Die 6 Phasen der Bindungsentwicklung

So könnt Ihr die Eltern-Kind-Beziehung stärken

Unsere Redaktion hat sich für Euch mit den Phasen der Bindungsentwicklung zwischen Eltern- und Kindern auseinandergesetzt und möchte euch die 6-Phasen dieser Entwicklung aufzeigen um eine gute und stabile Eltern-Kind-Beziehung zu schaffen. Dazu stellen wir Euch hier auch das neue Buch von Katharina Saalfrank vor: „Was unsere Kinder brauchen: 7 Werte für eine gelingende Eltern-Kind-Beziehung“

Eltern-Kind-Beziehung
Gute Eltern-Kind-Bindung- Urheber: evgenyatamanenko / 123RF.com

Aber beginnen wir; „Wie gewinne ich das Herz meines Kindes?“, diese Frage stellen sich junge Paare vorwiegend während der Schwangerschaft. Erwartest Du mit Deiner Partnerin das erste Kind, tritt eine Vielzahl von Unsicherheiten auf. Was passiert, wenn der Nachwuchs keine Bindung zu den Eltern aufbaut? Besteht die Möglichkeit, dass der Zögling Mama und Papa nicht liebt? Jedoch brauchst Du Dir hierbei keine Sorgen zu machen.

Die Bindungs-Entwicklung läuft bei Säuglingen instinktiv ab und beginnt nach der Geburt. Innerhalb von sechs Phasen baut sich eine feste Eltern-Kind-Beziehung auf, die ihr mit speziellen Handlungen positiv beeinflusst. Vorwiegend spielen hierbei körperliche und emotionale Nähe eine wesentliche Rolle.

 

Wie gewinne ich das Herz meines Kindes?

Nach der Geburt setzt bei den Sprösslingen die instinktive Bindungs-Entwicklung ein, bei der sie die körperliche Nähe ihrer Eltern suchen. Durch den engen Kontakt erhält der Nachwuchs das Gefühl von Schutz und Zugehörigkeit. Mit zunehmendem Alter spielt zusätzlich die Gleichheit eine bedeutende Rolle. Die Schützlinge suchen nach Gemeinsamkeiten mit den Eltern, um ihre eigene Identität zu finden.

Die Frage „Wie gewinne ich das Herz meines Kindes?“ stellen sich die Erziehungs-Berechtigten in vielen Fällen während des Aufwachsens ihres Sprösslings. Es besteht die Möglichkeit, die sechs Phasen der Bindungs-Entwicklung durch persönliches Handeln zu beeinflussen. Auf diese Weise entwickelt sich ein besonderes Vertrauens-Verhältnis innerhalb der Familie.

Eltern-Kind-Beziehung
Gute Eltern-Kind-Beziehung – Urheber: evgenyatamanenko / 123RF.com

 

Soziale Erfahrungen prägen die Bindungs-Entwicklung

Nach der Geburt setzt der instinktive Bindungs-Prozess bei den Säuglingen ein. Hierbei durchläuft die emotionale Entwicklung der Kleinen sechs spezifische Phasen, welche die Bindung an die jeweiligen Bezugs-Personen prägen. Fragst Du Dich: „Wie gewinne ich das Herz meines Kindes?“, lohnt es sich, die einzelnen Schritte des Prozesses zu kennen. Zu ihnen gehören:

  • körperliche Nähe
  • Gemeinsamkeiten
  • Zugehörigkeit
  • Wertschätzung
  • Liebe
  • Vertrauen

 

Für eine erste Eltern-Kind-Beziehung, steht die Vorbindungs-Phase bei den Eltern im Mittelpunkt. Die erste Phase der Bindung beginnt mit der Geburt und dauert bis zu dem zweiten Lebensmonat des Sprösslings. In der Publikation „Sichere Bindungs-Entwicklung unter erschwerten Start-Bedingungen“  erklärt Bindungs-Forscher PD Dr. Karl Heinz Brisch die grundlegende Bindungs-Theorie.

In der 2013 veröffentlichten Arbeit bekundet er, dass Babys in ihrem ersten Lebensjahr eine spezifische Bindung zu einer Bezugs-Person entwickeln. In der Regel handelt es sich um die Mutter, die den größten körperlichen Kontakt mit dem Säugling aufweist. Sie stellt vorerst den „emotional sicheren Hafen“ für den Nachwuchs dar. Die Angst vor einer Trennung aktiviert das Bindungs-System.

Das bedeutet, dass bereits eine kurze Abwesenheit der Mutter genügt, damit sich die Tochter oder der Sohn verstärkt an sie bindet. In der ersten Phase der Bindungs-Entwicklung gewinnt Ihr das Herz des Kindes durch sensitive Eindrücke und die körperliche Nähe. Instinktiv schmiegt sich das neue Familien-Mitglied an die warmen Leiber der Elternteile. Zusätzlich sucht der Schützling eigenständig den Kontakt, indem er beispielsweise mit den kleinen Händchen nach dem Finger von Mama oder Papa greift.

 

Kinder suchen nach Gemeinsamkeiten mit den Eltern

Ebenso steht für die Kleinen der Blick-Kontakt im Fokus. Daher bemerkst Du schnell, dass der Säugling aufmerksam nach bekannten Gesichtern sucht und auf Stimmen reagiert. Die körperliche Nähe erhält bei der Eltern-Kind-Beziehung in jeder Lebens-Phase des Sprösslings einen hohen Stellenwert. Ebenso spielt die zweite Bindungs-Phase, die Suche nach Gleichheit, eine tragende Rolle. Sobald die Kleinen ihr Ich-Bewusstsein entwickeln, halten sie bei ihren Bezugs-Personen nach Gemeinsamkeiten Ausschau.

In der Regel prägt sich die Selbst-Wahrnehmung bei den Zöglingen im achten Lebensmonat aus. In der Folge sehen sich die Kleinen als zu ihren Bezugs-Personen zugehörig an. Kommen fremde Personen dem Kind zu nahe, scheut es zurück, weint oder sucht Schutz bei den Eltern. Da die Phase häufig im achten Monat beginnt, nennt sich das Fremdeln auch „Achtmonatsangst“. Wie lange die Furcht vor fremden Menschen anhält, hängt von der individuellen Veranlagung des Schützlings ab.

 

Die zweite und die dritte Phase der Bindungs-Entwicklung laufen nahtlos ineinander. Sobald Dein Kind über eine Selbstwahrnehmung verfügt und nach Gemeinsamkeiten mit den Eltern sucht, steht die Zugehörigkeit im Vordergrund. Vorwiegend Kleinkinder fragen die Erziehungsberechtigen und Geschwister nach simultanen Interessen, Vorlieben oder Abneigungen. Auf diese Weise versuchen die Sprösslinge, eine Zugehörigkeit zu ihrer Familie zu erkennen.

Hierbei spielt die primäre Sozialisation, in der sich der Sprössling als Teil einer Gruppe zurechtfindet, eine prägende Rolle. Einen besonderen wichtigen Teil stellt die Vater-Kind-Beziehung dar, da dieser väterlichen Part ein Förderer der Sozialisation ist.

Demnach stellst Du für Deinen Nachwuchs das Bindeglied zwischen der primären Sozialisierung und der Sekundär-Sozialisation dar. Letztere bezeichnet das Zurechtfinden in der Umwelt. Um das Herz des Kindes zu gewinnen, braucht es das Gefühl der Zugehörigkeit und gleichzeitig die Möglichkeit der Selbstbestimmung.

 

Wie denken wir als Eltern – brauchen wir ein neues Verständnis?

 

Eltern-Kind-Beziehung – Wertschätzung und Vertrauen spielen eine Rolle

Mit dem Gefühl der Zugehörigkeit wächst bei den Sprösslingen das Bedürfnis, die Anerkennung ihrer Umwelt zu erfahren. Für die Individualisierung und die Ausbildung eines gesunden Selbstbewusstseins spielt die Wertschätzung der Bezugs-Personen für Kinder eine wesentliche Rolle. Daher versuchen die Kleinen, ihre Stärken auszubauen, um Dich und Deine Partnerin zu beeindrucken. Ein selbst gemaltes Bild stellt ebenso den Wunsch nach Anerkennung dar wie ein sportliches Kunststück.

Durch die Wertschätzung der Besonderheiten Deines Nachwuchses beeinflusst Du die Eltern-Kind-Beziehung positiv. Eine tiefe emotionale Nähe bildet sich zwischen dem Schützling und den Bezugs-Personen. Wünscht sich der Zögling, Dir zu gefallen, sucht er gleichzeitig Deine Zuneigung. Hierbei steht die fünfte Phase der Bindungs-Entwicklung, die Liebe, im Mittelpunkt.

 

Dabei brauchen die Kleinen nicht ausschließlich die instinktive Erkenntnis, von den Eltern geliebt zu werden. Gleichzeitig erfragen sie stetig die Zuneigung von Mutter und Vater. Oftmals hörst Du von Deinem Sprössling die Worte: Hast Du mich lieb? Bei Geschwistern entsteht während dieser Phase ein Konkurrenz-Kampf um die Zuneigung der Elternteile. Hierbei besteht die Notwendigkeit, die Kinder gleich zu behandeln. Gibst Du einem Sprössling den Vorzug, wirkt sich das negativ auf das Selbstbewusstsein seines Geschwisters aus.

In der sechsten Phase der Bindungs-Entwicklung steht das Vertrauen im Vordergrund. Öffnest Du Dich Deinem Nachwuchs komplett und hältst keine Geheimnisse zurück, vertraut sich Dir der Schützling gleichermaßen an. Es entsteht eine enge Eltern-Kind-Beziehung, die von emotionaler und körperlicher Nähe zeugt. Diese Vorteile erleichtern den Kleinen die psychische Entwicklung ebenso wie den Aufbau von zwischenmenschlichen Bindungen.

 

Was unsere Kinder brauchen: 7 Werte für eine gelingende Eltern-Kind-Beziehung

Zu unserem Artikel „Die 6 Phase der Bindungs-Entwicklung“ möchten wir Euch als weiterführende Lektüre das Buch von Katharina Saalfrank empfehlen. Neben der Bindungsentwicklung erfahrt Ihr in diesem Buch was eine gelungene Eltern-Kind-Beziehung braucht:

katia_saalfran_bindungsbuch Eltern-Kind-Beziehung
Katharina Saalfrank: Was unsere Kinder brauchen
Katharina Saalfrank:


Was unsere Kinder brauchen

7 Werte für eine gelingende Eltern-Kind-Beziehung

Die Pädagogin Katharina Saalfrank stellt uns Eltern in diesem GU-Ratgeber einen tollen Leitfaden zur Seite, Sie zeigt wie aus Erziehung – Beziehung werden kann und was es braucht damit aus Kindern selbstbewusste und glückliche Erwachsenen
werden können.

weiter zum Buch „Was unsere Kinder brauchen“

Von der Erziehung zu Beziehung: Die sieben Geheimnisse glücklicher Familien

 

Empfehlung zum Thema:

Buch:  Katharina Saalfrank: Was unsere Kinder brauchen: 7 Werte für eine gelingende Eltern-Kind-Beziehung

Buch: Sigrid Lang: (Studienarbeit Pädagogik) Der Vater. Bedeutung und Funktion für das Kind und die Vater-Kind-Beziehung

http://www.harlekin-nachsorge.de/documents/vortrag_drbrisch_140613.pdf

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