Die Körper Sozialisation bezeichnet einen Prozess, bei dem sich Menschen an gesellschaftliche, den Körper betreffende Normen anpassen. Bei dem besonderen Sozialisations-Prozess spielen die Anpassung und die Aneignung eine bedeutende Rolle.

Bei der Körper Sozialisation geschieht die eigentliche Sozialisation über den menschlichen Körper. In dem Forschungsgebiet der Körpersoziologie nimmt die körperliche Sozialisation einen hohen Stellenwert ein. Hierfür existieren unterschiedliche soziologische Theorien, die das Interagieren menschlicher Körper behandeln.

Die Gesellschaft und die Körper Sozialisation

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Im Allgemeinen bezeichnet diese Art der Sozialisation eine Entwicklungs-Aufgabe. Speziell im Teenager-Alter erhält der menschliche Körper einen Symbolwert. Durch besondere Maße oder eine gesellschaftlich beliebte Form des Körpers begründen Jugendliche ihre Geschlechtlichkeit. Weiterhin fungiert der eigene Körper:

  • als Träger kultureller Regeln,
  • als Aspekt der Identitäts-Findung
  • und als Identitäts-Träger.

 

Die Körper Sozialisation und die Geschlechter

Kommen Ihre Kinder in ein Alter, in dem sie deutlich die Unterschiede zwischen den Geschlechtern wahrnehmen, erhält die Körper Sozialisation Wichtigkeit. In diesem Entwicklungs-Prozess bildet der Körper die materielle Basis des Systems der Zweigeschlechtlichkeit. Ihre Kinder identifizieren sich stärker mit ihrem Körper und den primären und sekundären Geschlechtsorganen. Penis und Vagina gelten als Repräsentanten von Weiblichkeit und Männlichkeit. Daher liegt hier vorwiegend bei Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren der Fokus bei der Körper Sozialisation.

Neben der Entwicklung der Geschlechterrolle Ihrer Kinder beeinflusst der Körper jede Art der Kommunikation. Die zentrale Entwicklungs-Aufgabe stellt die geschlechts-bezogene Interaktion dar. Zeigen sich Ihre Kinder im Umgang mit dem anderen Geschlecht unsicher, betonen sie ihre eigene Männlichkeit oder Weiblichkeit stärker. Daher besteht die körperliche Sozialisation als Interaktion zwischen dem Individuum und seinem sozialen Umfeld. Der Soziologe Robert Gugutzer sieht die Rolle des menschlichen Körpers im Zusammenhang mit der Kultur, der Gesellschaft und der jeweiligen Epoche. Diese Faktoren prägen das eigene Körperbild und dessen individuelle Bewertung. Demnach stellt der Körper ein soziales Produkt dar, das die Sozialisation formt. Ein Beispiel dafür stellt die Fülle eines Körpers dar. Im Mittelalter stellten füllige Frauen das Schönheitsideal dar, während in der heutigen Zeit schlanke Formen im Vordergrund stehen.

 

Der Körper und die gesellschaftliche Struktur

Der französische Soziologe Marcel Mauss spricht bei der Körper Sozialisation von einer sozialen Motorik, an der sich Ihre Kinder orientieren. Anhand verschiedener Körper-Modifikationen prägen sich unterschiedliche Gesellschafts- und Schicht-Zugehörigkeiten. Hier zeigen sich Tattoos und Piercings als passende Beispiele. Früher verfügten lediglich Sträflinge oder Matrosen über eine Tätowierung. In der heutigen Gesellschaft gehört das Tattoo zu einer allseits akzeptierten Körperkunst. Demnach unterliegt die körperliche Sozialisation einem ständigen Wandel.

Die Sozialisation des Körpers gibt gesellschaftliche Strukturen wieder. Das Körperkonzept umfasst die Sinnlichkeit und die Emotionalität. In der Umgangssprache heißen diese Faktoren Körpersprache. Anhand dieser Körpersprache betonen die Körper spezielle Sozialisations-Muster. Ein anderer Begriff dafür lautet Körperkult. Wahrnehmungs- und Handlungsmuster verdichten sich über den menschlichen Leib. Die eigentliche Reproduktion dieser Denkweise erfolgt über die Interaktion sozialisierter Körper.

 

Die geschlechts-spezifische Körper Sozialisation

Das eigene Geschlecht stellt das erste und grundlegendste biosoziale Differenzierungs-Kriterium dar. Daher spielt vorwiegend die geschlechts-spezifische Sozialisation des Körpers eine wichtige Rolle. In der Gesellschaft gibt es bestimmte Körperkarrieren, die sich geschlechtstypisch zeigen. Das heißt, dass die Identifizierung eines anderen als Mann oder Frau nicht auf Physiologie oder Hormonen beruht. Vielmehr identifizieren sich Ihre Sprösslinge aufgrund von Darstellungs-Formen als männlich oder weiblich.

 

Bereits im zwölften Lebensjahr Ihrer Kinder zeigen sich die geschlechts-spezifischen Körperkonzepte in ihrer Grundlage ausgeprägt. Schließlich beginnt die eigentliche Sozialisation des Körpers im Säuglingsalter. Bei Jungen kümmern sich Eltern vorwiegend um taktile und motorische Fähigkeiten. Dagegen erfolgt bei Mädchen vorrangig eine verbale Stimulation. Nach der Bildung eines bestimmten Körperkonzepts modifizieren Sie als Elternteil dieses unter Umständen. Eine vollständige Änderung ist nicht möglich. Zudem nimmt das soziale Umfeld Einfluss auf die körperliche Sozialisation. Unter Gleichaltrigen lernt Ihr Sohn seine körperliche Belastbarkeit bei aktiven Freizeitspielen kennen. Ihre Tochter konzentriert sich in der Regel auf den interaktions-orientierten Bereich. Dazu zählen die Unterhaltungen mit Freundinnen über Mode oder Make-up.

 

Redaktion: M.Foerster,  A.Nilsson,

 

 

 

 

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