Jungen mit 12 Jahren: Entwicklung, Psychologie, Probleme und Sorgen

Mit etwas Verspätung kommen Jungen mit 12 Jahren in der Vorpubertät an, wobei sich diese Phase auf das 13. Lebensjahr übertragen kann. Es wird chaotisch, turbulent und für viele Eltern nicht immer ganz einfach. Welche Probleme und Sorgen unsere Jungs mit 12 Jahren mit sich herumtragen und was ihr unbedingt über den Entwicklungsstand wissen müsst, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Entwicklung und Veränderung von Jungen mit 12 Jahren

Kommen die Jungen in der Lebensphase zwischen 12 und 19 Jahren an, ergeben sich die größten Veränderungen in der Körpersilhouette und in den sekundären Geschlechtsmerkmalen. Dabei unterliegen die meisten Veränderungen enormen Variationen, die von Kind zu Kind unterschiedlich ausfallen. Insbesondere die neuronalen Systeme im Gehirn verändern sich und bilden eine Vielzahl neuer Verbindungen.

Die Aufmerksamkeit und das Arbeitsgedächtnis verbessern sich im Zusammenhang mit dem metakognitiven und abstrakten Denken. Dabei solltet ihr bedenken, dass nicht alle Areale im Gehirn zur gleichen Zeit reifen. So können sich zunächst die basalen Funktionen wie die räumliche Orientierung und die Sprache verändern und im Nachgang die motorische Koordination.

Sehr interessant ist die sprachliche Veränderung der Jungen mit 12 Jahren, die zunehmend in Jugendsprache sprechen und damit ihre Identität deutlich machen. Eben genau diese Identitätsfindung ist eine der wichtigsten Errungenschaften der Vorpubertät und der Heranwachsenden. Sie lösen sich zunehmend von der Familie und den Werte und Normen innerhalb der Familie ab.

Die elterliche Kontrolle, die wir in den vorhergehenden Jahren problemlos ausgeführt haben, kann zur Rebellion führen. Neben dem Vertrauen in die Familie steigt die Konfliktbereitschaft. Scheinbar alltägliche Probleme können binnen weniger Sekunden ausarten, ohne dass wir überhaupt bemerken, was der Grund für den Ausraster oder einen Streit war.

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Was passiert mit Jungen mit 12 Jahren?

Tatsächlich erkennen viele Eltern ihre Söhne nicht wieder, wenn sie sich zum jungen Mann entwickeln. Das mag mit 12 Jahren vielleicht noch nicht der Fall sein. Dennoch starten viele Jungen in diesem Alter in das Stadium der Vorpubertät, das vollkommen neue Rollenkonflikte und Probleme mit sich bringt. Der Start bewegt sich zwischen dem 10. und den 13. Lebensjahr.

In dieser Phase sind die meisten Jungen recht verspielt. Sie toben mit ihren Kumpels den ganzen Nachmittag draußen herum und sind am liebsten mit ihren Freunden unterwegs. Zur gleichen Zeit steigt die Produktion von Testosteron sprunghaft. Das ist ein wichtiges Sexualhormon im männlichen Körper. Es läutet den körperlichen Umbauprozess sein, der mit der Entwicklung der geschlechterspezifischen Merkmale sowie der Körperbehaarung einhergeht.

Entwicklung von Jungen mit 12 Jahren – Copyright: Anna Nahabed bigstockphoto.com

Was bewirkt Testosteron bei Jungen mit 12 Jahren?

In diesem Zeitraum kommt es wohl zu einer der wesentlichen Veränderungen, denn die Jungs kommen in den Stimmbruch. Das geht auf das einsetzende Wachstum der Stimmbänder zurück, das zu einer deutlichen Stimmveränderungen führt. Ein erstes Anzeichen für uns Eltern sind die Kinder, die sich in ihr Jugendzimmer zurückziehen und ihre gleichaltrigen Freunde über uns stellen.

Zugegeben, für die meisten ist das am Anfang hart, aber vollkommen normal. Schließlich markiert dieser Entwicklungsschritt eine wichtige Phase hin zum jungen Mann und zur selbständigen Persönlichkeit. Wir Eltern nehmen eine neue Rolle an, in die wir ebenso hineinwachsen müssen.

Die Jungs suchen Abstand zu ihren Eltern. Sie markieren den starken Kerl und haben eigentlich mit jeder Menge körperlicher und seelischer Herausforderungen zu kämpfen. Es ist gar nicht so einfach, mit fundamentalen Veränderungen zurechtzukommen. Für viele Jungs beginnt eine Trotzphase, die von den Eltern eine Balance zwischen Geborgenheit und Ablösung bedeutet. In der späteren Pubertät kämpfen die Jungs mit ihrem Image als Einzelgänger und Rebell und wollen doch eigentlich von ihren Eltern in den Arm genommen werden.

Eigentlich lässt sich gar nicht so genau sagen, wann der Zeitpunkt für die Pubertät gekommen ist. Verallgemeinernde Aussagen sind für Eltern nicht hilfreich. Sie sollen vielmehr eine Orientierung geben. Durchschnittlich kommen Jungs im Alter von 12 Jahren in die Pubertät. Dieser Prozess ist mit ca. 18-19 Jahren abgeschlossen. Für die meisten Jungs ist der einsetzende körperliche Veränderungsprozess ausschlaggebend für einen neuen Lebensprozess. Darüber hinaus kämpfen viele Jungen im Alter von 12-16 Jahren mit extremen Wachstumsschüben, was zu Schwankungen im Körpergewicht führen kann.

Wie gehen Eltern mit Problemen von 12-jährigen Jungen um?

Zunächst einmal solltet ihr euch mit einer Portion Humor und Gelassenheit ausstatten. Es steht euch eine wirklich anstrengende Zeit bevor, die aber auch viele spannende Veränderungen mit sich bringt. Ohne triftigen Grund können eure Söhne einen Streit vom Zaun brechen. Diese Konflikte sind fast ausschließlich auf das Hormonchaos zurückzuführen. Die Jungs haben Probleme, sich mit ihren Veränderungen zurechtzufinden und müssen selbst mit ihren Gefühlsschwankungen klarkommen.

Mit den körperlichen Veränderungen kann sich ein vollkommen neues Schamgefühl einstellen. So fasst ihr vielleicht auf die Türklinke und sie ist zum ersten Mal verschlossen. Mädchen wie auch Jungen entwickeln dieses Schamgefühl innerhalb der Pubertät. Sie entdecken ihren Körper und wollen beim besten Willen nicht ihre Eltern dabeihaben.

Parallel zum Einsetzen der Menstruation bei den Mädchen kommt es beim Jungen zum ersten Samenerguss. Den Zeitpunkt dafür kann niemand auf ein bestimmtes Lebensjahr bestimmen. All dies führt zu einer gewissen Abgrenzung im Hinblick auf die Eltern. Die Ausbildung der Persönlichkeit und Identität hat diverse Auswüchse, die von der Mode über den Look, das Verhalten, die Sprache bis hin zur Beziehung zu Eltern, Freunden, Verwandten und Bekannten reichen.

Jungen wollen mit 12 Jahren möglichst ohne Einfluss ihrer Eltern über ihr Taschengeld bestimmen und mit ihren Freunden und nicht mit Erwachsenen ihre Freizeit verbringen. Tatsächlich lassen viele Jungen mit 12 Jahren ihre Eltern nur noch wenig an den Freizeitaktivitäten teilhaben. Das ist für viele Papas und Mamas eine äußerst bittere Pille.

Wann kläre ich meinen Jungen mit 12 Jahren auf?

Auch wenn sich viele Eltern vor dieser Aufgabe drücken wollen und dies gern an die Schule oder die digitale Umgebung abgeben, nimmt Ihnen wohl niemand die Aufklärung ab. Grundsätzlich sind Jungen im Alter von 10-12 Jahren allein durch die Öffentlichkeit und die Schule schon ganz gut aufgeklärt. Doch sobald sich der Körper verändert, steigt damit die Unsicherheit. Sexualität und körperliches Bewusstsein sollten zuhause niemals zu einem Tabuthema werden.

Zudem solltet ihr niemals darauf warten, dass die Kinder auf euch zukommen und heikle Fragen stellen. Es ist eure Aufgabe, die Informationen auf irgendeine Art und Weise zur Verfügung zu stellen. Wenn es im persönlichen Gespräch zwischen den Eltern und den Jungen nicht möglich ist, so doch durch Informationsbroschüren, ein Beratungsgespräch bei einer Vertrauensperson oder durch anderweitige Literatur. Behandelt Sexualität und Geschlechtlichkeit zuhause als etwas vollkommen Normales und stellt euren Kindern frei zugänglich konkrete Informationen und Antworten zur Verfügung

Quellen und Links