Ab wann kann ein Baby alleine schlafen?

Von Nähe und Geborgenheit und dem Märchen vom Schlafen lernen

Du liebst Dein Kind und jeder Tag ist ein Abenteuer. Die Nächte allerdings sind für Eltern sehr kraftraubend, denn die Kleinen schlafen noch nicht durch und rauben Dir die Nachtruhe. Viele fragen sich daher nach einigen Wochen: Ab wann kann ein Baby alleine schlafen? Für diese Frage musst Du Dich nicht schlecht fühlen! Sie ist aber schwer zu beantworten.

Ab wann kann ein Baby alleine schlafen?

Ein weiterer kleiner Schlafbegleitung Abschied, Copyright: O_Lypa bigstockphoto, www.netpapa.de

 

Ab wann kann ein Baby alleine schlafen: Vorstellung und Realität prallen aufeinander

Während der Schwangerschaft malen sich Eltern immer wieder aus, wie die ersten Tage und Wochen sein werden und was sie in den einzelnen Lebensmonaten erwartet. Für viele gehört die Vorstellung vom Baby in der Wiege neben dem Elternbett oder im Bettchen des eigenen Kinderzimmers dazu.

Die Realität sieht anders aus: die meisten Neugeborenen fangen an zu schreien, sobald Mama oder Papa sie hinlegen und der Körperkontakt unterbrochen wird. Auch eingeschlafene Babys wachen sofort auf, wenn Wärme und Geruch der Eltern verschwinden.

Gerade in den ersten Wochen und Monaten kann dies für Eltern extrem anstrengend sein, denn es kann kaum etwas im Haushalt erledigt werden, wenn das Kind permanent im Arm gehalten werden möchte. Beruhigend für euch darf aber sein:

„Es ist normal, dass Babys die erste Zeit permanent Körperkontakt suchen“

Aus Sicht der Natur sind wir Menschen sogenannte Traglinge. Das bedeutet, dass ein Neugeborenes noch komplett auf die Hilfe seiner Umgebung angewiesen ist. Die Körperwärme und der Geruch der Eltern geben Sicherheit und die Erreichbarkeit der mütterlichen Brust wird instinktiv gesucht.

Es ist also falsch zu glauben, ihr würdet als Eltern etwas falsch machen, wenn Babys nur den Armen einschlafen. Das ist kein kindliches Schlafproblem, sondern eine problematische Sicht unserer Kultur auf das Thema Säuglingsschlaf. In asiatischen Kulturen beispielsweise ist es die Norm, dass Eltern mit ihrem Kind in einem Raum schlafen, bis der Nachwuchs circa drei Jahre ist. Der Gedanke, Kleinkinder schreiend in einem Kinderzimmer zu lassen, stößt dort auf Unverständnis.

>>> Das Wichtigste im Überblick <<<

  • Es liegt in der Natur eines Menschenbabys, nicht allein schlafen zu wollen
  • Körperwärme und Geruch der Eltern sind Signale der Sicherheit
  • die Gewöhnung an ein eigenes Bett oder eigenes Zimmer sollte langsam erfolgen
  • jedes Kind hat einen individuellen Zeitplan: manche schlafen nach Wochen, andere nach einem Jahr allein
  • ein Babyfon hilft, den Wechsel auch für Eltern stressfreier zu machen


Es gibt keinen allgemeinen Zeitplan für ein Baby

Fakt ist, dass die erste Zeit der permanente Körperkontakt den Kindern in der Natur liegt. Ihr Organismus ist noch nicht fertig entwickelt, sie können noch nicht klammern und sich nicht selbst aufrecht halten. Über den Körperkontakt zu Mutter und Vater wird Wärme übertragen, der vertraute Geruch senkt das Stressniveau im kleinen Körper und die Geborgenheit unterstützt die Entwicklung.

Die Frage, ab wann kann ein Baby alleine schlafen, suggeriert bereits, dass es einen allgemeinen Zeitplan für alle gibt, an denen Eltern sich orientieren können. Dem ist jedoch nicht so. Bereits bei Babys beginnt sich sichtbar eine eigenständige Persönlichkeit zu entwickeln und diese Individualität bringt es mit sich, dass eine keine Standardlösung für alle geben kann.

Erlaube Deinem Kind, seinen individuellen Zeitplan zu leben

Während das eine Kleinkind bereits mit zwei oder drei Monaten gern in den Stubenwagen gelegt wird und dort sogar friedlich schlummert, brauchen andere Kinder bis ins erste Lebensjahr hinein. Beides ist normal und deutet weder auf ein Versagen der Eltern, noch auf eine Entwicklungsstörung beim Kind hin.

Tipps, um das selbstständige Schlafen zu fördern

Sagt Dir Dein Bauchgefühl, dass die Antwort auf die Frage, ab wann kann ein Baby alleine schlafen, in naher Zukunft liegt, gibt es einige Dinge, um die Umstellung für beide Seiten zu erleichtern:

1. Wie auch bei Erwachsenen sorgt beim Kind das Schlafhormon Melatonin dafür, dass sich eine Müdigkeit einstellt. Durch Rituale kann die Ausschüttung des Hormons gefördert werden. Wird beispielsweise immer zur gleichen Zeit Abendbrot gemacht, dann das Licht gedimmt und noch ein ruhiges Spiel gespielt, bekommt das für Kleinkinder eine Signalwirkung. Ihr Körper stellt sich dann langsam auf das Schlafen ein. Wird es müde und ruhig, wird auch das alleine Schlafen einfacher.

2. Vielen Kindern helfen monotone Geräusche wie der Staubsauger oder die Abzugshaube in der Küche beim Einschlafen. Die Antwort auf die Frage, ab wann kann ein Baby alleine schlafen, wird eventuell in die nähere Zukunft gerückt, wenn Du eine entsprechende Sound-Datei abspielst, sobald es Schlafenszeit wird.

3. Viele Eltern schwören außerdem auf ein Einschlaflied, das jeden Abend von Mama und/oder Papa vorgesungen wird. Schläft das Kind dabei langsam ein, kannst Du es noch einige Minuten weiter streicheln oder das Händchen halten, bis Du langsam und leise aufstehst und den Raum verlässt.

4. Auch wenn es schwer fällt: Nicht bei jedem kleinen Geräusch aus dem Babyfon solltest Du sofort ins Kinderzimmer rennen. Manchmal ist es ein kurzes Quengeln im Traum und erst das Betreten der Eltern weckt das Baby wirklich auf. Nur wenn das Schreien oder Weinen intensiv und anhaltend ist, kannst Du davon ausgehen, dass Dein Baby wach ist und solltest nachsehen.

Das richtige Bettchen für Dein Baby

Egal ob Beistellbett im elterlichen Schlafzimmer oder bereits ein Bett im eigenen Kinderzimmer: das alleine Schlafen wird einfacher, wenn der Schlafplatz zum Kind passt. Bei den Jüngsten kann man jedoch noch nicht fragen, wie das Bett am bequemsten für sie ist. Achte auf folgende Dinge:

  • eine feste und luftdurchlässige Matratze
  • einen Schlafsack für das Baby
  • nirgends Kanten oder scharfe Stellen
  • maximal 18 Grad im Zimmer
  • offene Fenster sind okay, aber keine Zugluft herstellen

Mein Fazit

Ich würde niemanden dazu raten das Baby oder Kleinkind mit ausgeklügelten Schlafprogrammen aus unzähligen Ratgebern dazu zu bewegen, allein zu schlafen. Bei manchen Kindern klappt das vielleicht meist aber entwickelt sich jedoch ein wochenlanger oder gar monatelanger Kampf am Abend. Das ist für Dich kräftezehrend und für das Kind bedeutet es allabendlich Stress und Angst vor dem Alleinsein.

Die zweite Möglichkeit, die Du hast: Du akzeptierst, dass Dein Kind noch nicht allein schlafen möchte und die Nähe im aktuellen Entwicklungsstadium schlicht noch benötigt. Die meisten Kinderärzte werden Dir bestätigen, dass kein Schlafproblem vorliegt und sich das Nähebedürfnis des Kindes mit den fortschreitenden Monaten quasi von selbst auflöst.

 

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auf Netpapa® schreibt

Mario Foerster, Blogger und Vater von 2 Söhnen

Mario Foerster, Blogger und Vater von 2 Söhnen

Als begeisterter Vater, Blogger und Herausgeber von Netpapa.de möchte ich dich, gemeinsam mit anderen Autoren, für ein neues Vater sein begeistern. Netpapa.de ist eines der größten deutschsprachigen Magazine und Blogs für den Vater und Mann.


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