Papa-Tipp: Mein Baby schreit nach jedem Stillen?

Welche Ursachen hat Schreien nach dem Stillen?

„Mein Baby schreit nach jedem dem Stillen?“ Wir haben diese Frage von einem unserer Leser bekommen und möchten Sie in diesem Artikel aufgreifen und besprechen. Da ein Säugling sich noch nicht anders ausdrücken kann, benutzt er Weinen und Schreien zur Kommunikation. Die meisten Eltern schauen sofort nach einer vollen Windel oder legen das Kind an die Brust. Doch nicht immer sind das unschöne Gefühl in der Windel oder der Hunger Ursache für schlechte Laune beim Baby. Schreit es nach dem Stillen, sind viele Eltern besonders irritiert. Warum Dein Kind jetzt nach Aufmerksamkeit ruft, schauen wir uns in diesem Artikel an.

baby schreit nach dem stillen

Welche Ursachen hat Schreien nach dem Stillen? Copyright: famveldman bigstockphoto

 

Hintergrundwissen: Schreien fordert Aufmerksamkeit

Den meisten Menschen fällt es unglaublich schwer, das Schreien eines Kindes nicht ernst zu nehmen. Selbst bei fremden Kindern im Supermarkt oder beim Schwimmbadbesuch drehen wir uns nach der Kinderstimme um und überprüfen innerhalb weniger Augenblicke die Situation. Droht dem Kind Gefahr? Wird ihm bereits geholfen?

Warum wir kaum anders können, ist in unserer Menschheitsgeschichte verankert. Da Menschen schon immer in Gruppen lebten, war jeder einzelne darauf bedacht, dass es dem eigenen Verband nach Möglichkeit gut geht. Schreit ein Baby, weckt das teils unbewusste Beschützinstinkte. Für das Kind wiederum ist das Schreien die beste Chance, Hilfe zu bekommen.

 

Dein Baby schreit nach dem Stillen

Es kommt nicht selten vor, dass ein Säugling eben das Trinken an der Mutterbrust beendet hat und aus ganzer Kraft zu schreien beginnt. Viele Mütter versuchen zunächst, den/die Kleine/n noch einmal an die Brust zu legen. Gelingt dies, war der Hunger doch noch nicht gestillt. Will das Baby hingegen keine Milch, gibt es drei typische Gründe:

 

1. Das Baby schreit nach dem Stillen, da es zu viel getrunken hat

Auch bei den Jüngsten gibt es bereits unterschiedliche Charaktere und wo der eine mit Bedacht und Genuss die Muttermilch trinkt, saugt das andere Kind viel zu gierig. Letzteren passiert es dann, dass sich ein Sättigungsgefühl minimal zu spät einstellt und der Bauch bereits sehr voll ist. Ein unzufriedenes Schreien kann die Folge sein.

 

2. Das Kind hat unbewusst Luft geschluckt und daher Blähungen

Ein Baby schreit nach dem Stillen auch dann, wenn es beim Saugen nicht nur Milch, sondern zusätzlich Luft aufgenommen hat. Bei einer nicht idealen Trinktechnik ist das schnell passiert und der Babybauch hat sich mit Luft gefüllt. Am besten reagierst Du darauf, indem Du das Kind auf dem Arm mit leichtem Klopfen auf den Rücken aufstoßen lässt. Dieses berühmte „Bäucherchen“ lässt die überschüssige Luft entweichen.

 

3. Bei besonders intensivem und auch anhaltendem Schreien kann es sich auch um eine Kolik handeln. Vielleicht hast Du schon einmal von der sogenannten Dreimonatskolik gehört? Sie betrifft fast alle Babys und kann Eltern große Angst einjagen.

 

Ein genauerer Blick auf die Dreimonatskolik

Während ein Kind noch im Mutterleib ist, hat es (nahezu) keinen Kontakt zu Bakterien, Viren und anderen Erregern. Bei einer natürlichen Geburt kommt es dann erstmals mit der Scheidenflora in Kontakt und sofort danach mit allen typischen Keimen des Alltags. Für den kleinen Körper ist das eine enorme Umstellung, bei der das Immunsystem sich erst langsam aufbauen muss.

Der Hauptsitz des Immunsystems ist im Darmtrakt eines Menschen. Auch hier sind in den ersten Lebenstagen noch wenig Bakterien vorhanden. Sie siedeln sich gemeinsam mit dem wachsenden Immunsystem langsam an und helfen bei der natürlichen Verdauung.

Bis sich jedoch im Darmtrakt ein Gleichgewicht eingestellt hat, kann es zu Verdauungsproblemen samt kleinen Entzündungen und Blähungen kommen.

 

Eine solche Kolik ist für Dein Baby sehr unangenehm und gerade kurz nach dem Stillen rebelliert die noch ungeübte Verdauung. Beim Kinderarzt kannst Du abklären, wie stark die Kolik ist und ob gegebenenfalls Zusatzmaßnahmen notwendig sind. Im Regelfall jedoch muss diese Phase schlicht durchgestanden werden.

„Tipp: Sehr helfend ist eine wohltemperierte Wärmflasche, die Du so im Arm hältst, dass Dein Kind im Fliegergriff mit dem Bäuchlein darauf liegt. So können sich die Verspannungen leichter lösen.“

 

Wichtig für Eltern: Ruhe bewahren und das Baby häufig an die Brust legen

Für beide Elternteile, doch ganz besonders für die Mutter, ist es ein Alptraum, wenn das Baby schreit und nach dem Stillen keine Ruhe findet. Viele Frauen fühlen sich, als würden sie die Mutterrolle schlecht ausfüllen und werden frustriert und traurig. Das kann in einem Teufelskreis enden, denn Babys sind enorm feinfühlig und reagieren auch auf Stress in ihrer Umgebung. Das wiederum kann ihnen das Saugen erschweren, sie werden selbst unruhig und trinken zu wenig oder zu viel.

Das richtige Maß zu finden, ist vor allem in den ersten Monaten schwer und erfordert elterliche Geduld. Eine gute Richtlinie ist es, dass Baby circa zehn Mal am Tag an die Brust zu legen, damit es eigenständig trinken kann. Kleine Ablenkungen wie Vorsingen oder das Streicheln der Füße hilft Mutter und Baby, etwas Ruhe dabei zu finden.

 

Hilfsmittel bei anhaltenden Blähungen oder auch Verstopfung

Will sich der kleine Bauch so gar nicht beruhigen, empfehlen viele Kinderärzte das Vergeben von pflanzlicher Medizin. Als Eltern solltet ihr dabei aus Gründen der Vorsicht nicht leichtfertig in der Apotheke einkaufen und selbst dosieren, sondern den Wirkstoff und die Dosis mit dem Kinderarzt absprechen.

Nur der Kinderarzt kennt die individuelle Entwicklung des Kindes und kann eine sichere Empfehlung für Medikamente geben.

 

Neben der Vergabe von Tabletten, Kapseln oder Säften gibt es auch die Möglichkeit, dem schmerzenden Bäuchlein mit Massagen zu helfen. Anders als ein Wärmkissen, das Du jederzeit selbst auflegen kannst, sollte eine Baby-Massage gut gelernt sein. Hier solltet ihr mit der Hebamme oder dem Kinderarzt sprechen und die Massage in einem kleinen Kurs erlernen.

„Du kannst auch eine professionelle Stillberatung in Anspruch nehmen, wie sie von vielen Beratungsstellen angeboten wird. Das ist kein Zeichen der Hilflosigkeit, sondern der ehrliche Versuch bemühter Eltern!“

auf Netpapa® schreibt

Mario Foerster, Blogger und Vater von 2 Söhnen

Mario Foerster, Blogger und Vater von 2 Söhnen

Als begeisterter Vater, Blogger und Herausgeber von Netpapa.de möchte ich dich, gemeinsam mit anderen Autoren, für ein neues Vater sein begeistern. Netpapa.de ist eines der größten deutschsprachigen Magazine und Blogs für den Vater und Mann.


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