Körper Berührungen und Ihre magische Wirkung

Mag unsere Frage anfangs recht simpel klingen, steckt hinter ihr ein tiefergehender Grund. Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, was wir mit Berührungen bezwecken und was dahinter steckt? Wir möchten in diesem Beitrag in die Psychologie einsteigen und einen analytischen Ansatz finden: Was bedeuten Berührungen und welche Folgen hat der Körperkontakt?

Was bedeuten Körper Berührungen
Magische Körper Berührungen Urheber: halfpoint / 123RF

 

Berührungen vermitteln Sicherheit

Tatsächlich hat Jonathan Levav in der Columbia Universität festgestellt, dass Männer nach Berührungen von Frauen risikofreudiger sind. In dieser Studie wurden die Probanden unterschiedlich begrüßt: zum einen mit Handschlag und einer direkten Berührung von einer Frau und zum anderen nur mit Worten. Darüber hinaus wechselten Männer und Frauen in der Begrüßung. Das Ergebnis dieser Studie war erstaunlich: Männer mit Hautkontakt bzw. über einer Berührung mit einer Frau waren im folgenden Experiment risikofreudiger. Wissenschaftler führen diese Bedeutung auf das einstige Gefühl und die Berührungen der Mütter im Kindesalter zurück, diese vermitteln Sicherheit. Diese Assoziationen haben sich vermutlich bis in das Erwachsenenalter bewahrt.

 

Berührungen fördern ein Gemeinschaftsgefühl

Eine weitere Bedeutung von Berührungen zielt auf den Teamsport und den Zusammenhalt der Teammitglieder ab. Tatsächlich konnte man in einer aktuellen Studie in einer Universität von Kalifornien herausfinden, dass jeweils der Erfolg von Sportmannschaften mit der Frequenz der Berührungen zunimmt. Die Teams klatschen einander ab und geben aufmunternde Klapse je erfolgreicher sie in einem Spiel werden. So ist davon auszugehen, dass Spieler mit viel Körperkontakt auch zu den erfolgreicheren Mannschaften gehören.

 

Berührungen vermitteln Emotionen und Gefühle

Die dritte Erkenntnis, die mit der Bedeutung von Berührungen einhergeht, sind die Emotionen. Diese Erkenntnis dürfte uns nicht neu sein, dennoch hatte man an einer US Universität DePauw im Jahre 2006 Probanden eine schwierige Aufgabe gestellt. Sie sollten fremden Personen Emotionen verdeutlichen und das mit verbundenen Augen. Eine wirklich schwierige Aufgabe, denn die Probanden sollten sich gegenseitig Gefühle über Berührungen vermitteln. Überraschenderweise gelang dies in 70 % aller Fälle ideal.

 

Warme Berührungen vermitteln ein positives Gefühl

Eine eher ungewöhnliche Bedeutung von Berührungen hat Lawrence Williams von der Universität von Colorado herausgefunden. Nachdem die Probanden einen warmen Gegenstand berührt hatten erfolgten eine großzügigere Bewertung eines Fremden und eine fürsorgliche Hingabe. Zum einen hat eine Tasse warmer Kaffee und zum anderen ein Wärmekissen dazu geführt, dass die Probanden ein schönes Geschenk für einen anderen ausgesucht haben. So lässt uns Wärme zugleich großzügiger werden.

 

Vertraute Berührungen wirken beruhigend

Ein weiteres Experiment aus dem Jahr 2006 führte James Clan mit insgesamt 16 verheirateten Frauen durch. Man versetzte sie in einen Elektroschock: Ein Teil hielt die Hand ihres Mannes, ein anderer Teil war auf sich allein gestellt und der dritte Teil hielt die Hand eines Fremden. Ergebnis: Die Probanden fühlten sich am Wenigsten bedroht, wenn sie die Hand ihres Gatten hielten.

 

Berührungen begünstigen das Flirten

Doch auch beim Flirten sollen Berührungen helfen, Emotionen hervorzurufen. Schenkt man einem Experiment aus dem Jahr 2007 Glauben, haben Männer höheren Erfolg, wenn sie eine Frau ansprechen und sie dabei flüchtig berühren. Hierbei handelt es sich eher um eine beiläufige Berührung am Arm. In diesem Experiment ging es Nicolas Guéguen darum, dass Männer Frauen zum Tanz auffordern. 65 % der Männer, die eine Frau beiläufig am Arm berührten, hatten auch Erfolg beim Flirtversuch.

 

Berührungen erhellen die Stimmung

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Sie sich nach einer Massage rundum erholt fühlen? Was bedeuten Berührungen? Vielleicht sind es gerade die Körperkontakte, die auch auf Ihre Stimmung Einfluss nehmen. Dies möchte zumindestens eine US-amerikanische Forscherin namens Tiffany Field herausgefunden haben: 47 Frauen mit pränatalen Depressionen wurden von Ihrem Partner über mehrere Wochen jeweils zweimal wöchentlich massiert. Neben der körperlichen Linderung kam es auch zu einer erheblichen Aufhellung der Stimmung, sodass gleich beide Partner mit dieser Entwicklung sehr zufrieden waren.

 

Was bedeuten Berührungen: Frauen sensibler als Männer?

Die nächste Erkenntnis im Zusammenhang mit den Bedeutungen von Berührungen dürfte vor allen Dingen den Männern aufstoßen. Denn Frauen sind wirklich sensibler, das möchte Daniel Goldreich an der Universität in Ontario herausgefunden haben. Er untersuchte die Fingerspitzen und die Längen von insgesamt 100 Studenten. In der Folge kam es zu einer weitreichenden Untersuchung der Empfindsamkeit. Ergebnis: Menschen mit kürzeren Fingern – insbesondere Frauen – waren empfindsamer als Probanden mit längeren Fingern.

 

Optische Täuschungen und Berührungen

Insbesondere unser Auge unterliegt oftmals optischen Täuschungen: Die schwedische Wissenschaftlerin Valeria Petkova arbeitet an der Universität in Stockholm und hat 2009 ein interessantes Experiment durchgeführt. Sie forderte die Versuchsteilnehmer auf, beide Hände nach vorn auszustrecken, dabei verschwand eine der beiden Hände unter einem Vorhang. Über dem Vorhang war lediglich eine Gummiattrappe einer Hand zu sehen. Überraschenderweise haben die Probanden dann angegeben, dass sie Streicherberührungen an beiden Händen spüren konnten, obwohl dies gar nicht der Fall war.

 

Berührungen

Hier entsendet unser Gehirn über das Auge den merklichen Reiz und bringt unser gesamtes System für kurze Zeit durcheinander. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf den Phantomschmerz, den Patienten in Gliedmaßen spüren, in denen Sie gar kein Gefühl mehr hatten. Berührungen haben eine besondere Rolle in unserem Leben – sie vermitteln Gefühle, Emotionen und beeinflussen unser gesamtes Handeln. Dies dürfte über Experimente und die vorhergehenden, erstaunlichen Erkenntnisse deutlich geworden sein.

Autor: M.Foerster

 

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