Ab wann ist mit Ultraschall das Geschlecht des Ungeborenen erkennbar?

Junge oder Mädchen, der aufgeregte Papa sehnt sich nach dem Tag der Geschlechtsbestimmung

Vor der Geburt Deines Kindes gibt es viel zu planen und nicht wenige Eltern möchten gern vorab wissen, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird. Doch ab wann kann der Arzt dazu eine Aussage treffen? Viele sagen, dass man erst ab der 18. SSW das Geschlecht erkennen kann. Doch stimmt das? Und kann der Frauenarzt seine Angabe mit absoluter Sicherheit machen?

Geschlecht beim Ungeborenen erkennen

3d illustration eines Ungeborenen in der 35 Woche – Ab wann ist das Geschlecht eines Ungeborenen erkennbar? Copyright: Eraxion bigstockphoto
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Wann entscheidet sich das Geschlecht des Kindes?

In den ersten sieben Wochen im Mutterleib ist aus rein biologischer Sicht jeder Embryo gleich, denn es gibt noch keine Geschlechtsunterschiede. Dennoch ist ab dem Moment, in dem die Eizelle von einem Spermium befruchtet wird, das biologische Geschlecht festgelegt.

Um die Hintergründe zu verstehen, musst Du zwei Dinge wissen:

1. Jede Eizelle besitzt zwei Chromosomen und zwar zwei X-Chromosomen. Bei der Verschmelzung mit der Samenzelle gibt die Eizelle ein Chromosom ab und das ist stets ein X-Chromosom. Die Eizelle legt also nicht das Geschlecht des Kindes fest.

2. Bei Männern gibt es kein XX-Chromosomenpaar, sondern die Kombination XY. Entsprechend kann bei der Befruchtung der Eizelle entweder das X oder das Y weitergegeben werden. Gibt der Vater sein X-Chromosom weiter, trägt das Kind XX und ist ein Mädchen. Beim Y-Chromosom ist es entsprechend die Kombination XY und es wird ein Junge.

Das Geschlecht des Kindes entscheidet sich dann, wenn die Samenzelle auf die Eizelle trifft.

Ab wann ist das Geschlecht des Baby erkennbar – Das Wichtigste im Überblick:

  •  bei der Befruchtung entscheidet sich das biologische Geschlecht
  •  die Samenzelle bestimmt, ob es ein Mädchen oder Junge wird
  •  ab der 13. SSW kann eine kleine Wölbung das Geschlecht vermuten lassen
  •  relativ sicher ist ab der 18. SSW das Geschlecht zu erkennen
  •  falsche Bestimmungen sind möglich und entstehen durch schlechte Ultraschallbilder

 

Das Baby-Geschlecht: Männliche und weibliche Samenzellen

Während die Eizellen also immer die XX-Kombination tragen, verhält es sich bei den Spermien anders. Tatsächlich hat die Forschung festgestellt, dass es männliche und weibliche Samenzellen gibt, denn eine einzelne Samenzelle trägt entweder das X- oder das Y-Chromosom.

Ob ein weibliches oder männliches Spermium zuerst bei der Eizelle ist, bestimmt das Geschlecht des Kindes.

Studien haben gezeigt, dass jeder Mann pro Samenerguss ungefähr den gleichen Anteil an männlichen und weiblichen Spermien abgibt. Davon ausgehend, bestünde also eine 50:50-Chance, dass ein Baby zum Junge oder Mädchen wird.

Allerdings zeigen detaillierte Analysen auch, dass die Samenzellen mit einem Y-Chromosom schneller schwimmen und daher tendenziell die bessere Chance haben, als erstes bei der Eizelle anzukommen. Warum das so ist, zeigt ein Blick auf die Chromosomen selbst.

Ein X-Chromosom ist viel komplexer als ein Y-Chromosom. Die weiblichen Chromosomen besitzen tausende Gene, während ihr männliches Gegenstück gerade einmal auf 80 Gene kommt. Durch diese Tatsache sind Y-Chromosomen leichter und die Spermien können sich rasanter fortbewegen.

Du fragst Dich, ob das bedeutet, dass die Chance auf einen Jungen immer größer ist? Nein, dem ist nicht so. Es kommt darauf an, wann der Eisprung der Frau war. Hat er tatsächlich gerade stattgefunden und eine Eizelle wartet auf die Ankunft der Spermien, gewinnt mit hoher Wahrscheinlichkeit die schnellste (und damit vermutlich männliche) Samenzelle. Findet der Eisprung aber erst nach dem Sex statt und die Spermien müssen eine gewisse Wartezeit überbrücken, haben die weiblichen Samenzellen die besseren Chancen. Sie sind dank ihres Aufbaus robuster und überleben länger.

 

Wie kann man in der 13. bis 18. SSW das Geschlecht erkennen?

Bist Du mit Deiner Partnerin bei einer Untersuchung beim Frauenarzt, kann dieser frühestens ab der 13. SSW eine vorsichtige Aussage zum Geschlecht treffen. Während alle Embryonen in ihrem frühsten Entwicklungsstadium gleich aussehen, bildet sich nämlich ab der 11. bis 13. SSW eine kleine Wölbung im späteren Genitalbereich. Der Arzt nennt sie Protuberanz oder – besser verständlich – Knospe.

Diese Wölbung ist bei männlichen Ungeborenen in einem Winkel zur Wirbelsäule angeordnet, der deutlich über 30 Grad liegt. Diese Ausbildung wird durch das männliche Geschlechtshormon Testosteron angeregt, was den kleinen Körper etwa ab der 8. SSW beeinflusst. Bei weiblichen Ungeborenen ist die Testosteron-Bildung im Vergleich dazu minimal und daher fällt der Winkel der Wölbung deutlich flacher aus. Sie tritt zwar ebenfalls auf, wird sich aber nicht in einen Penis, sondern in die Klitoris entwickeln.

 

Protuberanzen bei beiden Geschlechtern sind nur dann sichtbar, wenn der Arzt:

  1. ein modernes Ultraschallgerät besitzt
  2. das Ungeborene bei der Untersuchung gerade auf dem Rücken liegt.

Viele Sonographie-Geräte sind nicht darauf ausgelegt, derart präzise Bilder zu liefern, dass man die Wölbung eindeutig bei einer frühen Untersuchung erkennen kann. Ihr müsstet daher zu einem Sonographie-Spezialisten mit der modernsten Technik gehen. Bei diesem besteht aber auch die Gefahr, dass euer Ungeborenes sich gerade vom Ultraschallkopf wegdreht oder fest zusammengerollt ist. In diesem Fall wäre auch dieser Arzttermin umsonst, um vor der 18. SSW das Geschlecht zu erkennen.

 

Nach der 18. SSW das Geschlecht erkennen: Gibt es eine Garantie?

Je nach Lage des Ungeborenen beim ersten Ultraschall kann der Frauenarzt Dir und Deiner Partnerin vergleichsweise früh mitteilen, ob es ein Junge oder Mädchen wird. Allerdings steigt die Fehlerwahrscheinlichkeit, je früher ihr eine Aussage wünscht.

Vor Ablauf der 12. SSW darf euch der Gynäkologe übrigens auch dann nicht das Geschlecht mitteilen, wenn er es bereits deutlich erkennen kann. Das ist im Gendiagnostikgesetz so geregelt worden, damit kein Schwangerschaftsabbruch durchgeführt wird, nur weil den Eltern das Geschlecht des Kindes nicht gefällt. Ausnahmen von dieser gesetzlichen Regelung werden nur gemacht, wenn in Deiner Familie oder bei den Verwandten Deiner Partnerin genetische Krankheiten bekannt sind, die gehäuft bei einem Geschlecht auftreten. In diesem Fall geht die Frage nach der Gesundheit des Ungeborenen vor.

Ab der 13. SSW ist prinzipiell ein Nachfragen für alle Eltern möglich und die Genauigkeit der ärztlichen Aussage liegt ungefähr bei 80 Prozent. Eine nahezu 100 prozentige Aussagekraft gibt es, wenn ihr wartet, und ab der 18. SSW das Geschlecht erkennen wollt.

Da die erste Ultraschalluntersuchung früh stattfindet, müsst ihr euch als werdende Eltern meist bis zum zweiten Routinetermin gedulden. Liegt das Ungeborene ungünstig, indem es sich etwa zusammengerollt hat, kann das Geschlecht auch dann zunächst im Verborgenen bleiben.

Wichtig: Eine Garantie bekommt ihr weder vor nach nach der 18. SSW. Das Geschlecht erkennen auch erfahrene Frauenärzte nie mit absoluter Sicherheit.

auf Netpapa® schreibt

Mario Foerster, Blogger und Vater von 2 Söhnen

Mario Foerster, Blogger und Vater von 2 Söhnen

Als begeisterter Vater, Blogger und Herausgeber von Netpapa.de möchte ich dich, gemeinsam mit anderen Autoren, für ein neues Vater sein begeistern. Netpapa.de ist eines der größten deutschsprachigen Magazine und Blogs für den Vater und Mann.


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