Der Nachtschreck bei Kindern und was wir Eltern tun sollten

Aufwachstörung und wie Eltern damit umgehen

Es mag vorkommen, dass ein Kind unter Albträumen, Schlafwandeln oder dem sogenannten Nachtschreck leidet. All diese nächtlichen Phänomene werden unter dem Begriff Aufwachstörung zusammengefasst. In den meisten Fällen sind sie harmlos. Nur in einigen Fällen ist es ratsam, sich ärztlichen Beistand zu holen. Wann das der Fall ist, wird in diesem Artikel erklärt.

Nachtschreck bei Kindern
Nachtschreck bei Kindern mskathrynne auf Pixabay

Besonders im Kindesalter sind Aufwachstörungen häufig zu finden. Bei den dabei auftretenden Verhaltensmustern wird von Parasomnien gesprochen. Diese Aktionen werden unbewusst im Schlaf durchgeführt, am Morgen danach fehlt den Kindern zumeist die Erinnerung an ihre Taten. Es handelt sich vor allem um heftiges Weinen, Schreien oder aggressive Züge im Auftreten des schlafenden Kindes. In diesem Artikel findest Du Rat und Hilfe, wenn Dein Kind bereits Bekanntschaft mit einer nachfolgenden Aufwachstörung gemacht hat:

  •  Schlaftrunkenheit
  •  Nachtschreck
  •  Schlafwandeln
  •  Albträume
  •  Zähneknirschen und Co

Manchmal lassen sich die Schlafprobleme mit etwas Geduld und ohne professionelle Hilfe abstellen, bei einigen Kindern geht es jedoch nicht ohne die fachkundige Hilfe eines Kinderarztes.

Schlaftrunkenheit – mehr als schläfrige Ohnmacht

Während Experten von partiellem Erwachen sprechen, nennt der Volksmund den Zustand eines Kindes, dass sich offensichtlich in wachem Zustand befindet, jedoch später keine Erinnerungen an das Geschehen zeigt, schlicht Schlaftrunkenheit. Nicht selten begleitet von heftigem Schreien im Schlaf stehen betroffene Kids sogar aus den Betten auf, was den Eindruck hinterlässt, dass sie gänzlich wach sind.

Allerdings befinden sich das Kind in einer Phase des Übergangs, der den Schlaf und das Erwachen voneinander trennt. Für die Eltern ist es schwer, ihre Sprösslinge zu beruhigen. Versuche, sie wieder ins Bett zu legen, scheitern häufig an der Aggressivität, die ihnen von den Kindern entgegengebracht wird. Dieses Strampeln und um sich schlagen kann bis zu 15 Minuten dauern, danach endet der Spuk ebenso plötzlich, wie er begonnen hat. Besonders Säuglinge und Kleinkinder sind von dieser Aufwachstörung betroffen. Einen Grund zur Besorgnis gibt es für Dich als Elternteil jedoch nicht. Du solltest lediglich darauf achten, dass sich Dein Kind nicht verletzen kann, während dieser Zustand anhält.

Der Nachtschreck als Monster im Schrank

Pavor Nocturnus ist der medizinische Begriff für die sonst als Nachtschreck oder Angstschreck bezeichnete Aufwachanomalie. Ähnlich wie bei der Schlaftrunkenheit beginnt diese Störung meistens zwei oder drei Stunden nach dem Einschlafen, und wird von einem gellenden Schrei eingeleitet. Eilst Du zu Deinem Kind, um nach dem Rechten zu sehen, kannst Du feststellen, dass dessen Puls rast. Panisches Atmen und Schweißausbrüche können dieses Phänomen begleiten. Ein Versuch, betroffene Kinder zu trösten und zu beruhigen schlagen meist fehl. Allerdings dauert der Nachtschreck nur ein paar Minuten, dann ist alles wieder ruhig. Auch bei dieser Aufwachstörung musst Du Dich nicht gleich sorgen.

Sie tritt häufig bei Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren auf. Entgegen der landläufigen Meinung hat der Nachtschreck nichts mit Albträumen zu tun. Auch sind keine psychischen Folgen zu erwarten, da sich die betroffenen Kids nicht an das Geschehene erinnern können.

Sollte der Nachtschreck jedoch mehrmals wöchentlich auftreten und auch Geschwister oder andere Angehörige stark belasten, kann ein Besuch beim Kinderarzt hilfreich sein.

Schlafwandler Kinder

Sprichwörtlich wird oft erwähnt, dass Schlafwandler besondere Schutzengel haben müssen, ihnen könne auf den nächtlichen Ausflügen kaum etwas passieren. Bei dieser Aussage handelt es sich um einen Mythos. Dein Kind kann sich sehr wohl verletzen, wenn es schlafwandelt. Wenn du also weißt, dass dein Sprössling sich gerne nachts auf unbewusste Reise begibt, solltest du vorsorglich auf fest verschlossene Fenster und Türen achten. Vielleicht ist bei mehrgeschossigen Wohnungen auch ein Treppengitter hilfreich, um schwere Stürze zu verhindern.

Das Schlafwandeln steht mittlerweile im Ruf, genetisch bedingt aufzutreten. Wandelt ein Kind im Schlaf, so hat das mit großer Wahrscheinlichkeit auch schon der Vater, die Mutter oder ein Großelternteil getan. Studien besagen, dass jeder zweite schlafwandelnde Nachwuchs aus einer Familie stammt, in der diese Aufwachstörung bereits aufgetreten ist.

Ein Schlafwandler sollte behutsam dazu bewegt werden, wieder ins Bett zu gehen. Dabei ist Vorsicht geboten, denn die schlafenden Wanderer wehren sich teilweise immens, wenn sie auf ihrem Weg aufgehalten werden. Die Neigung zum Schlafwandeln selbst verliert sich meist bis zur Pubertät. Sie kann bei fiebrigen Erkrankungen jedoch verstärkt werden. Auch Stress begünstigt das Auftreten dieser Anomalie. Um auszuschließen, dass es sich um ein krankheitsbedingtes Anfallsleiden handelt, ist das Konsultieren eines Arztes ratsam.

Ursachen von Nachtschreck und Albtraum 

Selbst für Erwachsene ist es schwer, einen Albtraum zu vergessen. Da Träume den Kindern so viel realer erscheinen, ist es ungleich heftiger, ein Kind nach schlechten Träumen zu beruhigen. Fingerspitzengefühl und Behutsamkeit sind hier ebenso gefragt, wie genaues Beobachten. Letztlich träumt jeder Mensch gelegentlich schlecht. Wenn die Albträume jedoch mehrmals in der Woche auftreten, ist ärztliche Hilfe unerlässlich. Hier wird zunächst untersucht, ob die kleinen Träumer unter seelischen Belastungen und Stress leiden, was sich im Auftreten furchterregender Träume äußern kann.

Weitere Auslöser für Albträume sind:

  1. ) Überreizung vor dem Schlafengehen, beispielsweise durch fernsehen.
  2. ) Zu schwere und zu später Nahrungsaufnahme .
  3. ) Zu viel Zuckerkonsum / Süßigkeiten über den Tag verteilt.
  4. ) Schwierige Situationen in Schule oder in der Familie.

Es kann helfen, mit den Kindern über den bösen Traum zu sprechen, falls sie bereits alt genug dafür sind. Gerne versuchen Psychologen, diverse im Traum vorgekommene Monster aus den Träumen malen zu lassen. In Verbindung damit sollen sich Kinder dann ein gutes Ende für den so schlecht verlaufenen Traum einfallen lassen.

Du selbst kannst versuchen, ohne professionelle Hilfe positiv auf Deinen Sprössling einzuwirken. Dabei spielen ein ruhiges und geborgenes Zuhause eine nicht unerhebliche Rolle. Führt das allein nicht zum Erfolg, muss ein Spezialist konsultiert werden, um dem Kind die wachsende Angst vor dem Einschlafen zu nehmen.

Aufwachstörungen

Es scheint amüsant, wenn ein Schlafender plötzlich zu erzählen anfängt. Der Betroffene selbst bemerkt das nicht. Auch knirschen Betroffene von Aufwachstörungen unvermittelt mit den Zähnen oder geben diverse Geräusche von sich. Letzteres ist aber nicht immer auf eine Schlafanomalie zurückzuführen, sondern kann durchaus mit einer Fehlstellung der Zähne einhergehen. Wenn Du das Zähneknirschen also allnächtlich bei Deinem Kind beobachten kannst, ist es ratsam, einen Zahnarzt hinzuzuziehen.

Übrigens sind scheinbar unwillkürliche Zuckungen bei schlafenden Kindern gänzlich unbedenklich, und auf muskuläre Arbeit des Körpers zurückzuführen.

Aufwachstörungen wie der Nachtschreck können Eltern zweifellose panisch werden lassen. Doch große Sorge ist dabei häufig unbegründet. Im Laufe der Jahre werden die Anomalien weniger und verlieren sich dann gänzlich. Die größte Gefahr besteht darin, dass sich betroffene Kinder im Schlaf verletzen können. Mit einigen Vorkehrungen kann dieses Risiko jedoch geschmälert werden. Solltest Du dennoch der Meinung sein, dass sich die Vorkommnisse häufen, und Dein Kind darunter leidet, ist ein Gang zum Arzt ratsam. Nicht zuletzt schläfst auch Du besser, wenn Du von einem Spezialisten hörst, dass alles in Ordnung ist, und kein Grund zur Sorge besteht.

Albträume beim Kind

In den Träumen Deines Kindes tauchen Tiere, Monster, Fantasie-Wesen oder Figuren aus dem Fernsehen auf. Dir als Vater erzählt Dein Kind voller Begeisterung oder auch beängstigt von seinen Träumen. Kinder träumen viel häufiger als Erwachsene. Sie sind länger und intensiver. und finden hauptsächlich in der zweiten Nachthälfte während der REM-Schlafphase statt.

Traumdeutung
Kind versteckt sich unter der Decke © npdesignde, fotolia

REM kommt aus dem Englischen und heißt Rapid Eye Movement. Das bedeutet: schnelle Augenbewegungen. In dieser Zeit stellst Du bei Deinem Kind Zuckungen der Augenlider fest. Es träumt dann also besonders stark. In ihren Träumen verarbeiten Kinder alles, was sie über den Tag hinweg erlebten. Interessante Informationen über die Träume Deines Kindes erhältst Du im Folgenden.

Kinder träumen auf unterschiedliche Weise

Es gibt drei verschiedene Arten von Träumen bei Kindern:

  • Fantasie-Träume
  • alltagsnahe Träume
  • Albträume
Traum Kind
Was Monster bedeuten? kindertraum © aleutie, fotolia

In seinen fantastischen Träumen schafft sich Dein Kind eine eigene Welt, die nur wenig mit der Realität zu tun hat. Dort gibt es Fabelwesen, bunte Landschaften und alles, was Deinem Kind noch einfällt. Diese Träume verraten viel über die Kreativität und die Vorstellungskraft Deines Kindes.

Aus den alltagsnahen Träumen im Kindesalter ist ersichtlich, welche Dinge es beschäftigen. Orte und Handlungen stammen aus dem wirklichen Leben. Dein Kind verarbeitet die Erlebnisse des Vortages auf eine positive Weise.

Auch Albträume wirken sich im Nachhinein meist positiv auf Dein Kind aus. Sie dienen ebenfalls der Verarbeitung von Erfahrungen, die Dein Nachwuchs tagsüber machte. Zunächst aber verunsichern Albträume Dein Kind und machen ihm Angst. Du als Vater tröstest und beschützt es in diesem Fall.

Albträume gehören zur Entwicklung von Kindern

Im Kindesalter kommen Albträume normalerweise doppelt so häufig vor wie bei Erwachsenen. Das liegt darin begründet, dass Kinder mit ihren Ängsten noch nicht so gut umgehen. Im Traum begegnen sie Monstern, wilden Tieren und Einbrechern, verlaufen sich oder fallen irgendwo herunter. Beim Aufwachen rufen sie dann meist um Hilfe und weinen. Kleine Kinder können Traum und Wirklichkeit nicht voneinander unterscheiden. Diese Fähigkeit erlangen sie erst mit etwa sechs Jahren. Deshalb ist Dein Kind davon überzeugt, dass wirklich Monster unter seinem Bett oder im Schrank lauern.

Erwacht Dein Kind aus einem Albtraum und kommt zu Dir an Dein Bett, versuchst Du es zu trösten. Damit sich Dein Kind nach einem Traum orientieren kann, lässt Du ein kleines Lämpchen in seinem Zimmer brennen. Viele Kinder fürchten sich im Dunkeln und fühlen sich mit dem Licht sicherer. Ein Teddy oder eine Puppe ist der ideale Schlafbegleiter und Beschützer für Dein Kind während der Nacht. Traumfänger, die alle bösen Träume abfangen, bieten ebenfalls eine hilfreiche Möglichkeit.

Abendliche Rituale sind wichtig. Lies Deinem Kind eine Gutenacht-Geschichte vor oder singe ihm ein Schlaflied. Leidet Dein Kind unter Schwierigkeiten beim Einschlafen, lasse ein beruhigendes Hörspiel laufen. Nimm die Bedürfnisse und Ängste Deines Kindes ernst. Schaue mit ihm gemeinsam nach, ob sich auch wirklich keine Monster im Kinderzimmer befinden.

Albträume sind bei Kindern ganz normal. Kommen sie auffallend häufig und regelmäßig vor und haben ungewöhnliche Inhalte, ist das ein Zeichen für Dich, aufmerksam zu werden. Wende Dich in diesem Fall an den Kinderarzt und frage bei Erziehern oder Lehrern nach, ob sie mögliche Auffälligkeiten wahrnahmen. Schwerwiegende Ereignisse äußern sich oft in den Träumen.

Babys träumen schon im Mutterleib

Forscher stellten fest, dass sich der Schlaf eines Kindes in der 24. Schwangerschaftswoche in die verschiedenen Schlafphasen aufteilt. Der Schlaf besteht aus den Tiefschlafphasen und den REM-Phasen, in denen Menschen träumen. Bereits im Mutterleib verarbeiten Babys ihre Erfahrungen und knüpfen neuronale Verbindungen im Gehirn.

Wie Kinder träumen, hängt davon ab, wie alt sie sind. Kleinkinder haben eher bruchstückhafte Träume. Sie beobachten das Geschehen passiv. Die Träume besitzen keine zusammenhängenden Geschichten, sondern bestehen aus einzelnen aneinandergereihten Bildern. Erst ab einem Alter von etwa zehn Jahren sind Kinder in ihren Träumen auch selbst aktiv. Die Träume sind strukturierter und erzählen einen Handlungsablauf mit Spannungsbögen.

Häufig kommen Tiere und Fantasie-Wesen darin vor. Mit Beginn der Pubertät unterschieden sich die Träume kaum noch von denen der Erwachsenen. Teenager erinnern sich besonders gut an ihre Träume. Ursache dafür ist die Tatsache, dass sie sich in dieser Zeit intensiv mit sich selbst beschäftigen. Im Traum probieren sie verschiedene Rollen aus, um sie später in das reale Leben zu übernehmen.

Drachen und Gespenster – die Bedeutung der Träume im Kindesalter

Träume im Kindesalter besitzen nützliche Eigenschaften. Sie helfen Deinem Kind, seine Erlebnisse und Erfahrungen zu verarbeiten. Außerdem lernt Dein Kind im Schlaf und während es träumt. Erinnerungen wandern vom Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis. Im Gehirn verknüpfen sich Synapsen. Die Träume Deines Kindes sind wichtig für seine Entwicklung. Auch Albträume gehören dazu. Sie sind bei Kindern sogar doppelt so häufig wie bei Erwachsenen. Träumt Dein Nachwuchs schlecht, versuchst Du ihn zu trösten und sprichst mit ihm über den Albtraum.

Um einen gesunden Schlaf zu gewährleisten, gewöhnst Du Dein Kind an feste abendliche Rituale. Frage es am Morgen nach seinen Träumen. Kinder haben ein großes Mitteilungsbedürfnis. Außerdem kannst Du aus den Erzählungen viel Interessantes über Dein Kind erfahren. Die kreativen und fantasievollen Träume Deines Kindes bringen Dich als Vater zum Staunen.