiel, bei dem die Mannschaft dennoch verloren hat. Du kannst dabei auch darauf hinweisen, dass eine Niederlage im Sport umso bittere ist, je erfolgreicher man wird. Schafft es also der Nationalspieler eine Niederlage zu verkraften, zeugt das von echter Stärke und daran darf sich Dein Kind orientieren.

Motivationsanreize für die Zukunft

Ist der erste Frust aufgrund der erlebten Niederlage im Sport verflogen, kannst Du Deinem Kind helfen, aus dem Wunsch, künftige Niederlagen zu vermeiden, eine große Motivation zu ziehen. Auch dabei arbeitet es sich am besten mit den Vorbildern. Lernt Dein Sohn oder Deine Tochter beispielsweise eine Kampfkunst und hat ein berühmtes Vorbild, könnt ihr gemeinsam überlegen, wie sich dieser Sportler oder diese Sportlerin motiviert, wenn das Training einmal hart ist.

Eine tolle Hilfe kann es sein, ein Poster des Idols im Kinderzimmer zu haben und dort motivierende Sprüche darauf zu schreiben. Manche stecken sich auch ein Foto samt Spruch in die Sporttasche und schauen es vor dem Training an. Dasselbe funktioniert natürlich mit dem großen Gesangsvorbild für den Gesangsunterricht und den Gitarristen/Pianisten etc. beim Instrumentalunterricht.

Vermittle Deinem Kind, dass jedes Idol ebenfalls klein angefangen hat und über Jahre und Jahrzehnte immer wieder geübt und an Schwächen gebastelt hat, um so gut zu sein, wie es heute ist.

Und, Wenn die nächsten Niederlage kommt..

Immer wieder trifft man auf andere Menschen, die besser im gemeinsamen Hobby sind und daher wird Dein Kind auch immer wieder neue Niederlagen erleben müssen. Erinnere es dann daran, wie ihr euch gemeinsam das Ziel gesetzt habt, fair und beherrschter mit diesen Situationen umzugehen. So kann Dein Nachwuchs ganz bewusst üben, das Verlieren als Teil des Alltags zu begreifen.

Zeigt Dein Kind bereits einen besseren Umgang mit diesen schwierigen Momenten, solltest Du es auf jeden Fall loben! Damit machst Du deutlich, dass Du die Veränderung erkennst und gibst positives Feedback. Das wird den Lerneffekt noch einmal steigern und für die nächste Niederlage noch mehr Kraft geben.

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