Mit 8 jahren startet die vorpubertäre Phase, so gehst du als Vater damit um:

Wenn Dein achtjähriger Sohn nicht mehr ohne zu murren jeden Familienausflug mitmacht, wenn du als Vater des öfteren hörst „das will ich nicht…“ und „das mach ich nicht…“  dann ist das ein erster Beginn der Pubertät, die sogenannte Vorpubertät die bei deinem Jungen bis zur Vollendung des zehnten Lebensjahres anhalten kann.

Dein Sohn entdeckt sein ICH, er positioniert sich innerhalb der Familie neu, und damit das nicht in einer endlosen Phase von Streitereien endet, musst Du auf vier Faktoren achten. Aber worauf genau und vor allem wie reagieren? Hier findest du Antworten auf Fragen, damit das Familienleben, trotz Turbulenzen, harmonisch bleibt.

Vorpubertät: Achtjähriger zieht neue Grenzen in der Familienhierarchie

Wodurch zeichnet sich die vorpubertäre Phase aus?

War die Entwicklung Deines Sohnes von vielen süßen, lustigen und leichten Momenten geprägt, so ändert sich das schlagartig, spätestens mit dem Eintritt in die dritte Grundschulklasse. Lernen fiel bisher leicht und die Noten waren top.

Plötzlich schleicht sich ein „mangelhaft“ in Deutsch ein und Du denkst noch, es sei ein Ausrutscher, bis sich das kurze Zeit später in Mathematik wiederholt. Und überhaupt wirkt Dein Kleiner „unausstehlich“. Er führt sich wie ein „Klugscheißer“ auf, weiß alles besser und spielt Dich gegen seine Mutter aus. Willkommen in der vorpubertären (Trotz-)Phase.

Freud sprach bei seinen Forschungen von einer Latenzphase.

Der Neurologe und Psychoanalytiker Sigmund Freud war zur Erkenntnis gelangt, dass die Hormonbildung zum Sexualtrieb in der Grundschulphase aussetzt. Dadurch sei die Entwicklung der Kinder deutlich abgeschwächt und im Vordergrund steht die Motorik.

Nach neueren Erkenntnissen in der Kinderpsychologie kristallisiert sich heraus, dass achtjährige Jungs in einer frühen Phase des Sexualtriebs stecken. Diese kennzeichnet sich durch das „wilde“ Spielen und endet in nicht böse gemeinten Raufereien und Streitereien. Forscher gehen davon aus, dass diese Phase daher rührt, dass Jungs früher so auf das spätere Leben als Jäger und Sammler vorbereitet wurden. Durch die Industrialisierung hat sich das nur den äußeren Umständen angepasst. Noch immer „jagen“ Jungs und drücken das im Spiel aus.

Dein Sohn verfolgt neue und erlernte Ideale. So wird das Aussehen plötzlich wichtig und das T-Shirt mit Batman drauf, gilt als uncool. Andererseits jagt er dem Ball beim Fußballspiel hinterher und sieht nicht die Teilnahme, sondern das Gewinnen im Vordergrund. So entsteht im Spiel auch das egoistische Verhalten, den Ball selbst ins Tor zu schießen, anstatt abzuspielen. Es geht fortan also immer mehr um das Besserwerden – seine eigene Identität zu stärken und zu präsentieren.

Dein Sohn erkennt sich selbst und fragt sich: „Wer bin ich und wo gehöre ich hin?“

Es ist wichtig, dass Du als Vater, in Deiner männlichen Rolle des Erziehers, darauf eingehst. Die Abgrenzungen zu seiner Mutter und zum weiblichen Geschlecht sind wichtig. Keinesfalls will er damit einen Keil zwischen Euch treiben, sondern Dich als Partner gewinnen. Mit dem er streiten und toben kann. Sein soziales Umfeld verändert sich, so werden vermehrt Jungs bevorzugt, die solche Verhaltensweisen selbst durchleben und verstehen.

Daran erkennst Du die Vorpubertätsphase

1. Einfache Anweisungen enden in endlosen Diskussionen.
Muss ich wirklich machen, was Papa sagt, oder kann ich die Grenzen neu bestimmen?

2. Leistungsabfall in der Schule.
Muss ich heute wirklich lernen oder darf ich spielen?

3. Mädchen sind doof.
Warum sind Jungs die Einzigen, die mich verstehen?

4. Energiegeladenes Verhalten.
Warum muss ich immer still sitzen?

 

So gehst Du auf die einzelnen Phasen ein

Als Vater musst Du auf jede einzelne Phase eingehen. Fordern und Fördern statt Sanktionieren. Will Dein Sohn mit Dir diskutieren, dann erlaube ihm diesen Freiraum, der wichtig für seine weitere Persönlichkeitsentwicklung ist.

Vorpubertät
Natur und Entdecken steht auf dem Plan ganz oben

Setze Dich mit Deinem Sohn hin und verlange Argumente, die gegen Deine Anweisung sprechen, damit Du Deine Anweisung überdenken kannst. Sucht nach einer gemeinsamen Lösung. Ein Gespräch zwischen Tür und Angel bringt Euch nicht weiter, deshalb vereinbare mit Deinem Sohn einen festen Zeitpunkt für ein Gespräch.

Das bezieht sich ebenso auf Leistungsabfälle in der Schule. Nicht alle Jungen haben diese, sollte das bei Dir der Fall sein, so greife nicht zu Maßnahmen, sondern suche nach einer Lösung.

Sprich mit Deinem Sohn über seinen schulischen Leistungsstand. Finde heraus, welche Schwierigkeiten vorlegen und wie Du ihn dabei unterstützen kannst. Verbote wie Fernsehverbot, Handyverbot oder Spielverbot sind keinesfalls hilfreich. Solche Maßnahmen verpuffen schnell. Er findet Wege, heimlich Deine Verbote zu umgehen. So etwas fördert nur das Misstrauen und endet in einer Flut von Lügen.

Wie schon angedeutet, sind Mädchen zwar noch immer aktive Wegbegleiter, aber aufgrund der unterschiedlichen Entwicklungsphasen, nicht mehr so wichtig wie Jungs.

Nur wer selbst mit diesem Wirrwarr aus Hormonschüben und Aktivitätsausbrüchen „gesegnet“ ist, versteht Dein Sohn. In dieser Phase positioniert er sich, um seine Vorteile herauszustellen, auf die Mädchen in der Pubertät aufmerksam werden.

Dein Knirps ist energiegeladen und benötigt deshalb viel Bewegung. Nur wenn ihm diese gewährt wird, bleibt er am Mittagstisch ruhig sitzen. Nicht immer ist der Energieschub durch eine Tagesaktivität vollständig abgebaut und so gibt es auch unruhige Momente.

Bevor Du jetzt an ADHS denkst und beim Kinderarzt nach einem Medikament fragst, beruhige Dich, es gibt eine einfache Lösung. Geh mit Deinem Sohn raus, unabhängig vom Wetter, und spielt, lauft oder klettert, denn das macht Spaß und baut überschüssige Energie ab. Seid dabei ruhig laut und schreit die Energie in den Wald hinaus.

Jungs mit 8 jahren lieben Abenteuer

Qualitätszeit Vater und Sohn

Als Vater hast Du oft nicht viel Zeit, denn die Arbeit lässt im Alltag oft wenig Freiräume zu. Es ist auch garnicht notwendig jeden Tag mehrere Stunden mit deinem Sohn zu verbringen.

Es kommt wie bei vielen anderen Sachen auch auf die Qualität der gemeinsamen Zeit an. Nimm dir jeden Tag 10-15 Minuten Zeit für deinen Sohn, Zeit in der nur er wichtig ist und deine Gedanken an keiner anderen Sache hängen.
In dieser Zeit stellst du eine Verbindung zu ihm her, frage ihn wie es ihm geht, wie sein Tag war, was ihn bedrückt oder besonders gefeut hat.

Dein Sohn wird spüren das du in dieser Zeit ganz nah bei ihm bist und es wird dauerhaft gut sein für euere Bindung.

 

Motivation durch „wildes“ Spielen

Zum Schluss sei Dir gesagt: Alles ist gut!

Formuliere Deine Anforderungen an Deinen Sohn klar und deutlich. Aber sanktioniere nicht, sondern stärke sein Selbstbild durch Aufmerksamkeit und Teilnahme an seinen Bedürfnissen. Sei selbst mal wieder Kind und tobe Dich mit ihm durch diese vorpubertäre Phase.

Einige Informationen fehlen noch!Hat mir nicht so gut weitergeholfenHat mir gefallen - aber nicht richtig geholfen!Hat mir geholfen und gut gefallenArtikel hat mir sehr gut gefallen (2 Punkte )
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