Wie kann man Kindern ihre Stärken bewusst machen

In unserer Leistungsgesellschaft wird gefordert, zu funktionieren. Gerade Eltern wissen, dass Kindern das oft ziemlich egal ist.

Mit offenen Augen, wollen sie die Welt entdecken und nehmen dabei jedes Fettnäpfchen mit.

Rauben die Kinder den Eltern den letzten Nerv, ist es oft schwer, positive Eigenschaften zu finden – unmöglich ist es jedoch nicht.

positiven Eigenschaften erkennen
Dein Kind fühlt sich gut wenn es sein positiven Eigenschaften erkennt: Copyright: zurijeta bigstockphoto

Was Du zu positiven Eigenschaften wissen musst:

  • Positive Eigenschaften finden zu können und zu benennen, hilft Kindern, sich auf ihre Stärken und Talente zu konzentrieren
  • Emotionen wie Scham, Angst, Trauer und Wut hemmen das Potential und lähmen Kreativität
  • Der Blick in die eigene Kindheit kann helfen: Was hat Dir gut getan? Was hat Dir geschadet?
  • Der Vergleich mit anderen ist nur dann sinnvoll, wenn Du Dein Kind einlädst, sich Hilfe zu suchen
  • Um positive Eigenschaften finden zu können, kann Humor eine große Hilfe sein

 

Warum es wichtig ist, Kindern ihre Stärken bewusst zu machen

Was wir alles nicht können, lernen wir spätestens in der Schule.

Der Vergleich mit anderen soll uns zu Höchstleistungen antreiben. Erinnere Dich mal an Deine Schulzeit: Was hat Dich motiviert? War es wirklich die vier in Deutsch mit dem Hinweis Deines Lehrer, dass Du das aber besser kannst? Erinnerst Du Dich noch an das mulmige Gefühl, wenn Du Deinen Eltern Dein Zeugnis oder die Note unter einer Arbeit gezeigt hast? Wie war es bei Deiner ersten Fünf?

Scham, Angst, Trauer und Wut sind Emotionen, die das menschliche Potential hemmen. Sie lähmen uns, kreativ und offen für die Welt zu sein. Natürlich gehören diese Emotionen dazu. Jedoch ist der Umgang mit ihnen entscheidend, ob wir uns unseren Emotionen ausgeliefert fühlen oder ein Bewusstsein zu entwickeln, etwas an der vermeintlichen Krise zu ändern.

Den Grundstein für dieses Verhalten legen Bezugspersonen bei ihren Schützlingen bereits in der Kindheit: Das Benennen positiver Eigenschaften trotz Niederlagen kann Kinder darin bestärken, sich wertvoll zu fühlen. Gegen eine Fünf in Mathe kann man was machen: Lernen, üben, nachfragen, sich Hilfe holen.

Einen viel größeren Fokus sollten Eltern trotz schlechter Noten auf die Bewertung des Sozialverhaltens legen, denn: Ein guter, empathischer Mensch zu sein ist viel schwerer zu erlernen als binomische Formeln. Im alltäglichen Umgang mit Kindern ist es daher wichtig, auch Kleinigkeiten zu loben, die die soziale Kompetenz und die Empathiefähigkeit fördern.

 

Bewusste Selbstreflexion lernen

Wie gut Eltern darin sind, den Fokus auf die Betrachtung und Förderung von Stärken ihrer Kinder zu legen, fängt bei ihnen selbst an. Wie hart sind Eltern in der Beurteilung mit sich selbst? Welche Verhaltensmuster erinnern Eltern aus ihrer Kindheit. Welche Bemerkungen der eigenen Eltern haben sie gestärkt, welche geschadet? Erst das Bewusstmachen des eigenen Verhaltens kann eine Änderung hervorrufen.

Unterstützend ist das Wissen darüber, dass bestimmte Persönlichkeitsmerkmale angeboren sein: Ob ein Kind eher introvertiert oder extrovertiert ist; ob es komplexe Zusammenhänge erkennt oder einen Blick für kleine Details entwickelt oder ob es Entscheidungen auf Grund der Faktenlage gut durchdacht trifft oder dem Bauchgefühl folgt.

Keine dieser Ausprägungen ist besser oder schlechter. Eltern können ihr Kind darin bestärken, eigene Stärken und Eigenschaften zu benennen und sich Hilfe zu suchen, wenn sie in etwas nicht so gut sind. Oscar von nebenan ist gut darin, schnell neue Freunde zu finden?

Das eigene Kind hingegen tut sich mit neuen Kontakten schwer, ist dafür aber ein guter, empathischer Zuhörer und entwickelt festere Bindungen? Mach Deinem Kind bewusst, was es gut kann. Bestärke es in seinen Talenten und ermutige es, sich in den Punkten Hilfe zu suchen, in denen es sich anstrengen muss. So richtet sich Dein Fokus automatisch darauf positive Eigenschaften finden zu können.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Der Fokus auf darauf, positive Eigenschaften finden zu können ist nicht immer einfach. Gerade dann, wenn vermeintlich alles schief läuft. Was dann? Lache viel und lache mit Deinem Kind!
Lachen entspannt, setzt Glückshormone frei und stärkt das Immunsystem.

Jedes Fettnäpfchen hält eine Anekdote bereit. Und wenn Du im ersten Moment so rein gar nicht darüber lachen kannst, dass Dein Kind alle Sommerblumen abgeschnitten hat und zu einem Strauß binden möchte, dann warte, bis Du den Witz in der Situation erkennst.

Kinder haben das Geschenk inne, noch völlig wertfrei und ohne direkte Absicht die Welt zu entdecken. Sei mutig und lass Dich einladen und Du wirst viele positive Eigenschaften finden, die Dir vorher nicht bewusst gewesen sind.

Um seine eigenen Positiven Eigenschaften wissen, so wichtig!

Das Benennen positiver Eigenschaften hilft Kindern, sich selbst kennen zu lernen. Klare, konkrete Antworten auf Fragen: „Wer bin ich?“, „Was brauche ich, um in etwas gut zu sein?“, „Warum reagiere ich in bestimmten Situationen so?“, helfen, um sich gut im Leben zurecht zu finden.

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