Mein Kind mit 5 Jahren in der Wackelzahnpubertät: So kannst Du als Vater damit umgehen

Wackelzahnpubertät
Wackelzahnpubertät? Copyright: TatyanaGl bigstockphoto

Wir zeigen Dir was Du als Vater mit deinem Kind mit 5 Jahren erwarten kannst und welche schwierigen Phasen auf Dich zukommen. Die im Kleinkindalter beginnende Trotzphase endet bei vielen Kindern Mitte des vierten Lebensjahres. Im Vorschulalter treten erneut ähnliche Symptome in Form von Trotz, Wutanfällen oder plötzlichem Weinen auf. Diese schwierige Phase resultiert aus dem Entwicklungsschritt zum baldigen Schulkind und nennt sich Wackelzahnpubertät.

Wackelzahnpubertät
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Die Wackelzahnpubertät – Das Wichtigste in Kürze:

  • Im Alter zwischen fünf und sieben Jahren vollzieht sich bei Kindern der erste Gestaltwandel. Der aus der Entwicklungspsychologie stammende Begriff beschreibt den psychischen und physischen Übergang vom Kleinkind- zum Großkindalter.
  • Die körperlichen und seelischen Veränderungen und die damit verbundenen Erwartungen ihres Umfelds bedeuten für Kinder Stress. Diesen verarbeiten sie mitunter mit aggressiven Gefühlsausbrüchen.
  • Während dieser Autonomiephase beschäftigen sich Kinder vermehrt mit ihrer Identitätsentwicklung. Die Beziehung zu Eltern und Geschwistern lockert sich. Trotz des Strebens nach Selbstständigkeit wünscht sich der Nachwuchs in dieser für ihn und seine Mitmenschen schwierigen Phase Verständnis und Unterstützung.

Welche körperlichen Symptome bringt die „Wackelzahnpubertät“ mit sich?

Ab einem Alter von fünf Jahren treten bei Kindern physische Veränderungen in schneller Folge auf. Der Körper entwickelt sich vom Kleinkind zum Großkind. Während dieses ersten Gestaltwandels:

  • wachsen Mittel- und Untergesicht, sodass sich das kleinkindhafte Gesichtsschema langsam verliert
  • strecken sich die Extremitäten, sodass der Körper insgesamt länger wirkt
  • senkt sich der Körperschwerpunkt ab und prägt sich eine Taille aus
  • baut sich das für Kleinkinder typische Unterhautfettgewebe zunehmend ab

Bei Jungen und Mädchen ab fünf Jahren prägt sich die Muskulatur verstärkt aus – allem voran die Rückenmuskulatur. In Verbindung mit der steigenden Bewegungserfahrung entwickelt sich bei ihnen ein starker Bewegungs- und Tatendrang.

Ebenso gehört der Zahnwechsel zu den auffälligen Merkmalen während dieser Autonomiephase. Aus diesem Grund prägte sich für sie der Begriff „Wackelzahnpubertät“.

Wie verändert sich das Verhalten der Kinder mit 5 Jahren?

Im Vorschulalter beginnt der Nachwuchs vermehrt, nach Autonomie zu streben. Ausgelöst durch den körperlichen und geistigen Entwicklungssprung, setzen sich Kinder ambitionierte Ziele. Gleichzeitig leiden sie unter dem eigenen physischen sowie kognitiven Unvermögen, diese zu erreichen. Dadurch entstehen Stress, Frust und Wut.

Diese Gefühle verarbeiten sie durch:

  • Weinen
  • Schreien
  • Trotz

Ebenso gibt es Momente, in denen sich Kinder ruhig aus der Situation zurückziehen, um die belastenden Gefühle mit sich allein auszumachen.

Die Wutanfälle während der „Wackelzahnpubertät“ richten sich vermehrt gegen ältere Geschwister und Eltern. Sie verstärken sich, wenn diese dem Kind die aus ihrer Sicht zu ehrgeizigen Ziele auszureden versuchen oder diese belächeln. Beides widerspricht aus kindlicher Sicht dem Autonomiestreben.

Zwischen Gleichaltrigen bauen sich ebenfalls vermehrt Spannungen auf. Befinden sich mehrere Kinder gleichzeitig in einer ausgeprägten Reifungsphase, schränkt der individuelle Autonomiewille das gemeinsame Spiel ein. Jedes Kind versucht, seine Ziele zu erreichen und fordert dafür die Unterstützung der anderen ein. Jedoch fehlt die soziale Kompetenz, um sich untereinander zu einigen, was erneut zu Stress führt.

Zeitweilig wirken Kinder während dieser Phase labil, da sich ihr Antrieb tage-, stunden- oder minutenweise ändert. Phasen starken Tatendrangs wechseln sich mit Antrieblosigkeit ab.

Letzteres erklärt sich durch den Interessenwechsel des Nachwuchses. Spiele, die ihm bis vor Kurzem Spaß bereiteten, empfindet er zunehmend als langweilig oder „babyhaft“. Die stark wechselnde Antriebsphase bleibt bestehen, bis Kinder neue Interessengebiete für sich erschließen.

Zusätzlich bedeutet der baldige Schulbeginn für Kinder psychischen Stress. Einerseits sehnen sie die nächste Lebensphase herbei, um zu „den Großen“ zu gehören. Andererseits ängstigen sie die Erwartungen ihres Umfelds, die mit dem neuen Lebensabschnitt einhergehen. Darauf reagiert der Nachwuchs mit Unsicherheit, Angst und Albträumen.

Wie gehen Väter mit der „Wackelzahnpubertät“ um?

Das teils widersprüchliche Verhalten von Kindern in der Vorschulzeit verunsichert viele Väter. Sie wissen nicht, wie sie ihrem Nachwuchs gegenübertreten: mit Strenge, mit Geduld? Um Konfliktsituationen während dieser Reifungsphase zu lösen, empfiehlt es sich:

  • die eigenen negativen Gefühle unter Kontrolle zu halten
  • zu versuchen, gelassen zu bleiben
  • dem Kind zuzuhören und seine Gefühle anzuerkennen
  • Unterstützung in schwierigen Situationen anzubieten, ohne dem Nachwuchs seine Selbstständigkeit abzusprechen
  • dem Bedürfnis des Kindes nach Distanz oder Nähe zu entsprechen

Steckt sich ein Kind während dieser Autonomiephase ein für sich unerreichbares Ziel, reden die Eltern ihm dieses nicht aus. Das schürt erneut Frust und bietet dadurch Konfliktpotenzial. Sinnvoller ist es, dem Nachwuchs Wege aufzuzeigen, wie er sich seinem Ziel annähert.

Obgleich Kinder während der „Wackelzahnpubertät“ viel Verständnis benötigen, stellen die Eltern klare Regeln auf. Die festen Strukturen geben dem Nachwuchs Halt und vermitteln ein Gefühl von Geborgenheit.

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