Ab welchem Alter kann man Ohrringe stechen lassen?

Ohringe bei Babys und Kleinkindern – Gefahren des Ohrschmuckes

Ohrringe bei Kindern sind ein Streitthema bei Eltern. Zum einen sehen die Ohrringe bei kleinen Mädchen niedlich aus, zum anderen birgt das Ohrlochstechen Gefahren für die Gesundheit Deines Kindes. Welche Gründe es gibt, den Kleinen nicht zu früh Ohrlöcher stechen zu lassen, erörtern wir in diesem Beitrag. Wir gehen der Frage nach, ab wann Ohrringe stechen empfehlenswert ist und geben Tipps.

Ohringe

Mädchen freut sich über die Ohringe © M.H – Fotolia.com

Ohrlöcher nicht für Babys und Kleinkinder!

Ab wann Ohrringe stechen? Studien und Erfahrungen von Medizinern zeigen, dass das Ohrlochstechen frühestens bei Kindern ab fünf Jahren legitim ist, besser erst in der Pubertät. Eltern achten darauf, dass ein Arzt oder ein versierter Piercer die Löcher sticht. Vom Ohrlochstechen mittels Ohrloch-Pistole raten Mediziner ab, da es das empfindliche Gewebe verletzt und Narben entstehen. Allgemein gilt ein Verzicht auf nickelhaltige Ohrstecker und das Einhalten der erhöhten Hygiene beim Heilungsprozess.

 

Die Gefahren beim Ohrlochstechen

Die größte Gefahr ist laut Dr. med. Andrea Schmelz eine Nickelallergie. In der frischen Wunde löst sich das Metall heraus und gelangt in den Körper. Der Gesetzgeber verbietet seit 1998 Erststecker mit mehr als 0,05 Prozent Nickel. Heute verwenden Piercer und Ärzte Chirurgenstahl 316L. Er enthält jedoch mehr als den geforderten Grenzwert an Nickel. Entsteht eine Allergie gegen das Metall, ist diese dauerhaft.

Das Infektionsrisiko durch das Schießen des Ohrloches mit einer Ohrloch-Pistole ist erhöht, da diese nicht steril ist. Ebenso bildet sich laut Dr. med. Schmelz Narbengewebe, welches die Ohr-Akupunktur-Punkte zerstört. Kinder spielen gerne an den Ohrringen herum, was Entzündungen begünstigt. Im schlimmsten Fall bleiben die Kleinen an den Ohrringen hängen und reißen diese heraus. Bei Kleinkindern besteht ebenso die Gefahr des Verschluckens.

 

Ab wann Ohrringe stechen bei Deinem Kind?

Dr. med. Schmelz empfiehlt das Ohrlöcher-Stechen erst ab dem sechsten Lebensjahr. Dann ist das Risiko geringer, dass Dein Kind den Ohrschmuck verschluckt. Aus allergologischer Sicht ist das Piercen der Ohrlöcher erst in der Pubertät empfohlen. Laut Studien führt das Ohrlochstechen in der Hälfte aller Fälle zu Komplikationen.

In der ÜbersichtsarbeitComplications of ear piercing: treatment and prevention“ von Hendricks WM schwanken die Auswirkungen von leichten Blutungen, über Kontaktallergien bis hin zu vergrößerten Lymphknoten. In einzelnen Fällen führen Entzündungen zu einer lebensbedrohlichen Sepsis. Die Frage, ab wann Ohrringe stechen legitim ist, beantwortet der Autor wie folgt: Keine Ohrringe für Kinder unter fünf Jahren und wenn, nur beim Profi mit nickelfreien Steckern. Gut geeignet als Erststecker ist Titan, dieser ist nickelfrei und löst keine Allergie aus.

 

Welche Methode ist empfehlenswert?

Die gängigste Methode ist das Schießen der Ohrlöcher mittels Ohrloch-Pistole. Diese ist nicht sterilisierbar, daher rät Dr. med. Schmelz davon dringlichst ab. Die verwendeten Ohrstecker beschädigen das Gewebe, wodurch die Heilung langsamer erfolgt. Die Ärztin rät dazu, das Ohrloch beim Arzt oder im Piercingstudio mit einer sterilen Einmalnadel stechen zu lassen. Um unnötige Schmerzen bei Deinem Kind zu vermeiden, trägt der Arzt oder Piercer eine betäubende Creme auf.

Die Pflege frischer Ohrlöcher bei Deinem Kind

Achte darauf, dass Dein Kind nicht an den Ohrsteckern herumspielt. Vermeide in den nächsten zwei Wochen das Baden. In den ersten Tagen verzichtet Dein Kind lieber auf das Waschen der Haare, um unnötige Hautreizungen zu vermeiden. Hygiene ist in den ersten vierzehn Tagen Pflicht. Dazu gehört auch, dass Dein Kind nur mit sauberen Händen an die Ohrläppchen fasst. Zusätzlich reinigt ihr zweimal täglich die gepiercte Stelle mit einem feuchten Wattestäbchen, um Krusten zu entfernen. Desinfizierende Lösungen vermeiden Keime. Die Erststecker verbleiben vier bis sechs Wochen im Ohr. Bei einer Infektion der Stelle ist ein Arzt aufzusuchen.

 

wer wir sind

Anna Nilsson Fach-/Medizinjournalistin

Anna Nilsson, als Medizinjournalistin und Autorin ist Sie verantwortlich für den Gesundheitsbereich auf Netpapa.de.


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