Die Bedeutungen von Kinderfreundschaften

Was Freundschaften für Kinder bedeuten?

Über Stunden auf dem Spielplatz toben, verstecken, geheime Abmachungen aushecken, Buden bauen, streiten, lachen und Pläne schmieden: Kindern macht es nicht nur einen Riesenspaß, gemeinsam mit ihren Freunden Zeit zu verbringen. Das soziale Umfeld ist auch für die psychische und soziale Entwicklung wichtig.Beobachten Eltern, dass in der Nachbarschaft die Kinder miteinander spielen und das eigene Kind zurückgezogen im Kinderzimmer eigene Pläne schmiedet, reagieren viele mit Unsicherheit. Keinerlei Verabredungen, keine Termine und keine Anrufe von anderen Eltern oder Freunden?

Kinderfreundschaften

Kinderfreundschaften, so wichtig sind Freunde! Urheber: choreograph / 123RF.com

 

Wann es an der Zeit ist, sich wirklich Sorgen zu machen, klären wir nicht nur im folgenden Ratgeber. Wir geben praktische Tipps und Hinweise, wie du mit deinem Kind umgehst, wenn es Probleme hat, Freunde zu finden.

 

Warum Freundschaften für Kinder so wichtig sind?

Eigentlich beginnen Kinder bereits von klein auf als Babys, Kontakte zu knüpfen. Beobachte doch einmal, wie dein Baby auf ein neues Gesicht vom Kinderwagen oder Babybett reagiert.

  • Du wirst ein Lachen oder
  • auch ein Strampeln vernehmen.
  • Oftmals bewegen sich auch die kleinen Händchen.

All dies ist als positive Reaktion zu sehen. Der Mensch selbst ist nicht dafür geschaffen, sein Leben isoliert und allein zu verbringen. Darum hat sich wohl auch Robinson Crusoe einen Freund gesucht, um in der Wildnis zu überleben. Die eigentliche Herausforderung war vielleicht nicht die Suche nach Nahrung und Unterschlupf, sondern vielmehr die Fähigkeit, vollkommen allein ohne ein soziales Umfeld zurechtzukommen. Doch ganz so isoliert wollen wir den Sachverhalt gar nicht herangehen.

 

Wie Kleinkinder erste Kontakte knüpfen

Im nächsten Schritt beginnen Kleinkinder mit dem Laufen und mit dem Krabbeln und nehmen zugegebenermaßen noch etwas rüde ersten Kontakt zu anderen auf. Zumeist durch Anstoßen oder ein leichtes Schlagen und Boxen signalisieren sich die Kleinen untereinander, dass sie miteinander spielen wollen. Die ersten Begegnungen können wir Eltern ganz bewusst steuern, demnach treffen Kleinkinder und Babys in Krabbelgruppen oder auf den Spielplätzen im Sandkasten zum ersten Mal vollkommen losgelöst aufeinander.

Die Eltern nehmen die erste Kontaktaufnahme zwischen Kleinkindern als etwas besonderes Magisches auf. Sie unterscheidet sich im Wesentlichen von dem Aufeinandertreffen zwischen Kindern und Erwachsenen. Wobei in diesem Stadium eigentlich noch nicht davon auszugehen ist, dass sich vonseiten deines Kindes bewusste und überdauernde Freundschaften entwickeln. Es sind vielmehr die erste losgelöste Kontaktaufnahme und das kindliche Spiel, die im Fokus stehen.

Erste Freundschaften können bereits im Alter von drei Jahren geknüpft werden. Dieser Zeitpunkt wird mit dem Eintreten in den Kindergarten gleichgesetzt. Denn hier kommt ein Kind zum ersten Mal in Berührung mit einem festen sozialen Umfeld und Gleichaltrigen. Gerade für die kindliche Entwicklung ist das von großer Bedeutung, die Kleinsten so früh wie möglich in den Kindergarten zu bringen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, unabhängig von den Eltern, die eigenen Erfahrungen mit anderen Kindern zu machen. Das stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern auch die Selbstständigkeit.

 

Wie sehen die ersten Kinder Freundschaften aus?

„Wenn du mich mitspielen lässt, dann bist du auch mein Freund.“

„ Wenn du etwas abgibst, bist du meine Freundin.“

Die erste Kontaktaufnahme ist gerade am Anfang schnell geknüpft. Denn in erster Linie wünschen sich Kinder einen Spielpartner auf Zeit. Aus diesem Grund können aus logischen Konsequenzen schnell lose Verbindungen und Freundschaften erwachsen. Hier dominieren vor allen Dingen egozentrische Gefühle die ersten Freundschaften. Dennoch können diese zumeist sehr kurzlebig ausfallen.

Kommt ein Kind nachhause und erscheint besorgt? Äußert es, „im Kindergarten haben mich alle geärgert und ich war den ganzen Tag allein.“ Dann solltest du dir Zeit nehmen, die Sorgen und Ängste anzuhören und zu hinterfragen. Damit nimmst du dein Kind ernst, dennoch sind diese ersten Befürchtungen noch kein Grund zur Sorge, da Kinder sich tagtäglich streiten, lachen, diskutieren und auseinandersetzen.

Das gehört zur Entwicklung des sozialen Weltbilds. Tatsächlich reichen Freundschaften im Kindergartenalter nur für ein Spiel aus. Insbesondere zur Unterstützung persönlicher Ziele werden schnell Freundschaften geschlossen – wenn man zum Beispiel mitspielen möchte oder von dem Spielzeug des anderen profitieren möchte.

Vonseiten der Eltern ist vor allen Dingen Unterstützung gefragt, wenn die Kleinen fragen: „Kann ich heut Nachmittag zu meinem Freund oder zu meiner Freundin.“ Versuche dein Kind zu anderen Freunden zu bringen – um immer wieder gemeinsame Nachmittage zu verbringen.

 

Jahrelange und treue Freundschaften entwickeln sich

Mit der Zeit machen die Kinder die Erfahrung, dass sie mit bestimmten Kindern und festen Freunden länger und unbedarfter spielen. Hier wird sich eine Freundschaft entwickeln, die man über Jahre aufrechterhält. Auch in schwierigen Situationen ist es Kindern gerade wichtig, Informationen nur mit den engsten Freunden auszutauschen.

Darüber hinaus gibt es im Kindergarten besonders begehrte Kinder als Freunde oder Freundinnen. Hierbei handelt es sich um Kinder, die über besonders kreative Fähigkeiten verfügen oder aber begehrte Spielzeuge mitbringen. Obendrein gelten gerade Kinder mit einem hohen Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen als äußerst beliebt.

 

Die Bedeutungen von Kinderfreundschaften

In diesem Zusammenhang sollten sich Eltern bewusst sein, dass gerade die Freundschaft im Kindergartenalter nicht fest genug ist, um enormen Belastungen standzuhalten. Zumeist ist es der Wechsel in die Schule oder in einen anderen Ort, der einer treuen Kindergarten Freundschaft oder Kindergartenliebe einen herben Schnitzer versetzt. Befragt man nun die Kleinsten wenig später in der Grundschule, was sie von dem einst besten Freund oder der besten Freundin halten, werdet ihr nur noch ein müdes Lächeln ernten.

Mein Kind ist unbeliebt, warum Freundschaften so wichtig sind?

  • Für Kinder ist es wichtig, sich gegenseitig in den Freundschaften zu vertrauen,
  • Gefühle auszutauschen und
  • gemeinsam die Grenzen der gesellschaftlichen Wirklichkeit zu überschreiten,

Kinder verbringen gemeinsame Zeit in Baumhäusern, bauen Höhlen und Buden, entwickeln übermenschliche Fähigkeiten und versinken in eine andere Welt, der uns Erwachsenen vollkommen fremd ist. Darüber hinaus wollen sich Kinder zunehmend von Erwachsenen abgrenzen.

 

Kein Kind ist Außenseiter: Wie Kinder neue Freunde finden?

Eltern sollten von Anfang an gerade schüchterne Kinder unterstützen, neue Freunde zu finden. Hier bilden insbesondere Sportvereine oder Arbeitsgemeinschaften, die vom Kindergarten und Schulen oder im eigenen Ort angeboten werden, eine breit gefächerte Plattform. Wenn sich die Kinder zu Anfang zieren oder ängstlich sind, ist es sinnvoll, die ersten Stunden im Hintergrund dabei zu bleiben, bis dein Kind die erste Sicherheit erworben hat.

Du wirst sehen, selbst schüchterne Kinder finden feste Freunde, mit denen spätere Herausforderungen viel leichter bewältigt werden. Die Bedeutung von Freundschaft bei Kindern bleibt ungebrochen, sie ist unmittelbar mit der sozialpsychologischen Entwicklung verbunden und bildet eine Grundlage für Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit.

 

Praktische Tipps für alle Eltern:

  1. Kinder in Freundschaften unterstützen: zu Freunden fahren, nach Verein oder Arbeitsgemeinschaften gemeinsam suchen.
  2. Ein offenes Ohr für Probleme der Kinder haben: Lösungsansätze aufzeigen.
  3. Kinder Freundschaften sind im Kindergarten sehr kurzlebig: Mit Übergang in die Schule werden sich diese vollkommen auf den Kopf stellen.

 

 

wer wir sind

Mario, vom Netpapa Team

Als begeisterter Vater und Herausgeber von Netpapa.de einem der größten deutschsprachigen Vätermagazinen, freue ich mich, Dir gemeinsam mit anderen Autoren viele hilfreiche Themen vorstellen zu können. Unsere Redaktion besteht aus Journalisten, Erziehern, Pädagogen und Mediziner aber vorallem sind wir Väter.


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