Elterngeld zu Ende? So geht es nach dem Basis-Elterngeld weiter:

Einkommen nach dem Elterngeld – der Ratgeber für Eltern:

In der Regel sieht es die deutsche Rechtsprechung vor, dass mit der Geburt eines Kindes dem Haushalt 14 Monate Basiselterngeld zur Verfügung steht. Ist dieses Elterngeld zu ende, fragen sich viele Mütter und Väter, wie es mit der Versorgung des Nachwuchs weitergeht. Gibt es weitere, staatliche Hilfen? Was ist das Elterngeld Plus nach dem Elterngeld? Und wer kann sie unter welchen Voraussetzungen beantragen?

Elterngeld zu Ende

Elterngeld zu Ende – Wie geht es nach Elterngeld dem weiter? Copyright: Wayhome Studio bigstockphoto

 

Nach dem Basiselterngeld das Elterngeld Plus

Der ideale Weg nach dem Basiselterngeld

Die 14 Monate Elterngeld sollen es ermöglichen, dass auch Eltern in Vollzeit die ersten, wichtigen Lebensmonate ihres Kindes intensiver erleben können und nicht aus finanziellen Gründen in ihrem Beruf arbeiten müssen. Ist das Elterngeld zu ende, soll im Idealfall der normale Erwerb wieder aufgenommen werden und damit die finanzielle Versorgung der Familie stabilisiert sein. Das Kind hat einen Kita-Platz gefunden und wird während der 40-Stunden-Woche der Eltern einen festen Platz mit Kontakt zu Gleichaltrigen.

Viele Eltern teilen die 14 Monate unter sich auf, sodass beispielsweise zunächst die Mutter allein für das Kind da ist, da sie für das Stillen notwendigerweise Zuhause sein muss und der Vater mit ihr gemeinsam die letzten Monate der Elternzeit nutzt. Danach starten beide Elternteile wieder in Vollzeit durch.

Zum Schutz der Eltern sieht es die Gesetzgebung vor, dass der alte Arbeitgeber, wenn die Elterngeld zu ende ist, das Recht auf Weiterbeschäftigung geben muss. In der Praxis ist dies aber häufig nicht so einfach. Viele Eltern wollen für ihr Kind am liebsten den alten Vollzeitjob in eine Teilzeitstelle wandeln. Jedoch ist nicht jeder Betrieb damit einverstanden und ein Recht auf Teilzeit gibt es nicht.

Ein Tipp: Nimmst du Urlaubstage in die Elternzeit mit, kannst du diese nach deren Ende regulär nutzen. Das bedeutet, dein Arbeitgeber muss dir bei Wiedereinstieg diese Tage bezahlen.

Für einen guten Übergang vom Elterngeld, das zu ende geht, hin zur alten Anstellung: frühzeitig mit dem Arbeitgeber über die individuellen Vorstellungen des Wiedereinstieges zu sprechen. Im möglichst lockeren Gespräch können günstige Bedingungen für beide Seiten gefunden werden. Auf keinen Fall jedoch solltest du dich finanziell verschlechtern müssen. Möglichst sind beispielsweise Fortbildungen noch bevor die Elternzeit zu ende ist. Damit erweiterst du deine Qualifikation und kannst gegebenenfalls sogar eine Neuorientierung im Beruf anstreben.

Insgesamt können ungünstige Bedingungen aber dazu führen, dass Eltern nicht reibungslos in ihren alten Beruf zurückkehren können. Hinzu kommen Fälle, in denen es zu Beginn der Elternzeit keine Beschäftigung gab und entsprechend keinen Arbeitgeber, zu dem man, sobald das Elterngeld zu ende ist, zurückkehrt.

Kannst du gemeinsam mit deiner Partnerin bereits vorher absehen, dass ihr zusätzliche Unterstützung nutzen wollt, ist frühzeitiges Handeln wichtig.

 

Elterngeld Plus nach dem Elterngeld

Elterngeld zuende – beantrage frühzeitig das Elterngeld Plus

Seit dem 01. Juli 2015 können Eltern auch das Elterngeld Plus in Anspruch nehmen. Alle Eltern deren Kinder, nach diesem Stichtag geboren wurden, haben einen Anspruch darauf. Das Elterngeld Plus wird ebenso wie das klassische Elterngeld berechnet und dann durch 2 geteilt. Es beträgt also die Hälfte des Basiselterngeldes.

Wichtig für das Elterngeld Plus: Du musst dich frühzeitig entscheiden

Das Elterngeld Plus kann nicht einfach gewählt werden, wenn das klassische Elterngeld zu ende ist, sondern stellt Eltern vor die Wahl: Jeder Monat Elternzeit kann durch zwei Monate Elterngeld Plus ersetzt werden. Wer also beispielsweise die gesamten 14 Monate Basiselterngeld eintauscht, erhält 28 Monate Elterngeld Plus. Der ausgezahlte Gesamtbetrag bleibt unterm Strich gleich.

Diese längere Förderung ist ein guter Kompromiss, wenn ein Elternteil oder auch beide Elternteile während der Elternzeit nicht komplett auf ihre Arbeit verzichten wollen oder können.

Und sobald Basiselterngeld und Elterngeld Plus beendet sind?

Jedes Kind hat bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres (und unter bestimmten Bedingungen darüber hinaus) ein Anspruch auf Kindergeld. Solange dein Kind minderjährig ist, bekommst du gemeinsam mit der Mutter des Kindes das Kindergeld überwiesen. Als Erziehungsberechtigte sollt ihr das Geld im Interesse des täglichen Bedarfs des Kindes einsetzen.

Für den Erhalt des Kindergeldes musst du einen Antrag bei der Bundesagentur für Arbeit ausfüllen und folgende Angaben machen:

  •  deine Steueridentifikationsnummer und die des Kindes
     
  • deine Bankverbindung (IBAN)
     
  • einen Nachweis zur Geburt erbringen, sprich eine Kopie der Geburtsurkunde vorlegen

Der Antrag auf Kindergeld kann inzwischen online eingereicht werden und wird mit einer schriftlichen Bestätigung abgehandelt. Sollte die Bearbeitung länger dauern, wird dennoch der komplette Betrag ab der Geburt gezahlt.

Zusätzliches zum Kindergeld gibt es eventuell den Kinderzuschlag

Spätestens 28 Monate nach der Geburt deines Kindes ist jede Form Elterngeld zu ende. Solltest du aus diversen Gründen nicht sofort in deinen Beruf zurückkehren können, gibt es eine weitere Möglichkeit, staatliche Unterstützung zu bekommen, die über das normale Kindergeld hinausgeht.

Informiere dich, ob deiner Familie ein Kinderzuschlag zusteht.

Für einkommensschwache Familien ist der Kinderzuschlag eine ergänzende Leistung, die allerdings an mehrere Vorbedingungen geknüpft ist:

  •  Du bekommst bereits Kindergeld
  •  das Kind ist jünger als 25 Jahre und unverheiratet
  •  das Kind lebt in einem gemeinsamen Haushalt mit dir
  •  das Gesamteinkommen der Eltern liegt bei mindestens 900 Euro, bzw. als Alleinerziehender kommst du auf über 600 Euro
  •  das Gesamtbrutto liegt über den Satz mit dem Sozialgeld oder Hartz IV beantragt werden würde
  •  die Höchsteinkommensgrenze wird dabei unterschritten (Die Höchsteinkommensgrenze ist von Fall zu Fall verschieden. Sie wird aus drei Faktoren berechnet: elterlicher Bedarf, Wohnkosten und Gesamtkinderzuschlag)

Für jeden Haushalt mit Kind, der diese Vorbedingungen erfüllt, sieht der Kinderzuschlag maximal 170 Euro pro Kind vor. Die individuelle Höhe wird jedoch für jeden Haushalt einzeln ermittelt. Im Regelfall gilt die Bewilligung nur für sechs Monate, danach muss der Kinderzuschlag erneut beantragt werden. Der Gedanke dahinter ist, dass sich die Lebensumstände im Haushalt in diesem Zeitraum geändert haben könnten.

Fazit: Ist das Elterngeld zu ende, musst du dennoch nicht ohne zusätzliche Leistungen auskommen. Wichtig ist jedoch die eigenständige Beantragung. Im Idealfall bist du bestens informiert, bevor das Elterngeld zu ende ist.

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Nebenverdienst beim Elterngeld

Elterngeld beantragen – Anleitung für Väter

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Mario, vom Netpapa Team

Als begeisterter Vater und Herausgeber von Netpapa.de eines der größten deutschsprachigen Vätermagazine, freue ich mich, Dir gemeinsam mit anderen Autoren viele hilfreiche Themen vorstellen zu können. Unsere Redaktion besteht aus Journalisten, Erziehern, Pädagogen und Mediziner aber vorallem sind wir Väter.


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