Jungen ohne Vater, So entwickeln Sie sich

Identitätsprobleme, fehlendes Selbstvertrauen – Wie entwickeln sich Jungen ohne Vaterfigur?

Speziell für Jungen erhält eine männliche Bezugsperson einen hohen Stellenwert. Dabei unterscheiden sich der biologische und der soziale Vater in der Wahrnehmung der Sprösslinge nicht. Das bedeutet, dass Du eine Vaterfigur darstellst, selbst wenn Du nicht der Erzeuger des Kindes bist. Der soziale Vater – also die Bezugsperson – nimmt auf die Entwicklung einen ähnlichen Einfluss wie die Gene des leiblichen Vaters. Demnach formen die Vererbung und der Umgang das Wesen des Sohns. Bei Jungen ohne Vater fehlt in der Regel das männliche Vorbild. In der Folge kommt es bei den Kindern zu einer Identitätskrise, die vorrangig im Laufe der Pubertät ihren Höhepunkt erreicht.

Kinder ohne Väter

Wie entwickeln sich Kinder ohne Väter Urheber: altanaka / 123RF.com

 

Die Entwicklung von Kinder ohne Väter

Aufgrund der fehlenden Bezugsperson kennt der Sohn Eigenheiten, die sich als typisch männlich erweisen, nicht. Frauen neigen in der Erziehung zu ruhigen Spielen, die innerhalb des Hauses stattfinden. Das Rangeln und Toben im Freien gilt speziell bei Müttern als Verrohung der Söhne. Demnach kommen Jungen, die ohne eine Vaterfigur aufwachsen, kaum mit männlichen Verhaltensweisen in Kontakt. Bemerken sie diese während des Aufwachsens an sich, entsteht eine Verwirrung, die aus der Unwissenheit resultiert. Beispielsweise fehlt den vaterlosen Kindern die Erfahrung im Umgang mit männlichen Autoritätspersonen. Dadurch kommt es vor, dass sich die Sprösslinge ein aufsässiges Verhalten aneignen.

Auf die Weise suchen die Söhne die Aufmerksamkeit männlicher Vorbilder. Zudem besteht die Möglichkeit, dass Jungen ohne sozialen Vater Unsicherheiten in Bezug auf ihre Sexualität aufweisen. Vernachlässigen die Mütter die Aufklärung – beispielsweise aufgrund fehlender Erfahrungen – bleibt der Nachwuchs mit ungeklärten Fragen zurück. Der Umstand führt dazu, dass sich die vaterlosen Jungen fremd bleiben. Ihnen fehlt die Eigenidentifikation und demnach das Selbstvertrauen, das sie in ihrem späteren Leben brauchen.

Kinder ohne Väter

Auch Mädchen brauchen Väter, Urheber: altanaka / 123RF.com

 

Söhne ohne Vater

Oftmals leiden Söhne, die ohne eine Vaterfigur aufwachsen, an einem geringen Selbstwertgefühl. Aufgrund ihrer Unerfahrenheit mit männlichen Vorbildern interpretieren sie virile Eigenschaften fehl. Speziell Jungen, die lediglich weibliche Bezugspersonen kennen, lehnen ihre maskulinen Eigenheiten ab. Beispielsweise missverstehen sie den Wunsch, sich in einer Rangelei zu behaupten, als Gewaltbereitschaft. Der Grund besteht in einer fehlerhaften primären Sozialisierung. Der Vater fungiert innerhalb der Familie als zweite Anlaufstelle für den Nachwuchs. Er löst die Bindung zwischen Mutter und Sohn, sodass sich das Kind entfalten kann.

Jungen ohne Vater bleiben in einer symbiotischen Verbindung mit der Mutter. Die Folge besteht in einer verspäteten sekundären Sozialisation. Das bedeutet, die Kinder kommen im Regelfall später mit ihrer Umwelt in Kontakt. Dadurch fehlt ihnen das Selbstbewusstsein. Oftmals geht das vaterlose Aufwachsen mit einem verzerrten Selbstbild einher. Die Söhne kennen lediglich Normen und Werte, welche die Mutter vorgibt. Demnach ergibt sich ein weiblich geprägtes Weltbild, das im späteren Leben Einfluss auf die Verhaltensweisen des Sohnes nimmt. Beispielsweise führt der Verlust der männlichen Bezugsperson zur Ablehnung maskuliner Attribute.

 

Das bedeutet, die Söhne meiden den Kontakt zu anderen Jungen, da sie am Raufen und Toben nicht teilzunehmen wünschen. Umgangssprachlich kommt hier die Bezeichnung „Muttersöhnchen“ zum Tragen. Gleichzeitig kann es vorkommen, dass die Jungen ohne männliches Vorbild ein negatives Selbstbild aufweisen. Durch die daraus resultierende Unsicherheit kommt es beispielsweise zu Wutausbrüchen und einer Weigerung, sich Normen und Regeln anzupassen.

Um beide Extreme in der Entwicklung der Kinder zu vermeiden, brauchen Söhne einen sozialen Vater. Hierbei handelt es sich nicht zwangsläufig um den Erzeuger. Vorrangig kommt es darauf an, den Sohn zu sozialisieren und ihm das notwendige Selbstvertrauen zu vermitteln. Ausschließlich die Akzeptanz typisch männlicher Eigenschaften führt zu einem gesunden Selbstbewusstsein der Jungen.

 

Warum brauchen Jungen einen Vater?

Bleibt der Vater „das unbekannte Wesen“, bleibt sich der Sohn in der Folge fremd. Zu dem Schluss kommt die Tiefenpsychologin Marga Kreckel. Das bedeutet, dass die Kinder nicht wissen, was es bedeutet, ein Mann zu sein. Ihnen fehlt die Erkenntnis, dass die maskulinen Eigenschaften einen wesentlichen Teil ihres Wesens ausmachen. Durch die Abwesenheit des Vaters lernen die Jungen demnach nicht, wie sie sich zu einem Mann entwickeln. Folglich leiden die Sprösslinge an:

  • Scham,
  • Ärger,
  • Angst,
  • Verbitterung
  • und Traurigkeit.

Zusätzlich hängt die Entwicklung der Jungen ohne Vater davon ab, wann die männliche Bezugsperson verschwand. Zeigt sich der Vater bereits nach der Geburt des Schützlings abwesend, nimmt er seine Funktion als Sozialisator nicht wahr. In ihrer Publikation „Der Vater“ bezeichnet die Autorin Sigrid Lang die männliche Bezugsperson als Förderer der Sozialisation. Bereits auf die primäre Sozialisation nimmt der Vater einen wesentlichen Einfluss. Das geschieht, indem er die Symbiose zwischen Mutter und Kind auftrennt. Damit gibst Du Deinem Sohn die Chance, sich frei zu entfalten.

Ein Sohn ohne Vaterfigur bleibt in der engen Mutter-Kind-Bindung. Demnach fehlt ihm die Möglichkeit, die sekundäre Sozialisation problemlos zu bewältigen. Während die Eltern die Primärsozialisierung vornehmen, besteht die zweite Stufe im selbstbewussten Umgang mit Menschen außerhalb der Familie. Beispielsweise gehören dazu Lehrer, Freunde und Schulkameraden. Besitzt der Sohn ohne Vaterfigur wenig Selbstvertrauen, fällt ihm die Integration in eine soziale Gruppe schwer. In der Folge leiden die männlichen Sprösslinge an ihrer Stellung als Einzelgänger.

 

Väter lehren den Söhnen männliche Eigenschaften

Ohne die Vorbildwirkung einer maskulinen Bezugsperson können die Jungen das Potenzial ihrer männlichen Eigenheiten nicht ausschöpfen. Im Vergleich zu Töchtern verfügen die Söhne in der Regel über einen erhöhten Bewegungsdrang. Speziell der männliche Nachwuchs bevorzugt Rangeleien oder aus weiblicher Sicht derbe Spiele im Freien. Ein Sohn ohne Vaterfigur bleibt den Aktivitäten im Regelfall fern. Selbst alleinerziehende Mütter, die sich bemühen, die Vaterabsenz auszugleichen, stoßen bei Raufereien an ihre Grenzen.

Sie benehmen sich vorsichtiger als männliche Bezugspersonen, sodass der Junge seine Energie nicht auspowert. Stattdessen bleiben ihm seine virilen Eigenschaften fremd. Ohne die Möglichkeit, die vorhandene Kraft und Leistungsbereitschaft auszutesten, neigen die Kinder zu einem überdrehten Verhalten. Beispielsweise prägen Konzentrationsschwierigkeiten ihr Verhalten. Zusätzlich suchen sie die stetige Aufmerksamkeit der Mutter, um ihr Bedürfnis nach Zuneigung zu befriedigen.

Jedoch bekommen die Jungen selbst bei einer liebevollen Mutter-Kind-Beziehung Schwierigkeiten bei der Persönlichkeitsentwicklung. Der Grund besteht in dem Unverständnis der maskulinen Eigenheiten. Vorwiegend in Bezug auf die eigene Sexualität fehlt dem Sohn ohne Vaterfigur ein Vorbild, mit dem er sich identifiziert.

 

Wann bemerken Jungen den Vaterverlust?

Als Säugling nimmt der Sohn die Absenz des Vaters nicht bewusst wahr. Jedoch entstehen aufgrund der fehlenden männlichen Bezugsperson psychosoziale Folgen, die sich im späteren Leben der Kinder zeigen. Demnach führt die Abwesenheit der Vaterfigur zu einer Vater-Deprivation. Hierbei bezeichnet der Begriff den Verlust des sozialen Vaters, wobei bei den betroffenen Sprösslingen psychische Auffälligkeiten auftreten. Zusätzlich leiden sie unter Umständen an Angstzuständen, einem negativen Selbstbild oder selbstverletzendem Verhalten. Im Säuglingsalter spielt es keine Rolle, ob es sich bei dem Nachwuchs um einen Jungen oder ein Mädchen handelt.

Das heißt, in dem Alter erweisen sich die Folgen der Vaterabsenz bei beiden Geschlechtern als irrreversibel. Die Persönlichkeitsbildung bei Kindern beginnt mit dem dritten Lebensjahr. Ab dieser Zeit erkennen die Kleinen ihre Eltern als Vorbild an und richten ihr Verhalten nach den geltenden Regeln und Normen. Auf die physische und psychische Entwicklung nimmt die Gleichgeschlechtlichkeit zwischen Bezugsperson und Schützling einen wesentlichen Einfluss. Das heißt, dass sich Mädchen vorwiegend am Verhalten der Mutter orientieren. Jungen dagegen achten vermehrt auf die Verhaltensweisen des Vaters. Bei einem Sohn ohne Vaterfigur fehlt demnach von vornherein eine gleichgeschlechtliche Identifikationsquelle.

 

Während des Aufwachsens unterscheiden sich die vaterlosen Söhne aus dem Grund von Jungen, die ein männliches Vorbild besitzen. Vorwiegend außerhalb des engsten Umfelds kommt es zur Konfrontation der Kleinen mit der Absenz der Vaterfigur. In der Familie kennen die Jungen ausschließlich die symbiotische Verbindung mit der Mutter. Während der sekundären Sozialisation lernen sie jedoch andere Kinder kennen und bemerken deren Beziehung zum Vater oder einer anderen männlichen Bezugsperson.

Dabei fällt den vaterlosen Schützlingen der Unterschied der Familientypen auf. Sie erkennen, dass der Vater zu einer klassischen Familie gehört und fragen sich, warum ihnen die männliche Bezugsperson fehlt. Aus dem Grund tritt bei einem Sohn ohne Vaterfigur bereits im Vorschulalter eine Identitätskrise auf. Bereits im Alter zwischen drei und fünf Jahren fragen die Kleinen vermehrt nach ihrem biologischen Vater. Zusätzlich wünschen sie, die Gründe für dessen Abwesenheit zu erfahren. Hierbei besteht die Notwendigkeit, die Schuldfrage mit den Kindern zu klären. Das bedeutet, der Junge muss erfahren, dass ihn keine Schuld trifft.

 

Ohne diese Erkenntnis neigt der Sohn ohne Vaterfigur zu einem negativen Selbstbild. Er glaubt unter Umständen, ihm fehle der Vater aufgrund persönlicher Defizite. Demnach versuchen die Kleinen, die Verantwortung für die Abwesenheit der männlichen Bezugsperson zu übernehmen. Neben einem beeinträchtigten Selbstbewusstsein verursacht dieser Prozess Wut auf den abwesenden Vater. Hierbei kommt es beispielsweise zu einer Ablehnung der männlichen Eigenheiten. Ohne die Möglichkeit, den Zorn zu bewältigen, neigen die vaterlosen Jungen zu einem aggressiven Verhalten. Dieses resultiert gleichzeitig aus der eigenen Unsicherheit und dem Fehlen einer Vater-Kind-Bindung.

 

Die Vaterabsenz und die Pubertät

Speziell zu Beginn der Pubertät leiden die Söhne an dem Verlust einer maskulinen Bezugsperson. Durch die Veränderung des Körpers entsteht eine verstärkte Unsicherheit. Für die Mutter besteht in der Regel keine Chance, die sich entwickelnde Gefühlswelt der Jungen zu erklären. Ausschließlich an einem gleichgeschlechtlichen Vorbild können sich die Kinder orientieren. Ein Sohn ohne Vaterfigur lernt aus dem Grund nicht, welche körperlichen und hormonellen Veränderungen auf ihn zukommen. Aufgrund der Entwicklung kommt es bei ihm unter Umständen zu einer Überforderung, die gleichermaßen Angst und Aggressionen hervorruft.

Bereits im Säuglingsalter spielt der Vater eine wichtige Rolle bei der Triangulierung. Das bedeutet, er fungiert während des Lösungsprozesses zwischen Mutter und Kind als nächste Bezugsperson. Fehlt er in dem Zeitraum, leidet der Junge an einer Trennungskrise. Speziell während einer physischen und psychischen Veränderung führt die Trennungsangst zu Bindungsstörungen. Beispielsweise fällt es dem Sohn ohne Vaterfigur schwer, Vertrauen zu seinen Mitmenschen aufzubauen. Dadurch schließt er schwerer Freundschaften. Auch bei der Suche nach einer emotionalen Beziehung stellt die frühkindliche Trennungskrise ein Defizit dar.

 

Des Weiteren weiß der Sohn ohne Vaterfigur nicht, wie er sich Frauen gegenüber verhält. Durch die Absenz eines männlichen Vorbilds fällt ihm der Umgang mit Mädchen schwer. Aufgrund der eigenen Unsicherheit entwickelt sich aus dem schlechten Selbstbild im schlimmsten Fall eine Abneigung der eigenen Person gegenüber. Hierbei handelt es sich um eine Form von Selbsthass, die unter Umständen mit einem autoaggressiven Verhalten einhergeht. Die Verhaltensweisen bezeichnen eine psychische Störung, bei sich die Betroffenen vorsätzlich Verletzungen zufügen. Ein Synonym für die Tätigkeit nennt sich Artefakthandlung.

Oftmals suchen sich vaterlose Söhne männliche Autoritätspersonen, gegen die sich rebellieren. Das Ziel besteht in dem Erhalt von Aufmerksamkeit, selbst wenn diese negativer Natur ist. Beispielsweise stören die Jungen in der Schule oder provozieren Prügeleien. Eine verschärfte Form des Bedürfnisses nach Beachtung besteht in kriminellen Handlungen. Hierbei erweisen sich Polizisten oder Sozialarbeiter als Bezugsperson, deren Nähe der Sohn unterbewusst sucht. Durch den stetigen Kontakt mit den Autoritätspersonen identifiziert sich der Sprössling als Mann und grenzt sich gleichzeitig von den geltenden Normen ab.

 

Demnach versucht er, seine eigene Persönlichkeit zu finden. Die Rolle des Vaters in der Pubertät besteht darin, als Vorbild und Leitfigur zu fungieren. Das bedeutet, dass sich Dein Sohn an Dir misst. Fehlt den Kindern die männliche Bezugsperson, bleibt das Bedürfnis, sich auszuprobieren und zu behaupten, unerfüllt. Während der Pubertät verlieren die Jungen ihre Identität als Kinder und machen sich folglich auf die Suche nach ihrer neuen Stellung innerhalb der sozialen Gruppe. Kommt es bei vaterlosen Schützlingen bereits im Kindesalter zu einer Identitätskrise, fehlt ihnen während der hormonellen Umstellung die Sicherheit.

Ohne den Rückhalt einer Vaterfigur erhält der Junge falsche Illusionen, die seinen Wunsch nach Männlichkeit prägen. Beispielsweise lebt der Jugendliche das Bedürfnis, sich durchzusetzen, mit körperlicher Gewalt gegenüber Schwächeren aus. Alleinerziehende Mütter reagieren auf das veränderte Verhalten ihrer Söhne oftmals überfordert. Sie misinterpretieren die aufkommende Streitlust des Jungen als Undankbarkeit oder eine beschädigte Mutter-Kind-Bindung. Dabei nimmt das äußerlich aggressiv wirkende Benehmen des Sohns einen wesentlichen Stellenwert in seiner Entwicklung ein.

 

Auf die Weise sucht der männliche Nachwuchs nach seiner Identität und testet die maskulinen Fertigkeiten. Beispielsweise gehört die Stärke zu den männlichen Klischees. Mit dem Vater tritt das Kind während der Pubertät vermehrt in Konflikt. Dabei widerspricht es in einigen Fällen ausschließlich aus dem Drang heraus, sich zu behaupten. Ohne eine Vaterfigur fehlt dem Jungen der Rückhalt. Dadurch lebt er seinen Wunsch nach Stärke in Form von körperlicher Gewalt aus. Durch die Rebellion gegen gültige Regeln versucht er, Aufmerksamkeit zu erhalten und sich gleichzeitig ein neues Selbstbild zu schaffen.

 

 

Väter reagieren gelassener als Mütter

Fehlt dem Jungen die Vaterfigur als Konfliktpartner, kommt es vermehrt zum Streit mit der Mutter. Hierbei zeigt sich jedoch, dass Frauen bei Konfrontationen oftmals emotionaler reagieren. Während der Vater gelassen bleibt, gerät die Mutter in Rage oder fühlt sich von der Streitlust des Sohnes verletzt. Daher kommt es bei vaterlosen Jungen nicht selten zu einer gestörten Mutter-Kind-Beziehung. Die Aggressionen des Sohnes resultieren dabei nicht aus tatsächlichem Zorn gegenüber der Mutter. Vielmehr braucht der Jugendliche den Konflikt, um seine eigenen Stärken zu erkennen. Das heißt, er lernt, sich auf diese Weise durchzusetzen.

Durch eine Konfrontation mit dem Vater fühlt sich der Sohn ernst genommen. Der Umstand wirkt sich positiv auf das Selbstbewusstsein des Kindes aus. Ohne die Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten auszutesten, bekommt es keine Chance, das Selbstwertgefühl zu stärken. Demnach fühlt sich der Sohn nicht als eigenständige Persönlichkeit, wobei erneut eine unvollkommene Identitätsentwicklung droht. Geraten männliche Sprösslinge in eine Konfliktsituation, entladen sie diese nach außen. Darin unterscheiden sich Jungen von Mädchen, die Streitigkeiten oftmals rationaler bewältigen.

 

Speziell dieser Unterschied macht es den Müttern schwer, auf das lautstarke Verhalten ihrer Söhne einzugehen. Bekommt das Kind das Gefühl, sich zurückhalten zu müssen, wirkt sich der Umstand auf sein späteres Leben aus. Folglich kommt es zu einer Schwierigkeit, Konflikte zu lösen. Die vaterlosen Jungen neigen dazu, Konfrontationen zu meiden, oder suchen den Streit. Speziell Letzteres birgt die Gefahr, dass die Söhne ihre Aggressionen an schwächeren Personen auslassen. Hierbei spielt erneut die Misinterpretation männlicher Stärke eine Rolle.

Des Weiteren zeigt sich, dass Jungen ohne einen Vater zu einem verstärkten Risikoverhalten neigen. Das erklärte der Forscher Robert Schlack vom Robert-Koch-Institut auf dem Zweiten Wissenschaftlichen Männerkongress an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Zu den Verhaltensweisen, die sich bei vaterlosen Sprösslingen häufen, gehört beispielsweise das Rauchen sowie Schul- und Ausbildungsversagen.

 

Junge Väter ohne Vaterfigur

Wachsen die Söhne ohne ein männliches Vorbild auf, kann es dazu kommen das Ihnen der Zugang zu Ihrem eigenen inneren Mann fehlt. Da Sie männliche Eigenschaften in Ihrer Entwicklung nicht erfahren konnten haben Sie es schwerer diesen Zugang zu sich zu finden.

 

weiterführend:

Psychosoziale Folgen des Vaterverlusts

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article125896077/Ohne-Vater-bleibt-sich-der-Sohn-fremd.html

Buch: Sigrid Lang – Der Vater. Seine Bedeutung und Funktionen für das Kind und die Vater-Kind-Bindung“

http://edoc.rki.de/oa/articles/reH8q4ULJcpSY/PDF/28tgPU5RAfa.pdf

 

 

 

 

auf Netpapa® schreibt

Mario Foerster, Redaktionsleitung

Als begeisterter Vater bin ich Herausgeber von Netpapa.de eines der größten deutschsprachigen Magazine für Männer und Väter. Ich freue mich, Dir gemeinsam mit anderen Autoren viele interessante Themen vorstellen zu können.


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